Peter Liese
Member of the European Parliament · PPE · DE
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass Menschen immer wieder in der Apotheke oder beim Arzt hören, „Medikament nicht verfügbar“, ist ein Skandal.”
“Es waren die Mitgliedstaaten, die bei der Beschaffung von Arzneimitteln, insbesondere bei Generika, immer nur „billig, billig, billig“ gesagt haben und keinen Blick für die Versorgungssicherheit hatten. Deshalb kommen die Arzneimittel aus China und Indien, und die Lieferketten sind nicht stabil. Deswegen müssen wir handeln.”
“Jetzt die Kommission dafür zu kritisieren, dass sie einen Riesenschritt in Richtung Technologieneutralität und Entlastung für die Wirtschaft macht, finde ich nicht fair. Aber meine Hauptbotschaft geht an die Rechten, die Russland-, die Fossilfreunde in diesem Parlament.”
“Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich bedanken – bedanken bei Ursula von der Leyen und Wopke Hoekstra, dass sie den Forderungen der EVP nachgekommen sind. Und ich finde, hier im Saal ist zu viel Gemecker und zu viel Besserwisserei.”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Über das, was nicht gut gelaufen ist, ist ausreichend gesprochen worden – ich möchte über das reden, was Hoffnung macht. Trump ist ausgestiegen, ja. Aber niemand von den 200 anderen Ländern ist ihm gefolgt, auch nicht Javier Milei in Argentinien.”
“Russland vertritt das fossile Modell, und die Russenfreunde hier im Parlament auch. Aber an unserer Seite stehen die Lateinamerikaner, und es ist eine Chance, wenn wir mit Lateinamerika weiter diese Agenda betreiben. Zum Schluss zwei wichtige Aussagen.”
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“Es waren die Mitgliedstaaten, die bei der Beschaffung von Arzneimitteln, insbesondere bei Generika, immer nur „billig, billig, billig“ gesagt haben und keinen Blick für die Versorgungssicherheit hatten. Deshalb kommen die Arzneimittel aus China und Indien, und die Lieferketten sind nicht stabil. Deswegen müssen wir handeln. Einzelne Mitgliedstaaten wie mein eigener haben das versucht, aber das muss Europa machen. Wir brauchen das ganz klare Signal: Wer in Europa investiert, bekommt eine bessere Vergütung als der, der in China oder Indien produziert. Wir brauchen die Marktmacht von 450 Millionen Menschen in Europa. Das ist auch ein Signal an die Nationalisten: Die Mitgliedstaaten haben das Problem verdaddelt, Europa muss es lösen. 1-0112-0000”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass Menschen immer wieder in der Apotheke oder beim Arzt hören, „Medikament nicht verfügbar“, ist ein Skandal. Beim Arbeitseinsatz in der Kinderklinik, in der ich früher Vollzeit gearbeitet habe, habe ich selbst gesehen, dass Kinder nur deshalb stationär in der Klinik sein müssen, weil wir keinen Antibiotikasaft haben. Deswegen müssen wir handeln. Wir brauchen schnellere Genehmigungen von Produktionsstätten. Dazu gehört es auch, bestehende Gesetze zu überprüfen. Und wir brauchen finanzielle Unterstützung, wenn Firmen sich bereit erklären, in Europa zu produzieren. Das Entscheidende ist aber, dass wir den Fehler der Vergangenheit, den die Mitgliedstaaten gemacht haben, korrigieren. Die EU hat dieses Problem nicht verursacht.”
“Wir können ihn verbessern, gerade beim grünen Stahl, das muss vorher kommen, aber wir müssen Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit unter einen Hut bringen. 2-0442-0000”
“Jetzt die Kommission dafür zu kritisieren, dass sie einen Riesenschritt in Richtung Technologieneutralität und Entlastung für die Wirtschaft macht, finde ich nicht fair. Aber meine Hauptbotschaft geht an die Rechten, die Russland-, die Fossilfreunde in diesem Parlament. Man muss schon ziemlich weit von der Wahrheit entfernt sein, wenn man die Regelung zu CO2-Pkw für alles verantwortlich macht, was in der deutschen, europäischen Automobilindustrie falsch läuft. Dass die Chinesen ihre eigenen Autos bauen, liegt nicht an der EU. Dass die Firmen selber schwere Fehler gemacht haben bis zu strafbarem Verhalten, liegt nicht an der EU. Und Donald Trump, Ihr Freund, macht uns das Leben schwer. Das liegt nicht an der Europäischen Union. Ich finde, der Vorschlag ist eine gute Basis.”
“Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich bedanken – bedanken bei Ursula von der Leyen und Wopke Hoekstra, dass sie den Forderungen der EVP nachgekommen sind. Und ich finde, hier im Saal ist zu viel Gemecker und zu viel Besserwisserei. Die Grünen sind nicht mehr da, aber man kann es ihnen ja berichten: Ich bin skeptisch, wenn grüne Abgeordnete besser wissen, was für die Industrie gut ist, als die Industrie selber. Da bin ich skeptisch. Ich frage Michael Bloss, ob er seine Rede eigentlich mit dem Ministerpräsidenten abgestimmt hat, der im Wesentlichen für den Vorschlag ist. Die FDP-Kollegen: Meckern ist einfach, aber Herr Wissing wurde abgefeiert für einen Erwägungsgrund zum Thema E-Fuels, der bis heute keine Wirkung entfaltet hat.”
“Es ist gegenüber unseren Kindern und Enkelkindern nicht verantwortbar, dass wir einfach aufhören mit dem Klimaschutz. 4-0070-0000”
“Russland vertritt das fossile Modell, und die Russenfreunde hier im Parlament auch. Aber an unserer Seite stehen die Lateinamerikaner, und es ist eine Chance, wenn wir mit Lateinamerika weiter diese Agenda betreiben. Zum Schluss zwei wichtige Aussagen. Erstens, an die Grünen und an die Linken: Nicht jede Vereinfachung, nicht jede Entbürokratisierung bedeutet Abstriche beim Klimaschutz. Papierkram ist kein Klimaschutz! Wir wollen die Ziele beibehalten, aber wenn uns andere folgen sollen, müssen wir pragmatischer in der Umsetzung werden. Das Zweite, an die Rechten – und, leider, Sascha Vondra, bei aller persönlichen Wertschätzung, ich muss auch dich jetzt attackieren –: Die, die sagen, Europa hat keine Verbündeten, die reden wie der Blinde von der Farbe. Vor allen Dingen: Wo ist denn die Alternative?”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Über das, was nicht gut gelaufen ist, ist ausreichend gesprochen worden – ich möchte über das reden, was Hoffnung macht. Trump ist ausgestiegen, ja. Aber niemand von den 200 anderen Ländern ist ihm gefolgt, auch nicht Javier Milei in Argentinien. Das hat sehr viel damit zu tun, dass die Europäische Kommission, auch Ursula von der Leyen, dafür gesorgt hat, dass beim Mercosur das Pariser Klimaabkommen eine Basis ist. Wer aus Paris aussteigt, der ist raus beim Mercosur. Der Mercosur ist gut für den Klimaschutz, er hält den Prozess auf der Schiene. Es gab viel Unterstützung für unsere Agenda, auch für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, zum Beispiel aus Lateinamerika. Und das offene Zerwürfnis zwischen Russland und Lateinamerika am letzten Tag, das lässt hoffen.”
“Alexandr Vondra, vielleicht wäre der Text noch besser, wenn deine Fraktion da mal dabei geblieben wäre und mitverhandelt hätte. Hinterher meckern ist nicht konstruktive Politik. Also bitte an den Tisch, dann wird er auch noch besser. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Pariser Klimaabkommen lebt. Nur die USA sind ausgeschieden. Auch Argentinien ist weiter drin, auch weil die Kommission – Ursula von der Leyen, Wopke und andere – darauf bestanden haben: Mercosur gibt es nur, wenn das Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten wird. Das Problem, das wir haben, ist mit den zukünftigen Zielen für 2035 und 2040. Viele bei uns in der Fraktion – ich auch – tun sich schwer mit den 90 Prozent. Aber wir brauchen jetzt schnell einen NDC. Und in der Entschließung steht, dass das am oberen Ende der Range sein muss. Und die EVP wird das unterstützen.”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Klimaschutz bleibt eine Priorität. Trotz aller Krisen sind wir es unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, dass wir uns um das Thema kümmern. Aber wir müssen stärker darauf achten, dass wir wirklich Vorbild sind für andere in der Welt. Denn nur weltweit kann erfolgreicher Klimaschutz gewinnen. Wir sollten an den Zielen festhalten, die wir bereits beschlossen haben. Aber wir müssen unsere Politik ändern: Wir müssen technologieneutral werden. Wir müssen flexibler werden, pragmatischer, Industrie und Menschen besser mitnehmen, als das bisher gelungen ist. Und dann geht eben nicht alles auf einmal. Da müssen manche Dinge, die nichts mit Klimaschutz zu tun haben, vielleicht auch mal zurückstehen in der Umweltpolitik. Der Text ist gut.”
“Machen wir endlich eine Regelung zur Technologieneutralität und zur Klimaneutralität. Dann ist das Thema weg, und wir können uns auf die wirklichen Probleme konzentrieren. 3-0211-0000”
“Weder die Managementfehler von VW noch die Fehler der Ampelregierung in Deutschland – Streichung von Unterstützung über Nacht – noch, dass die Chinesen einfach jetzt eine eigene Autoindustrie haben und nicht mehr europäische Autos kaufen, kann man doch der Europäischen Union und unserer Gesetzgebung in die Schuhe schieben. Deswegen müssen wir dieses leidige Thema endlich aus der Welt schaffen. Die Leute sind genervt von endlosen Kontroversen. Wir wollen Technologieneutralität, aber wir wollen auch Klimaneutralität. Und das geht! Den Partnern in Berlin, den Koalitionsparteien rufe ich zu: Einigt euch! Die Leute sind genervt von dem Streit. Und uns rufe ich zu – allen Fraktionen, vor allen Dingen denen in der Mitte: Einigen wir uns, die Leute sind genervt von unserem Streit!”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Einige tun so, als sei das Verbrennerverbot der Kern der europäischen Klimapolitik. Das stimmt nicht. Nein, nein, nein, das stimmt nicht. Allein der Emissionshandel bringt 25 Mal so viel. Selbst wenn wir die CO2-Gesetzgebung für Pkw komplett abschaffen würden, dann wäre das nur ein geringer Teil. Aber ich will sie gar nicht komplett abschaffen. Ich will Technologieneutralität, und dann hat das überhaupt keinen Einfluss auf das Erreichen unserer Klimaziele. Aber auch die andere Seite hat unrecht. Es ist nicht so, dass die Krise der europäischen Autoindustrie total oder auch nur hauptsächlich durch europäische Gesetzgebung bedingt ist.”
“Natürlich müssen wir über den Klimawandel reden, aber das darf nicht unser erster Satz sein, wenn wir konkrete Opfer sehen. Ich kann auch nicht als Arzt zu einem Patienten mit Herzinfarkt kommen und sagen: Vor allen Dingen musst du deine Ernährung umstellen. Konkrete Hilfe steht an allererster Stelle – das muss auch politisch klar sein. Wenn wir über Klimaschutz reden, dann sollten wir sehr viel stärker als bisher über die internationale Dimension reden. Ich habe manchmal den Eindruck, als ob die Frage „Klimaziel für 2040: 90 Prozent“ das globale Klima alleine rettet. Wir reden viel zu wenig über die Vorbereitung von Belém, und, Frau Ratspräsidentin, wir reden zu wenig über das Ziel für 2035. Das, was da diskutiert wird mit maximal 72,5 Prozent, das ist mir zu wenig; darauf sollten wir uns stärker konzentrieren.”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Zunächst einmal möchte ich – auch im Namen der gesamten EVP-Fraktion – den Opfern in allen Ländern Mitgefühl und Solidarität ausdrücken. Als Zweites ein großes Dankeschön an die Helferinnen und Helfer, auch und gerade die, die über rescEU außerhalb ihres Heimatlandes geholfen haben. Als Drittes möchte ich die Mitgliedstaaten auffordern, das Thema rescEU noch ernster zu nehmen, und zwar als Geber und als Empfänger. Mein eigenes Mitgliedsland war immer kritisch, und ich bin sehr dankbar, dass im letzten Jahr, als in Sachsen-Anhalt ein Waldbrand war, Minister Sven Schulze Hilfe aus der EU angefordert hat und dass die auch kam, obwohl Deutschland lange skeptisch war. Ich glaube, auch in Spanien hätte die Hilfe schneller angefordert werden können in diesem Sommer. Als Letztes: Klimawandel.”
“Wir sollten PFAS verbieten, wo immer es Alternativen gibt. Aber wir haben essenzielle Anwendungen. Das gilt für Wasserstoff, für die Energiewende, das gilt für Medizinprodukte, Impfstoffe. Deswegen darf es kein Pauschalverbot geben. Und wir müssen auch bei der kommunalen Abwasserrichtlinie noch einmal hinschauen. Wir wollen Arzneimittelproduktion in Europa wieder stärken, belasten aber hier einseitig eine Industrie, die wir doch brauchen, und da bitten wir die Kommission, noch einmal nachzurechnen. Last, but not least: Als CDU‑Abgeordneter aus der Region von Friedrich Merz habe ich heute sehr viel Grund zu feiern. Aber als Arzt sage ich jedem: Zu jedem Glas Wein und zu jedem Glas Bier gehört ein Glas Wasser, am besten europäisches Trinkwasser. 2-0424-0000”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wasser ist Leben, und Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Und wir sollten in der Debatte über die Schwierigkeiten nicht vergessen, dass auch Trinkwasser das am besten kontrollierte Lebensmittel ist. Es ist sogar stärker kontrolliert als Mineralwasser, und die Grenzwerte sind strenger. Es schont auch die Umwelt, wenn wir Trinkwasser trinken und nicht Wasser aus Flaschen. Wir haben einige Herausforderungen: Dazu gehören PFAS, die sogenannten Ewigkeitschemikalien. Ich musste selbst erleben, dass in meinem Wahlkreis in der Ruhr Werte festgestellt wurden, die dazu geführt haben, dass man nicht mehr fischen durfte, dass Eltern das Wasser nicht an die Kinder geben durften. Und da muss man natürlich einschreiten. In dem Fall war es eine kriminelle Aktion.”
“Aber wir brauchen sofort gezielte Förderung, gezielte Förderung auch für Menschen mit mittlerem und niedrigem Einkommen. Ich begrüße Ihre Idee zum Leasing, aber Sie sollten weiter gehen. Erstens sprechen Sie nur vom Klimasozialfonds: Die nationalen Einnahmen aus dem ETS2 sind sehr viel größer als der Klimasozialfonds. Und bitte reden Sie mit der Europäischen Investitionsbank, damit wir diese Förderung auch sofort machen können und nicht erst 2027, wenn das ETS eingeführt wird. Mein letztes Wort gilt dem Pooling. Als wir das eingeführt haben, war das ein Instrument, um der europäischen Industrie Flexibilität zu geben. Wenn wir es jetzt so machen, wie es im Gesetz steht, und Ihren Vorschlag nicht annehmen, führt das dazu, dass Geld nach China und nach Tesla geht. Auch deswegen ist es wichtig, dass wir Ihren Vorschlag schnell annehmen.”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Beschäftigten in der Autoindustrie und bei den Zulieferern machen sich Sorgen. Eine Schlüsselindustrie in der Europäischen Union ist in einer schweren Krise. Die Hauptverantwortung dafür tragen die nationalen Regierungen, die zum Beispiel wie in Deutschland über Nacht die Förderung eingestellt haben, und natürlich auch die Unternehmen, die schwere Managementfehler begangen haben. Trotzdem begrüße ich Ihren Pragmatismus, Herr Kommissar. Wir müssen jetzt flexibel sein bei dem 2025‑Ziel – das ist zwar nicht überambitioniert, aber es ist eben im Moment wichtig, eine Entlastung zu geben und keine Strafzahlungen für die Industrie. In einem zweiten Schritt brauchen wir so schnell wie möglich Technologieneutralität – das Verbrennerverbot muss weg.”
“Deswegen ist es so gut, dass die Kommission im Clean Industrial Deal gesagt hat: Wir brauchen mehr Strom, und wir brauchen günstigeren Strom. Strom ist die Energie der Transformation, und Strom ist auch die Energie, die uns unabhängig von Russland und anderen problematischen Lieferanten macht. Deswegen bitte mit massiver Kraft all diese Elemente umsetzen. Wir brauchen Verfahrensbeschleunigung. Der Chef eines großen Stahlwerks hat mir gesagt, er will dekarbonisieren, aber er braucht 50 Genehmigungen von ganz vielen verschiedenen Behörden. Deswegen muss auch das, was Christian Ehler angefangen hat in der letzten Periode – Net Zero Industrial Deal –, jetzt vollbracht werden, nicht nur für Batterien, sondern auch für Stahlwerke. 2-0479-0000”
“Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist extrem wichtig, dass wir jetzt nicht über weitere Auflagen an die Industrie sprechen, sondern dass wir sogar gezielt Auflagen reduzieren. Wenn etwas wichtig ist, zum Beispiel, wenn man nicht will, dass die Hose runter rutscht, dann kann man auch doppelte Sicherungen einbauen – Hosenträger und Gürtel. Aber wir haben so viele, so eng geschnallte Gürtel, dass die Industrie keine Luft mehr hat zum Atmen. Deswegen bin ich dafür, dass wir den Rahmen behalten, aber diese engen Gürtel lockern. Deswegen ist es gut, dass auch der Omnibus am gleichen Tag beschlossen wurde. Wir brauchen Energie. Wenn jemand Leistungen erbringen soll und die Transformation ist eine riesige Leistung, dann braucht er keine eng geschnallten Gürtel, sondern Energie.”
“Das halte ich für richtig, und ich würde mich freuen, wenn Sozialdemokraten und Grüne bei den anderen Themen genauso konstruktiv auf den Kommissionsvorschlag reagieren würden wie bei CBAM. 1-0109-0000”
“1-0108-0000 Peter Liese (PPE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – (Beginn der Antwort bei ausgeschaltetem Mikrofon) Deswegen habe ich verstanden, was Sie gesagt haben, Frau Kollegin, aber Ihre Anschuldigung in der Sache habe ich nicht verstanden. Ich habe gerade dort mit Mohammed Chahim, dem S&D‑Berichterstatter für CBAM, geredet, und ich rede natürlich auch mit den Kolleginnen und Kollegen der Grünen, und ich rede auch mit den Kolleginnen und Kollegen von Renew. Ich bin mir sicher, dass wir bei CBAM eine Mehrheit finden, die sehr breit ist und die die proeuropäischen Kräfte – mindestens einmal die von der Leyen‑Koalition – umfasst.”
“– Monsieur Liese, merci de votre intervention. Nous écoutons depuis tout à l’heure les intervenants du PPE, qui nous expliquent qu’ils sont prêts à travailler avec tous les groupes démocratiques du Parlement européen. Pourtant, le PPE n’a pas répondu présent à l’appel quand il s’est agi de s’asseoir ensemble pour regarder ce qui pouvait être fait pour simplifier la vie des entreprises tout en maintenant un haut niveau d’ambition sociale et environnementale. Nous n’avons eu de cesse, avec mes collègues de gauche et, d’ailleurs, du centre, de demander aux représentants du Parti populaire européen ce que vous comptiez faire sur ce texte. Je vous le redemande donc: comptez-vous discuter avec nous, les groupes démocratiques, ou comptez-vous soutenir les amendements de suppression de l’extrême droite, voire en déposer vous-mêmes?”
“Wir brauchen einen Grenzausgleichsmechanismus, um unsere Unternehmen, die sich auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht haben, vor billigen, dreckigen Importen zu schützen. Das ist nötig. Aber wenn ein Mittelständler ein Paket Schrauben bestellt, dann brauchen wir doch keine Berichtspflichten für den. Oder ein 16-jähriger Jugendlicher, der ein Ersatzteil für sein Moped bestellt hat und dann einen Fragebogen zu CBAM zugeschickt bekommt – das ist doch absurd! Wir müssen uns auf die großen Mengen konzentrieren. Das macht der Kommissionsvorschlag. Deswegen sollten wir diesen Vorschlag so schnell wie möglich annehmen, Vereinfachung einfach mal machen. (Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 1-0107-0000 Marie Toussaint (Verts/ALE), question «carton bleu».”
“Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Unternehmen und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger ächzen unter übertriebener Bürokratie. Ein Unternehmensvertreter aus meinem Wahlkreis hat mir kürzlich erzählt anlässlich des Omnibus, er ist für Nachhaltigkeit zuständig in dem Betrieb, aber er kommt überhaupt nicht mehr dazu, Energieeffizienzprojekte zu planen, weil er den ganzen Tag Berichte für die Europäische Union ausfüllen muss. Das kann doch nicht der Sinn unserer Gesetzgebung sein, dass Papierkram vor wirklichem Umweltschutz steht. Deswegen unterstütze ich die Vorschläge der Europäischen Kommission. Ich möchte noch einmal ganz besonders, weil der Umweltausschuss da federführend ist, die Vorschläge für CBAM unterstützen.”
“Wir müssen Bürokratie abschaffen, wir müssen technologieneutral werden. Wir müssen Klimaschutz mit den Menschen machen und nicht gegen die Menschen, mit der Wirtschaft und nicht gegen die Wirtschaft. Deswegen gehört das zusammen: Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie, aber weiter Klimaschutz gemeinsam mit der großen Mehrheit der Staaten auf der Welt, die an diesem Ziel festhalten. 3-0365-0000”
“Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ist eine Katastrophe. Ich fürchte leider, dass wir vor allem durch diesen Ausstieg das 1,5-Grad-Ziel auf Dauer nicht erreichen können. Das heißt für mich aber auf gar keinen Fall, dass wir aufgeben sollten. Jedes Zehntelgrad Erderwärmung, das wir gemeinsam global verhindern, ist wichtig. Das Pariser Abkommen spricht ja von unter zwei Grad – well below two degrees – und ich glaube, das können wir schaffen. Wenn wir uns mal an Trump I erinnern: In der Zeit von Trump I hat die EU Klimaneutralität beschlossen, und viele Staaten auf der Welt sind uns gefolgt. Also ich glaube, wir sollten nicht aufgeben. Aber wir müssen besser werden. Wir müssen weniger Bürokratie in Europa haben.”
“Nur: Wir haben so viele Gürtel mittlerweile und so viele Gürtel, die so eng geschnallt sind, dass die Wirtschaft und die Menschen keine Luft mehr zum Atmen haben. Deswegen müssen wir lockern. Wir müssen lockern und uns auf das konzentrieren, was wirklich nötig ist. Deswegen unterstütze ich das Festhalten an den Klimazielen, das Festhalten am Kern des Green Deal – aber massiven Bürokratieabbau und einen stärkeren Fokus auf die Wettbewerbsfähigkeit. 3-0235-0000”
“Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist richtig, dass die Kommission ihre Politik stärker an Wettbewerbsfähigkeit ausrichtet und dass wir konkret Bürokratie abbauen. Das heißt nicht, dass wir in der letzten Periode alles falsch gemacht haben. Vieles war richtig, und ich kämpfe dafür, dass wir den Kern des Green Deal erhalten, insbesondere die Klimaziele. Aber wir müssen Ballast abwerfen. Wenn etwas sehr wichtig ist, dann kann man auch doppelte Sicherungen einbauen, also zum Beispiel Gürtel und Hosenträger. Aber was wir gemacht haben, ist nicht nur Gürtel und Hosenträger, verschiedene Systeme, um die Klimaziele zu erreichen. Als das Wichtigste sehe ich nach wie vor das EHS an, aber man kann auch zusätzliche Maßnahmen beschließen.”