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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Sabine Weiss

CDU/CSU · Germany

IN THEIR OWN WORDS

Erst danach sollten wir debattieren und entscheiden, ob der Gesetzgeber die Beihilfe zum Suizid regeln muss/soll. In der Zeit bis zur Vorlage des Präventionskonzeptes kann eine breite gesellschaftspolitische Diskussion stattfinden, in die Verbände, Kirchen und die Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden.

PLENARPROTOKOLL 20/115 · 2023-07-06 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sowohl die Bundesärztekammer, die Stiftung Patientenschutz, die Deutsche Palliativstiftung und andere Organisationen warnen vor einer übereilten gesetzlichen Regelung und verweisen darauf, dass es keinen Grund zur Eile gäbe.

PLENARPROTOKOLL 20/115 · 2023-07-06 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Es ist eine Handlungsaufforderung an die Regierung: Schaut hin! Hier brauchen Menschen konkret Hilfe. Es muss etwas getan werden. – Wir können aber auch den Fraktionen und damit dem ganzen Hohen Haus Handlungsbitten erteilen, wenn wir Petitionen den Fraktionen zur Kenntnis geben.

PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Der Petitionsausschuss bedeutet – das muss an dieser Stelle nochmals betont werden – viel kontinuierliche Arbeit. Im Jahr 2022 gingen mehr als 13 000 Petitionen ein. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von uns Abgeordneten bedanken; denn sie leisten auch hier immer gute Vorarbeit.

PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Zunächst mal: Liebe Martina Stamm-Fibich, liebe Corinna Rüffer, herzlichen Dank für die wirklich netten Worte zu unserem verstorbenen Kollegen Gero Storjohann. Ich kann nur sagen: Lieber Gero, wir alle vermissen dich.

PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Dadurch konnte die Vorstellung der Petition hier im Plenum erfolgen. Es gab schon seit vielen Jahren Überlegungen in den einzelnen Fraktionen, den Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden durch den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 anzuerkennen. Der letzte Stein des Anstoßes war aber nun die öffentliche Petition.

PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

The complete record

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  1. Sowohl die Bundesärztekammer, die Stiftung Patientenschutz, die Deutsche Palliativstiftung und andere Organisationen warnen vor einer übereilten gesetzlichen Regelung und verweisen darauf, dass es keinen Grund zur Eile gäbe. Auch der ehemalige nordrhein-westfälische Patientenbeauftragte, Karl-Josef Laumann, warnt davor, dass die vorgelegten Gesetzentwürfe zu weitreichend seien. Selbsttötung dürfe nicht als gesellschaftlich normal angesehen werden. Ich kann daher dem Antrag von Helling-Plahr/Künast grundsätzlich nicht zustimmen. Bei dem Antrag von Heveling/Castellucci werde ich mich zum derzeitigen Zeitpunkt enthalten.

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  2. Erst danach sollten wir debattieren und entscheiden, ob der Gesetzgeber die Beihilfe zum Suizid regeln muss/soll. In der Zeit bis zur Vorlage des Präventionskonzeptes kann eine breite gesellschaftspolitische Diskussion stattfinden, in die Verbände, Kirchen und die Bürgerinnen und Bürger eingebunden werden. Suizidbeihilfe darf nicht zum Normalfall in unserer Gesellschaft werden, dies sollte oberstes Gebot sein. Es muss alles getan werden, um Suizid zu verhindern bzw. einzudämmen. Wir müssen uns dringend mehr Zeit für diese wichtige Entscheidung nehmen. Es gibt breite Kritik am geplanten Zeitpunkt der Verabschiedung von Gesetzen zur Suizidbeihilfe, bevor ein Präventionskonzept überhaupt vorliegt.

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  3. Umso enttäuschter bin ich – lassen Sie mich das abschließend sagen –, dass für den nur einmal im Jahr im Plenum mit einer Debatte in Erscheinung tretenden Ausschuss keine Kernzeitdebatte möglich ist. Wertschätzung sieht anders aus. Gerade deshalb – Frau Kollegin. – ist mein abschließendes Votum, den Petitionsausschuss der Bundesregierung, den Fraktionen und jedem einzelnen Mitglied im Bundestag zur Berücksichtigung zu überweisen. Herzlichen Dank. Axel Echeverria hat jetzt das Wort für die SPD-Fraktion.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. Er ist der einzige Ausschuss – Martina Stamm-Fibich hat darauf hingewiesen –, der unmittelbar das Menschenrecht des Artikel 17 Grundgesetz umsetzt. Er ist aber auch der Ausschuss mit einer sehr konkreten Verbindung zu Menschen. Hier kanalisieren sich Ängste, Sorgen, Unzufriedenheiten, aber eben auch gute Ideen und Vorschläge, die unser Land weiterbringen und die es verdienen, umgesetzt zu werden. Hier werden Einzelschicksale, Ideen und Lösungsvorschläge in einer Tiefe behandelt, wie es sicherlich in keinem anderen Ausschuss möglich ist. Ich lege unserem Ausschuss und allen Mitgliedern des Bundestages die mehr als 13 000 Petitionen mit mehreren Hunderttausend Mitzeichnungen ans Herz. Ja, es wird immer wieder betont, wie wichtig der Petitionsausschuss ist.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Der Petitionsausschuss bedeutet – das muss an dieser Stelle nochmals betont werden – viel kontinuierliche Arbeit. Im Jahr 2022 gingen mehr als 13 000 Petitionen ein. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von uns Abgeordneten bedanken; denn sie leisten auch hier immer gute Vorarbeit. Manchmal gibt es Sachen zum Schmunzeln. Wenn wir mittwochmorgens um 8 Uhr diskutieren, geht es mit viel Herzblut los. Manchmal schmunzele ich, wenn zum Beispiel diese doch sehr unterschiedlichen Parteien der Ampel ihre sicherlich hart erarbeiteten Kompromisse in so langen Soweit-Sätzen verarbeiten, dass man manchmal kaum noch den Sinn erahnen kann. Ich fürchte, der eine oder andere Petent kann das auch nicht. Der Petitionsausschuss ist einer der wichtigsten Ausschüsse im Bundestag.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Für viele Mitglieder des Petitionsausschusses – ich sehe fast alle heute hier – gilt: Einmal Petitionsausschuss, immer Petitionsausschuss. Denn es macht zugegebenermaßen viel Arbeit, aber es macht auch sehr viel Freude. Wir können hier – Corinna hat darauf hingewiesen – direkt etwas bewirken. Wir können auch über Parteigrenzen hinweg kollegial zusammenarbeiten. Wir haben einen kompetenten Ausschussdienst, der uns jederzeit unterstützt und wunderbare Vorarbeit leistet. Ich weiß nicht, wie viele Telefongespräche, die wir gar nicht mitbekommen, er mit den Petenten jeweils führt. Ich danke natürlich auch den Ausschussmitarbeitern herzlich für die gute Zusammenarbeit und für ihren unermüdlichen Einsatz für die Petentinnen und Petenten.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Dadurch konnte die Vorstellung der Petition hier im Plenum erfolgen. Es gab schon seit vielen Jahren Überlegungen in den einzelnen Fraktionen, den Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden durch den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 anzuerkennen. Der letzte Stein des Anstoßes war aber nun die öffentliche Petition. Durch die Befassung damit im Plenum wurde uns dann die ungeteilte Aufmerksamkeit des Bundestages zuteil. Engagierte Mitglieder unterschiedlicher Fraktionen haben in unterschiedlichen Fachausschüssen für das Anliegen geworben, und schließlich wurde im Menschenrechtsausschuss ein gemeinsamer Antrag der Union und der Ampelfraktionen formuliert, der dann im Januar dieses Jahres vom gesamten Bundestag, auch hier wieder einstimmig, beschlossen wurde.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. Es ist eine Handlungsaufforderung an die Regierung: Schaut hin! Hier brauchen Menschen konkret Hilfe. Es muss etwas getan werden. – Wir können aber auch den Fraktionen und damit dem ganzen Hohen Haus Handlungsbitten erteilen, wenn wir Petitionen den Fraktionen zur Kenntnis geben. In einer Petition, die mir sehr am Herzen lag, ging es im letzten Jahr – Martina Stamm-Fibich hat darauf hingewiesen – um die Anerkennung des Völkermordes an den Jesidinnen und Jesiden. Petent war Herr Gohdar Alkaidy vom Verein „Stelle für Jesidische Angelegenheiten“. Da die Petition mehr als 50 000 Unterschriften erreichte, fand Anfang des Jahres 2022 eine öffentliche Anhörung unseres Ausschusses statt. Im Juni 2022 befasste sich der Petitionsausschuss nochmals mit dieser Petition und schloss die Befassung dann einstimmig mit dem höchsten Votum ab.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Zunächst mal: Liebe Martina Stamm-Fibich, liebe Corinna Rüffer, herzlichen Dank für die wirklich netten Worte zu unserem verstorbenen Kollegen Gero Storjohann. Ich kann nur sagen: Lieber Gero, wir alle vermissen dich. Das Votum lautet, die Petition der Bundesregierung zur Berücksichtigung zu überweisen und den Fraktionen zur Kenntnis zu geben. – Damit können wahrscheinlich zunächst nur die Mitglieder des Petitionsausschusses etwas anfangen. Wenn wir als Petitionsausschuss bei einer Petition zu dem Schluss kommen, dass hier echter Handlungsbedarf besteht, dann zückt der Ausschuss sein schärfstes Schwert: der Bundesregierung eine Petition zur Berücksichtigung zu überweisen. Das ist das höchstmögliche Votum.

    PLENARPROTOKOLL 20/111 · 2023-06-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  10. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem Urteil Ende 2021 einen angeklagten IS-Kämpfer wegen Völkermordes verurteilt; das Urteil ist jedoch nicht rechtskräftig. Aus Sicht des Petitionsausschusses ist es jetzt an uns, dem Parlament, einen politischen Beschluss zu fassen und die Gräueltaten des IS an den Jesiden ab August 2014 als Völkermord anzuerkennen. Die Anhörung im Februar und der Bericht der Friedensnobelpreisträgerin haben uns eindrücklich gezeigt, dass ein solcher Beschluss des Bundestages Respekt für die Toten, aber auch Respekt für die Überlebenden des jesidischen Volkes ausdrücken wird, auch zur Traumabewältigung. Frau Nadia Murad sagte sinngemäß dazu: Unsere Heilung beginnt mit der Anerkennung des Genozids. – Also lassen wir es schnell zur Anerkennung kommen. Herzlichen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 20/47 · 2022-07-07 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  11. Der Petitionsausschuss hat sich intensiv mit dem Thema befasst. Im Februar erfolgte eine öffentliche Anhörung des Petitionsausschusses. Am 23. Juni war dann die Friedensnobelpreisträgerin, die Jesidin Frau Nadia Murad, zu Gast bei Mitgliedern des Petitions- und des Menschenrechtsausschusses. Frau Murad hat durch die Gräueltaten des IS 6 Geschwister und ihre Eltern verloren, insgesamt 18 Familienmitglieder. Im Berichterstattergespräch am Dienstag dieser Woche hat der Staatsminister Dr. Lindner geäußert, dass alles dafür spricht, dass es sich bei den vom IS an den Jesiden begangenen Gräueltaten um einen Genozid handelt. Das Auswärtige Amt beruft sich allerdings auf die geltende Staatspraxis, wonach die Bundesregierung erst von Völkermord spricht, wenn es ein rechtskräftiges Urteil eines deutschen Gerichtes gibt.

    PLENARPROTOKOLL 20/47 · 2022-07-07 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  12. Schönen Dank. – Werte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! In einer dieser Petitionen hat es das höchste Votum gegeben, nämlich die Empfehlung der Überweisung zur Berücksichtigung an die Bundesregierung und der Kenntnisnahme durch die Fraktionen. Der Petent, Herr Gohdar Alkaidy, fordert in seiner Petition, die Gewalttaten des „Islamischen Staates“ an den Jesiden als Völkermord anzuerkennen. Am 3. August 2014 startete der „Islamische Staat“ eine großangelegte, gewalttätige Offensive gegen das Volk der Jesiden in den traditionell bevölkerten Gebieten im Irak. Dabei wurden über 5 000 Menschen getötet, 7 000 verschleppt und entführt, und bis zum heutigen Tage sind immer noch mindestens 2 500 Frauen und Kinder vermisst. Viele Menschen leben in Lagern und konnten nicht in ihre Heimat zurück.

    PLENARPROTOKOLL 20/47 · 2022-07-07 · READ THE BUNDESTAG RECORD