Markus Ferber
Member of the European Parliament · PPE · DE
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Herr Kommissar! Der Emissionshandel war von Anfang an als ein marktbasiertes Instrument gedacht. Das Versprechen war klar: Wer CO2 am günstigsten einsparen kann, der tut es zuerst.”
“Genau das ist das Problem: Wir basteln permanent an dem System herum und senden damit kein klares Signal an die Wirtschaft, wohin sie investieren soll.”
“Genau da muss der Housing Omnibus auch ansetzen: Regeln entflechten, Doppelungen beseitigen, Verfahren beschleunigen mit klaren Fristen, digital standardisiert, mit Genehmigungsfiktion. Die Kommission sollte das bald liefern und als Priorität auch einsetzen. Und wir müssen auch über die Finanzierung reden.”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bericht zum Europäischen Semester zeigt sehr klar, wo Europa steht. Die Kommission erwartet für die Europäische Union nur ein sehr maues Wachstum in den kommenden Jahren, und aufgrund der demografischen Trends sinkt auch das Potenzialwachstum.”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bericht, über den wir in dieser Woche abstimmen, ist in der Diagnose sehr klar: Die Wohnraumkrise ist vor allem ein Angebotsproblem. In vielen Mitgliedstaaten ist der Wohnungsbau seit vielen Jahren zu schwach.”
“Gerade weil die Aufbau‑ und Resilienzfazilität Ende des Jahres ausläuft, sind dringend Strukturreformen in den Mitgliedstaaten notwendig. Das Semester kann Europas Kompass sein, wenn es konsequent auf Wachstum, Produktivität und private Investitionen ausgerichtet ist. Und dafür stehen wir als EVP.”
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“Genau das ist das Problem: Wir basteln permanent an dem System herum und senden damit kein klares Signal an die Wirtschaft, wohin sie investieren soll. Deswegen, lieber Herr Kommissar: Wenn Sie schon eine groß angelegte Überprüfung vorhaben, sorgen Sie dafür, erstens, dass wir Stabilität in das System bringen und nicht alle Jahre nachsteuern müssen, und zweitens, dass ein klares Preissignal ausgesandt wird und die Gelder auch im System bleiben, damit richtig investiert werden kann. 3-0228-0000”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Herr Kommissar! Der Emissionshandel war von Anfang an als ein marktbasiertes Instrument gedacht. Das Versprechen war klar: Wer CO2 am günstigsten einsparen kann, der tut es zuerst. Kein bürokratischer Dirigismus, sondern ein klares Preissignal, das Investitionen in die richtige Richtung lenkt und kostengünstige Emissionsminderung ermöglicht. Dieses Versprechen kann aber nur eingehalten werden, wenn das System auch verlässlich ist. Wer eine Anlage baut, die 30 Jahre läuft, braucht Planungssicherheit über diesen Zeitraum. Das bedeutet, der CO2‑Preis muss eine verlässliche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen sein, nicht eine politische Variable, die je nach Stimmungslage nachjustiert wird.”
“Gerade weil die Aufbau‑ und Resilienzfazilität Ende des Jahres ausläuft, sind dringend Strukturreformen in den Mitgliedstaaten notwendig. Das Semester kann Europas Kompass sein, wenn es konsequent auf Wachstum, Produktivität und private Investitionen ausgerichtet ist. Und dafür stehen wir als EVP. 2-0251-0000 PRÉSIDENCE: YOUNOUS OMARJEE Vice-Président 2-0252-0000 Interventions à la demande 2-0253-0000”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bericht zum Europäischen Semester zeigt sehr klar, wo Europa steht. Die Kommission erwartet für die Europäische Union nur ein sehr maues Wachstum in den kommenden Jahren, und aufgrund der demografischen Trends sinkt auch das Potenzialwachstum. Das ist ein Warnsignal, denn unser Wohlstand hängt an Produktivität, an Innovation, an Investitionen. Genau deshalb muss das Semester noch stärker ein Wettbewerbsfähigkeitssemester werden. Die Kommission hat den Kurswechsel vollzogen, und die länderspezifischen Empfehlungen setzen stärker auf das Thema Wettbewerbsfähigkeit und Vereinfachung – und das ist richtig. Diesen Fokus müssen wir jetzt mit Substanz füllen. Vor allem müssen die länderspezifischen Empfehlungen von den Mitgliedstaaten aber auch wirklich konsequent umgesetzt werden.”
“Genau da muss der Housing Omnibus auch ansetzen: Regeln entflechten, Doppelungen beseitigen, Verfahren beschleunigen mit klaren Fristen, digital standardisiert, mit Genehmigungsfiktion. Die Kommission sollte das bald liefern und als Priorität auch einsetzen. Und wir müssen auch über die Finanzierung reden. Der Bericht unterstreicht, wie wichtig Zugang zu Wohnungs- und Immobilienfinanzierung ist und dass Kreditbedingungen und Zinsen in den letzten Jahren deutlich strenger geworden sind. Nach der Einführung neuer Kapital- und Aufsichtsstandards ist Bau- und Projektfinanzierung vielerorts teuer geworden. Wer mehr Bauen ernst meint, muss auch prüfen, ob der Aufsichtsrahmen hier nicht unbeabsichtigt bremst. Mehr Angebot, weniger Hürden, tragfähige Finanzierung – das ist der Dreiklang, der die europäische Wohnungskrise lösen kann. 2-0071-0000”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bericht, über den wir in dieser Woche abstimmen, ist in der Diagnose sehr klar: Die Wohnraumkrise ist vor allem ein Angebotsproblem. In vielen Mitgliedstaaten ist der Wohnungsbau seit vielen Jahren zu schwach. Genehmigungen werden im Schneckentempo erteilt, und die Lücke zwischen Nachfrage und verfügbarem Wohnraum treibt die Preise immer weiter nach oben. Wenn wir bezahlbaren Wohnraum wollen, braucht es vor allem eins: mehr bauen, schneller bauen, in größerem Umfang bauen. Europa kann hier konkret helfen, indem es die Hürden in der europäischen Gesetzgebung abbaut. Der Bericht fordert zu Recht eine horizontale Überprüfung von EU‑Rechtsakten, die Bauen und Sanieren verteuern oder verzögern, und spricht sich für ein echtes Vereinfachungspaket aus.”
“Ich will hier ausdrücklich sagen: Die Aktivitäten im Bereich von Umwelt und Klima haben nicht nur bei mir für Stirnrunzeln gesorgt, nicht, weil sie unwichtig wären, sondern weil Sie kein Ersatzgesetzgeber im Bereich der Klimapolitik sind. Bleiben Sie bei Ihrem Mandat, dann haben Sie unsere Unterstützung! 1-0105-0000”
“Wir sollten hier in Europa ein klares Gegenmodell sein. Dieses Parlament – das Europäische Parlament – steht zur Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank, wie es in den Verträgen auch verankert ist. Aber Unabhängigkeit und demokratische Legitimation und Rechenschaft gehören zusammen. In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön, Frau Lagarde, nicht nur, dass Sie heute da sind, sondern dass Sie auch regelmäßig bei uns im Ausschuss sind und dieser Rechenschaftspflicht auch nachkommen. Zentralbankunabhängigkeit darf aber auch kein Blankoscheck sein. Die Europäische Zentralbank sollte keine zusätzlichen Angriffsflächen bieten, indem sie ihren Auftrag ausdehnt. Wir haben in der Vergangenheit immer wieder erlebt, dass auch Entscheidungen in Feldern getroffen wurden, die über die klassische Geldpolitik hinausgehen.”
“Frau Präsidentin, Frau Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Herr Kommissar, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Unabhängigkeit von Zentralbanken ist kein technisches Detail. Sie ist eine Grundvoraussetzung für Vertrauen in unsere Währung; sie ist eine Grundvoraussetzung für stabile Preise. Nur wenn Notenbanken ihre geldpolitischen Entscheidungen frei von politischer Einflussnahme treffen können, kann das Ziel der Preisstabilität langfristig erreicht werden. Unser Bericht erinnert deswegen zu Recht daran, dass die Europäische Zentralbank ihre Entscheidungen ohne politische Einflussnahme treffen muss und auch treffen kann und treffen soll. Gerade deshalb ist es besorgniserregend, dass Zentralbanken international zunehmend unter Druck geraten, auch zum Beispiel in den USA durch die neue Administration.”
“Und deswegen werden auch die Mietpreise runtergehen, wenn Sie eine Angebotsausweitung machen. Und wer das nicht verstehen will, der sollte sich dann schon überlegen, ob er unser Wirtschaftssystem grundsätzlich verstanden hat. Unser Wirtschaftssystem beruht auf Angebot und Nachfrage. Mehr Angebot senkt die Preise bei gleicher Nachfrage. 2-0314-0000”
“Keine Bank auf der Welt wird Ihnen ein Darlehen geben, egal, was es auf dem Markt für ein Angebot gibt, und egal, wie viele Neubauten für 200 000, für 300 000 oder mehr Euro angeboten werden. Wie kann sich ein junger Mann oder eine junge Frau das leisten – unabhängig davon, was das Angebot auf dem Markt ist? 2-0313-0000 Markus Ferber (PPE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Ich erkläre Ihnen gerne, wie Marktwirtschaft, auch wie soziale Marktwirtschaft funktioniert. Die Preise bilden sich aus Angebot und Nachfrage. Wenn Sie eine höhere Nachfrage nach Wohnraum haben und das Angebot knapphalten, steigen die Preise. Wenn Sie das Angebot ausweiten bei gleicher Nachfrage, sinken die Preise. Das nennen wir ein marktwirtschaftliches Instrument.”
“(Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 2-0310-0000 Die Präsidentin. – Herr Kollege Ferber, Sie haben gleich drei blaue Karten initiiert. Ich bitte den Kollegen Oliveira um Verständnis, dass wir ihn diesmal dann nicht ... You already had one before, so I'm going to take the two others. We have three blue cards on this one. But Mr Kelly is from the same group. Seán, you're not allowed to ask someone from your group. So this leaves us with one person, Nicolae Ștefănuță. 2-0312-0000 Nicolae Ștefănuță (Verts/ALE), Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Herr Ferber, sind Sie sicher, dass es nur eine Frage des Angebots ist? Stellen Sie sich vor, Sie sind Student oder jemand, der gerade anfängt in seinem Job und Sie haben sehr wenig Ressourcen.”
“Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen drastisch schneller werden, digital werden, standardisiert werden, mit klaren Fristen und da, wo es sinnvoll ist, auch mit automatischen Genehmigungen, wenn eine bestimmte Zeit verstrichen ist. Und wir brauchen einen EU-Belastungscheck: Welche EU-Vorgaben verteuern das Bauen unnötig? Welche können weg oder welche können einfacher werden? Zweitens, Bauen muss wieder bezahlbar werden. Neue Auflagen lösen die Probleme nicht. Wir brauchen Innovationen, Standardisierung, modulare Bauweisen, neue Materialien und weniger kostentreibende Vorgaben. Und drittens, wir müssen natürlich auch die Finanzierung mobilisieren. Die EIB und nationale Förderbanken müssen stärker hebeln, privates Kapital muss einfacher investiert werden können. Das sind die Aufgaben, die wir jetzt gemeinsam zu lösen haben.”
“Frau Präsidentin! Herr Kommissar! Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen! Bezahlbarer Wohnraum ist zur sozialen Frage unserer Zeit geworden. Viele Menschen finden keine Wohnung, weil über Jahre zu wenig gebaut und auch zu wenig investiert wurde. Das zentrale Problem ist ein Angebotsproblem. Dieses Problem können wir nur dadurch lösen, dass mehr gebaut wird. Und da kann natürlich auch Europa helfen. Deshalb begrüße ich es, dass die Kommission heute einen Europäischen Plan für erschwinglichen Wohnraum vorgelegt hat, auch wenn Wohnungsbau ja zunächst keine klassische Zuständigkeit der Europäischen Union ist. Entscheidend ist, ob dieser Plan das Angebot wirklich erhöht. Und dafür kommt es meiner Meinung nach auf drei Dinge an: Erstens, weniger Bürokratie und mehr Tempo.”
“Die Ukraine braucht unsere Unterstützung, aber wir brauchen auch eine Lösung, die wirtschaftlich und langfristig tragfähig ist. Bei dem jetzigen Vorschlag habe ich da noch meine Zweifel. Es wäre besser, wenn die Kommission noch einmal ans Reißbrett geht und sich die Dinge sauber durchüberlegt, damit am Ende kein Milliardenrisiko für den europäischen Steuerzahler entsteht. 2-0476-0000”
“Frau Präsidentin! Russische Milliarden liegen eingefroren in europäischen Tresoren, während in der Ukraine tagtäglich Häuser, Schulen und Krankenhäuser zerstört werden. Die Mittel ungenutzt liegen zu lassen, wäre moralisch falsch. Russland hat diesen Krieg begonnen. Russland muss für die Folgen seines Handelns geradestehen. Aber wir sollten bei der Nutzung der Gelder auch nicht unüberlegt handeln. Ich würde mir eher vorstellen, dass wir dieses Geld als Sicherheit, als Garantie nehmen, um daraus über eine Konstruktion, eine Aufbaubank, was auch immer, entsprechende Mittel an die Ukraine zur Verfügung zu stellen. Das würde die finanziellen Risiken deutlich abfedern und würde die gleiche Form der Hilfe für die Ukraine bedeuten.”
“Wir waren gerade mit einer Delegation des Wirtschaftsausschusses bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds. Hier wurde uns ein Spiegel vorgehalten: Euer Binnenmarkt ist kein Binnenmarkt. Da müssen wir wirklich rangehen. Da müssen wir ambitioniert sein. Wir müssen aber auch schauen, dass wir wettbewerbsfähig sind im wirtschaftlichen Bereich, aber auch im Bereich der Finanzen und der Banken. Deswegen hätte ich mich gefreut, wenn auch ein Finanz-Omnibus auf diese Strecke der Omnibusse gestellt wird, damit wir hier mit einfacheren Regeln etwas erreichen können. Das heißt nicht Deregulierung, sondern Simplifizierung, die Dinge einfacher machen – dann sind wir auf dem richtigen Weg. 2026 sollte das Jahr werden, in dem wir in Europa vom Regelmacher zum Ermöglicher werden.”
“Frau Präsidentin, Frau Kommissionspräsidentin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Das neue Arbeitsprogramm der Kommission trägt ja einen sehr ambitionierten Titel: „Europas Unabhängigkeitsmoment”. Aber wir müssen diesem Titel auch gerecht werden. Wir stehen in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit, und deswegen brauchen wir jetzt auch ein Programm, das Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen in den Mittelpunkt stellt. Wenn Sie sagen, Europa soll wieder ein attraktiver Standort für Unternehmer und für Unternehmen werden, dann muss das auch in den Vorschlägen erkennbar sein. Es gibt einige positive Elemente: der Fokus auf dem Binnenmarkt. Hier haben wir wirklich einen Schatz zu heben. Aber wir müssen uns auch mal etwas zutrauen. Wir müssen auch mal etwas wagen, auch wenn die Mitgliedstaaten vielleicht Widerstand leisten.”
“Und der Binnenmarkt ist auch das entscheidende Stichwort. Ein Flickenteppich nationaler Digitalsteuern wird uns nicht weiterbringen. Nur ein einheitlicher europäischer Ansatz kann Fairness und Rechtssicherheit im Binnenmarkt gewährleisten und zugleich dafür sorgen, dass alle Unternehmen nach den gleichen Regeln zu spielen haben. Dabei sollten wir uns nicht von den Widerständen aus den USA abhalten lassen. Es ist eine Frage unserer eigenen Souveränität, dass Europa seine eigenen Entscheidungen trifft, wenn es um die Steuergerechtigkeit im Bereich der digitalen Welt geht. Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass auch die digitalen Giganten ihren fairen Beitrag leisten. Deswegen, Herr Kommissar, brauchen wir einen neuen Anlauf für eine europäische Digitalsteuer. 3-0526-0000”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Unsere Steuerregeln stammen aus einer Zeit, in der wirtschaftliche Aktivität an Fabrikhallen, an Lagern, an Bürogebäuden festzumachen war. Heute jedoch entstehen Werte in Datenströmen, auf Plattformen, in digitalen Geschäftsmodellen, und das muss sich natürlich auch in unserem Steuerrecht widerspiegeln. Wir brauchen eine zeitgemäße Definition der steuerlichen Betriebsstätte, die nicht mehr nur aus Gebäuden, aus Backstein oder Mörtel bestehen kann. Das Prinzip ist klar und – ich glaube – auch gerecht. Gewinne müssen dort besteuert werden, wo die Wertschöpfung stattfindet. Digitale Konzerne dürfen sich nicht länger der Verantwortung entziehen, indem sie Gewinne in Niedrigsteuerländer verschieben, während sie ihre Umsätze mitten im europäischen Binnenmarkt erzielen.”
“Wir brauchen endlich eine echte Kapitalmarktunion, die Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger in produktive europäische Investitionen lenkt und kanalisiert. Banken allein können diese Aufgabe nicht stemmen. Wir brauchen tiefere, integrierte Kapitalmärkte, die Venture Capital, Anleihen, Aktien und Pensionsfonds effizienter mobilisieren. Der Kompass dabei ist klar: marktbasierte Lösungen, risikobasierte Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit als die Leitmotive. Finanzmärkte müssen attraktiv und zugänglich sein – für Sparer, für Investoren, für Start-ups, für den Mittelstand. Überregulierung und unnötige Bürokratie, komplizierte Berichtspflichten brauchen wir dabei nicht. Wenn wir das hinbekommen, dann sind wir auf dem richtigen Weg und können dafür sorgen, dass wir in einer Welt, die nicht auf uns wartet, adäquate Lösungen anbieten.”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Europa steht an einem Scheideweg. Der Draghi-Bericht zeigt in aller Deutlichkeit: Wenn wir unsere Wettbewerbsfähigkeit, unsere Innovationskraft, unseren Wohlstand sichern wollen, dann brauchen wir deutlich mehr Investitionen in Europa. Das Kapital ist ja da. Die europäischen Haushalte sparen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich viel. Aber dieses Geld liegt größtenteils unproduktiv auf Bankkonten, oder – noch viel schlimmer – es fließt als Investitionsmittel in die Vereinigten Staaten von Amerika. Damit finanzieren wir Innovationen und Arbeitsplätze auf der anderen Seite des Atlantiks, während unsere eigenen Unternehmen zu oft auf der Strecke bleiben. Hier müssen wir ansetzen.”
“Und noch etwas gehört zur Wahrheit: Wenn wir als europäische Politik die EIB immer mehr in die Verantwortung nehmen, dann müssen wir sie auch entsprechend ausstatten. Ich hoffe, dass die Mitgliedstaaten sich auch dazu durchringen können. 1-0078-0000”
“Das aktuelle Governance-Modell der Europäischen Investitionsbank ist seit ihrer Gründung im Wesentlichen unverändert geblieben, obwohl sich Umfang, Komplexität und politischer Charakter der Projekte stark verändert haben. Deswegen ist es an der Zeit, dass wir uns diese Situation jetzt auch einmal genau anschauen. Die Kontrolle von Risiken, die Aufsicht über strategische Entscheidungen und die demokratische Legitimation durch dieses Parlament müssen gestärkt werden. Deswegen fordern wir mehr Transparenz, bessere Einbindung, einen strukturierten Dialog mit der Investitionsbank. Ein interinstitutionelles Abkommen zwischen der EIB und dem Europäischen Parlament wäre dringend notwendig.”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Die Europäische Investitionsbank ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner bei der Umsetzung der politischen Ziele der Europäischen Union. Ihre Rolle ist dabei in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Heute ist die EIB nicht mehr nur eine klassische Förderbank für Infrastrukturprojekte, sondern ein strategischer Akteur, der eine immer breitere Palette europäischer Prioritäten finanziert – den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft, die Digitalisierung, Investitionen in bezahlbaren Wohnraum und nicht zuletzt auch die Stärkung unserer Sicherheits‑ und Verteidigungsindustrie. Größere Verantwortung muss aber auch mit größerer Rechenschaftspflicht einhergehen.”
“Ziel der Flugbranche muss es doch sein, pünktlich zu sein und für Reisende dafür zu sorgen, dass sie ihr Ziel erreichen. Es kann doch nicht sein, dass 85 % aller Flugpassagiere in Zukunft keine Kompensation mehr bekommen sollen. Wir werden uns als Europäisches Parlament mit aller Kraft gegen den durch die Kommission und den Rat forcierten Abbau von Verbraucherrechten stellen. Drei Stunden als Richtwert haben Sie etabliert. Sie mögen die Airlines vertreten im Rat, wir vertreten die Passagiere. 2-0505-0000”
“Frau Präsidentin! Drei Stunden Flugverspätung sind nervig, und folgt man den Empfehlungen der Fluggesellschaften, dass man bereits zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein muss, kann es sein, dass man bis zu fünf Stunden am Flughafen verbracht hat, ohne seinem Ziel wirklich näher gekommen zu sein. Noch ärgerlicher wird es dann aber, wenn man nicht einmal eine Entschädigung dafür bekommt. Die europäischen Fahr‑ und Fluggastrechte sind weltweit ein Vorbild. Sie drängen auch die Fluglinien dazu, ihre Pünktlichkeit sicherzustellen und zu verbessern. Eine Verschlechterung dieses Schwellenwertes, ab wann eine Kompensation zu zahlen ist, von drei auf vier Stunden, wie es leider der Rat beschlossen hat, kommt einem Eingeständnis der schlechten Betriebslage so mancher Airline gleich.”
“Sie muss schneller und durchsetzungsstärker sein, immer mit einem Ziel: Wettbewerb nicht nur auf dem Papier, sondern in der Realität, im digitalen Raum. Als Europäer stehen wir für einen offenen Markt mit fairem Wettbewerb, in dem sich Leistung und Innovation durchsetzen, nicht das Recht des Stärkeren. Und für die Kommission als oberste Wettbewerbsbehörde in Europa heißt das: Setzen Sie den Digital Markets Act mit Entschlossenheit um. Sorgen Sie für Klarheit und Rechtssicherheit. Lassen Sie keine Schlupflöcher zu. Dazu gehört vor allem, dass auch die Generaldirektion Wettbewerb so ausgestattet ist, dass sie dieser Aufgabe nachkommen kann. Jahrelange Prozeduren in der digitalen Welt passen nicht zusammen. Ich hoffe, dass wir hier zu deutlichen Verbesserungen kommen. 3-0225-0000”
“Frau Präsidentin, Frau Kommissarin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Der digitale Binnenmarkt steht unter Druck. Jüngste Durchsetzungsmaßnahmen gegen große Tech-Konzerne, etwa die Verfahren gegen Apple und Meta im Rahmen des Digital Markets Act, zeigen deutlich, dass unsere Regeln zwar greifen, aber sie zeigen auch, dass sie dringend notwendig sind. Digitale Märkte folgen anderen Logiken als traditionelle Märkte. Netzwerkeffekte, Datenmacht, Plattformabhängigkeiten erschweren den fairen Wettbewerb. Aufgrund dieser Merkmale tendieren digitale Märkte hin zu Monopolen. Kleine und mittlere Unternehmen werden verdrängt, Innovationen werden gehemmt. Deswegen muss die Wettbewerbspolitik im digitalen Raum anders agieren.”
“Bei der Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte handelt es sich um eine Ausnahmesituation. Wenn es nämlich die Hürde ist, dass man einen illegalen Angriffskrieg beginnen muss, damit staatliche Vermögenswerte konfisziert werden, hängt die Latte sehr hoch, und die Märkte sind auch in der Lage, das zu verstehen. Mit diesen Eventualitäten muss sich der normale Investor nicht beschäftigen, wir schaden Europa damit nicht. 3-0404-0000”
“Herr Präsident! Russland hat mit seinem brutalen Angriffskrieg unermessliches Leid über die Ukraine gebracht. Gleichzeitig lagern in der Europäischen Union eingefrorene russische Vermögenswerte in der Höhe von rund 200 Milliarden Euro nur allein von der Zentralbank. Es ist schlichtweg eine Frage der Gerechtigkeit, dass dieses Geld zur Unterstützung der Ukraine genutzt wird. Es gilt das Verursacherprinzip: Wer Zerstörung verursacht, muss auch für die Beseitigung der Folgen aufkommen. Die Nutzung dieser Vermögenswerte wäre ein klares Signal: Aggression zahlt sich nicht aus. Natürlich müssen rechtliche Fragen sorgfältig geprüft werden, aber wir dürfen uns nicht hinter bürokratischen Hürden verstecken, während die Menschen in der Ukraine um ihr Leben kämpfen.”
“Sie sind unnötig kompliziert, sie sorgen für hohe Bürokratielasten, sie schaffen höchstens Arbeitsplätze für Consultants und Rechtsanwälte, aber Wettbewerbsfähigkeit schaffen sie nicht. Deswegen ist es richtig, dass die Europäische Kommission nun zielgerichtet Anpassungen vorgeschlagen hat. Die Vorschläge gehen in die richtige Richtung, aber ich hätte mir schon etwas mehr Ambitionen gewünscht, liebe Frau Kommissarin. Insbesondere im Bereich der Taxonomie wollen Sie alles nur auf Level zwei mit delegierten Rechtsakten lösen. Ich glaube, die Mutter aller Probleme ist die Taxonomie, und hier erwarte ich noch weitere Vorschläge von der Kommission. Auch an der Stelle müssen wir noch deutlich entrümpeln. 1-0130-0000”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Wir müssen uns ehrlich machen, alleine mit dem Erfüllen von Berichtspflichten, mit dem Ausfüllen von Formularen ist im Kampf gegen den Klimawandel oder für den Arbeitsschutz in Entwicklungsländern noch überhaupt nichts erreicht. Richtlinien wie die über die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder das europäische Lieferkettensorgfaltspflichten‑Gesetz sind allenfalls Hilfsmittel, aber keine Lösung. Wir müssen uns wirklich fragen, ob diese Hilfsmittel das erreichen, wofür sie mal von einer Mehrheit hier im Hause gegen meine Stimme geschaffen wurden. Bei der Richtlinie über Nachhaltigkeitsberichterstattung und beim Lieferkettensorgfaltspflichten‑Gesetz fällt die Antwort eigentlich klar aus: In der heutigen Form sind sie kein hilfreiches Instrument, um die Ziele zu erreichen.”
“Die Schwierigkeiten bei der Vollendung der Kapitalmarktunion, die Stärkung des Dienstleistungssektors, um nur mal ein paar wenige Beispiele zu nennen, neben der Vollendung des Binnenmarkts, lieber Herr Exekutiv-Vizepräsident, wo du ja zuständig bist. Das sind die Themen, die ganz oben auf die Prioritätenliste gehören. Dann sind wir auf dem richtigen Weg. Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: Wettbewerbsfähigkeit ist richtig, ist notwendig, ist der Grund, um überhaupt erfolgreich wirtschaften zu können. Wir müssen die Homebase, den Binnenmarkt so stark machen, dass wir dann auch die Wettbewerbsfähigkeit auf anderen Märkten dieser Erde selbstverständlich erreichen können. Das sollten wir uns gemeinsam vornehmen. Das ist der richtige Kompass, an dem sollten wir uns orientieren. 3-0225-0000”
“Hier besteht wirklich die Gefahr, dass wir uns wie so oft im Klein-Klein verlieren und die großen Pfade aus den Augen verlieren. Und ob es die richtige Strategie ist, ein paar Industriebereiche herauszusuchen und alle anderen Bereiche, wo wir Wirtschaftswachstum generieren können, insbesondere im Bereich der Dienstleistungen, außen vor zu lassen – ich weiß nicht, ob das der richtige Weg ist. Es geht nicht nur darum, viel Industrie- und wenig Ordnungspolitik zu machen, sondern, ich glaube, wir müssen ein paar grundsätzliche Fragen angehen. Das hohe Energiepreisniveau, darauf müssen wir eine Antwort geben als Europäer.”
“Herr Präsident! Herr Exekutiv-Vizepräsident! Herr Ratsvorsitz! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Mit dem Kompass für eine wettbewerbsfähige EU hat die Europäische Kommission ein Signal für eine Kehrtwende und eine neue Prioritätensetzung gegeben. Dieser neue Fokus ist natürlich sehr willkommen, aber er ist auch bitter notwendig. Die Kommission hat also die Zeichen der Zeit erkannt. Aber wir müssen uns schon die Frage stellen, ob der Kompass auch den richtigen Weg weist. Ein Kompass soll ja Orientierung geben. Es liegt auch daran, dass es dem Kompass für eine wettbewerbsfähige EU jenseits der Überschrift an einer klaren Linie fehlt. Die Mitteilung listet Dutzende von Einzelmaßnahmen auf. Es bleibt aber unklar: Wo will die Kommission eigentlich hin?”
“2-0307-0000 Markus Ferber (PPE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Sehr geehrter Herr Kollege, wir müssen uns mit einer Frage sehr grundsätzlich beschäftigen: Was verbindet uns hier miteinander auf europäischer Ebene? Es sind gemeinsame geschichtliche und kulturelle Erfahrungen – so würde ich es definieren –, und auf die sollten wir uns konzentrieren. Wir werden nicht erfolgreich sein, wenn wir uns gegeneinander spalten, sondern wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir gemeinsam zusammenarbeiten. Und da freue ich mich auf Ihre Initiativen. 2-0308-0000”
“Die Devise muss lauten, selber stark und wettbewerbsfähig zu werden, damit wir auch in einem schärferen Standortwettbewerb bestehen können. Und das liegt in unserer Hand, und dazu sollten wir uns miteinander verpflichten. (Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 2-0306-0000 Petras Gražulis (ESN), pakėlus mėlynąją kortelę pateiktas klausimas. – Gerbiamas pranešėjau, ar Jūs nemanote, kad, kaip ir Amerika su Trumpo išrinkimu atsigręžė į pamatines krikščioniškas vertybes, nusigręždama nuo genderizmo, nuo besaikio lyčių skaičiaus, taip ir Europa turėtų atsigręžti į savo šaknis, į krikščioniškas vertybes? Ir gal mes turėtume džiaugtis, kad didžiausioje ir galingiausioje pasaulio šalyje laimėjo vertybės, o ne čia verkti Parlamente?”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Gestern ist die neue US-Administration ins Amt gekommen, und wenn Donald Trump nur einen Bruchteil seiner Ankündigungen wahr macht, dann wird der Wind für Europa sehr schnell sehr viel rauer werden. Trump hat angekündigt, Steuern zu senken, Bürokratie abzubauen, zu deregulieren. Das sollte für uns nicht bedeuten, dass wir jetzt in einen Wettbewerb nach unten geraten. Aber uns muss klar sein, dass diese Maßnahme die Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Firmen deutlich erhöhen wird. Und das heißt: Wenn wir nicht ins Hintertreffen geraten wollen, müssen wir reagieren. Das muss für uns heißen: beim Thema Bürokratieabbau ernst machen, ein Belastungsmoratorium verhängen, Berichtspflichten reduzieren, Energiekosten senken, den Binnenmarkt voranbringen, die Kapitalmarktunion endlich realisieren.”