Angelika Winzig
Member of the European Parliament · PPE · AT
“Und wie stellen wir sicher, dass Europa bereits jetzt über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, Risiken zu bewerten und gleichzeitig Innovationen zu ermöglichen? Zweitens: Der Entwurf reagiert auf die Abhängigkeit von außereuropäischen KI-Modellen.”
“Herr Präsident, Frau Kommissarin! Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für unsere Cybersecurity und damit auch für Europas Wettbewerbsfähigkeit, für Europas Souveränität und Resilienz.”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Der Schutz finanzieller Interessen der Europäischen Union ist keine technische Frage, es ist vor allem eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft, aber auch der politischen Glaubwürdigkeit.”
“Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! Europa ist ein Kontinent der Sparer, jedoch leider zurzeit kein Kontinent für Investoren. Viele Menschen setzen bewusst auf Sicherheit, und das gibt ein enormes Potenzial. Rund 10 Billionen Euro liegen zurzeit in Bankeinlagen, das uns zur Finanzierung für Wachstum sehr gut tun würde.”
“Das bedeutet erstens: weniger Bürokratie, aber dafür bessere, risikobasierte Kontrollen. Unternehmen und Fördernehmer dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sondern wir müssen dorthin schauen, wo das Risiko tatsächlich hoch ist.”
“Auch die sogenannten Finfluencer müssen sich an Regeln halten. Es kann nicht sein, dass bei Banken alles streng kontrolliert wird und bei Anlageempfehlungen von Finfluencern eigentlich gar nichts kontrolliert wird. Wichtig ist, dass wir weniger Bürokratie in Zukunft haben, Verantwortung im digitalen Raum.”
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“Und wie stellen wir sicher, dass Europa bereits jetzt über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, Risiken zu bewerten und gleichzeitig Innovationen zu ermöglichen? Zweitens: Der Entwurf reagiert auf die Abhängigkeit von außereuropäischen KI-Modellen. Reicht ein europäischer Blueprint aus, oder braucht Europa nicht vor allem eigene leistungsfähige KI‑Modelle und Rechenkapazitäten? Und gerade die KMU liegen mir sehr am Herzen, sie verfügen aber nicht über große Rechenzentren oder über große Budgets. Wie werden wir sicherstellen, dass auch KMU einfachen Zugang zu vertrauenswürdigen europäischen KI‑Sicherheitslösungen erhalten? Für mich ist klar: Digitale Souveränität entsteht nicht nur durch Ankündigung, sondern vor allem durch Geschwindigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. 2-0329-0000”
“Herr Präsident, Frau Kommissarin! Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Faktor für unsere Cybersecurity und damit auch für Europas Wettbewerbsfähigkeit, für Europas Souveränität und Resilienz. Wichtig, dass die Kommission nun einen Aktionsplan vorgelegt hat, denn eines ist klar: Europa darf bei den sogenannten Frontier‑KI‑Modellen nicht dauerhaft von Entscheidungen in anderen Drittstaaten abhängig sein. Wenn der Zugang zu kritischen KI‑Modellen von heute auf morgen eingeschränkt werden kann, dann ist das nicht nur ein technologisches Problem, es ist vor allem ein Sicherheitsproblem für Europa. Daher habe ich auch einige Fragen an Sie: Ist eine europäische Evaluierungsstelle ab 2027 nicht zu spät? Technologische Entwicklung wartet nicht auf unsere EU‑Zeitpläne.”
“Auch die sogenannten Finfluencer müssen sich an Regeln halten. Es kann nicht sein, dass bei Banken alles streng kontrolliert wird und bei Anlageempfehlungen von Finfluencern eigentlich gar nichts kontrolliert wird. Wichtig ist, dass wir weniger Bürokratie in Zukunft haben, Verantwortung im digitalen Raum. Ich glaube, das ist der richtige Weg für eine starke Wettbewerbsfähigkeit Europäischen Union. 1-0199-0000”
“Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! Europa ist ein Kontinent der Sparer, jedoch leider zurzeit kein Kontinent für Investoren. Viele Menschen setzen bewusst auf Sicherheit, und das gibt ein enormes Potenzial. Rund 10 Billionen Euro liegen zurzeit in Bankeinlagen, das uns zur Finanzierung für Wachstum sehr gut tun würde. Finanzierung ist kein Nebenthema, sondern könnte in wirtschaftspolitischen auch Zeiten ein Hebel sein – vor allem aber auch für junge Menschen. Junge Menschen informieren sich anders: Sie gehen ins Internet, sie suchen versteckte Werbung, sie schauen sich Desinformationen an, und darum ist Finanzbildung der wichtigste Schutz. Wer versteht, wie Märkte funktionieren, wer Risiko einschätzen kann, trifft bessere Entscheidungen und wird auch nicht so leicht zum Opfer.”
“Das bedeutet erstens: weniger Bürokratie, aber dafür bessere, risikobasierte Kontrollen. Unternehmen und Fördernehmer dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sondern wir müssen dorthin schauen, wo das Risiko tatsächlich hoch ist. Zweitens: Digitalisierung als Chance nutzen, denn Datenanalysen können helfen, Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen und somit Verfahren effizienter zu gestalten. Und drittens: klare Konsequenzen beim Missbrauch. Wer EU-Gelder vorsätzlich falsch verwendet, muss spürbar zur Verantwortung gezogen werden. Um es frei gemäß der österreichischen Legende Niki Lauda zu formulieren: Wir haben nichts zu verschenken. 1-0171-0000”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Der Schutz finanzieller Interessen der Europäischen Union ist keine technische Frage, es ist vor allem eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft, aber auch der politischen Glaubwürdigkeit. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Kosten, besonders für Unternehmen, müssen wir besonders sorgfältig darauf schauen, wie wir mit unserem Steuergeld umgehen. Denn jeder Missbrauch schadet nicht nur dem Budget, er schadet vor allem auch unserer Glaubwürdigkeit bei den Unternehmen, aber auch in der Bevölkerung. Im Bericht sehen wir deutlich: Betrug wird komplexer, internationaler und vor allem professionell organisiert. Und auch wenn unsere Kontrollmechanismen immer besser werden, wir brauchen einen Zugang, der Betrugsbekämpfung und wirtschaftliche Effizienz zusammendenkt.”
“Drittens haben wir eine europäische Lösung gefunden, die lokale Besonderheiten respektiert, statt Einheitslösungen zu erzwingen. Damit sagen wir Ja zur Kooperation, aber Nein zu einer schleichenden Schuldengemeinschaft. Wir machen Europa krisensicher, ohne die Stabilität unserer bewährten nationalen Säulen zu opfern. Das ist ein guter Kompromiss für die Bevölkerung und auch für die Wirtschaft. 1-0240-0000”
“Frau Präsidentin, Frau Kommissarin! Morgen schließen wir ein wichtiges Kapitel für die europäische Bankenunion ab. Das Ziel der CMDI-Reform war von Anfang an klar: Wir wollen den Steuerzahler schützen und die Finanzstabilität sichern. Für mich war dabei eines entscheidend, nämlich die Verhältnismäßigkeit. Wir haben erfolgreich verhindert, dass bewährte nationale Sicherheitssysteme, wie wir sie gerade bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben, durch die Hintertür ausgehöhlt werden. Meine Bilanz ist daher positiv: Erstens haben wir einen Schutz der Sparer erreicht und stärken so das Vertrauen in den Binnenmarkt. Zweitens betonen wir Eigenverantwortung. Im Krisenfall haften zuerst die Banken selbst und nicht der Bürger.”
“Herr Präsident, sehr geehrter Herr Kommissar! Ja, ich begrüße, dass die Kommission mit diesem Energiepaket zentrale Prioritäten aus dem Clean Industrial Deal und dem Affordable Energy Action Plan umsetzt. Ja, Herr Kommissar, ich hoffe, Sie arbeiten schon an der Energieunion, weil ich glaube, wir werden sie schnell brauchen – wohlgemerkt für Österreich ohne Atomkraft. Unsere Netze zu modernisieren kostet weiterhin sehr viel Geld. Daher müssen wir in der Clean-Energy-Investment-Strategie wie geplant sowohl öffentliches als auch privates Kapital so schnell wie möglich mobilisieren. Leider sind die Kollegen auf der rechten Hälfte nicht mehr da. Aber ich kann ihnen aus eigener Erfahrung sagen: Ich bin seit einem Jahr zu 95 Prozent energieautark, und die Rechten brauchen nicht so zu tun, als wäre das eine Wissenschaft.”
“Das Europäische Semester darf aber nicht zur Sammlung politischer Wünsche werden, sondern muss den Fokus auf echte Reformen setzen. Wir haben in der letzten Legislaturperiode die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe schwer vernachlässigt und bekommen jetzt die Rechnung präsentiert: keine bis minimalistische Wachstumsraten, hohe Energiekosten, starker technologischer Wettbewerb. Und als wäre es nicht genug, kommt auch noch ein spannungsgeladenes geopolitisches Umfeld dazu. Jetzt gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Denn eines ist klar: Nur eine starke Wirtschaft kann auch ein soziales Europa sichern. 2-0245-0000”
“Frau Präsidentin! Zunächst einmal ein Dankeschön an unsere Berichterstatterin – es war eine sehr konstruktive Arbeit. Ja, das Europäische Semester ist der Moment im Jahr, an dem wir ehrlich auf Europas Wirtschaft blicken. Wo stehen unsere Mitgliedstaaten? Wo braucht es Reformen, und wo müssen wir stärker investieren, um wettbewerbsfähig zu sein oder zu bleiben? Für mich ist klar: Solide öffentliche Finanzen, Strukturreformen und Zukunftsinvestitionen gehören zusammen. Genau dafür ist das Europäische Semester ein zentrales Instrument. Denn die Herausforderungen sind real: Europas Bevölkerung altert, und das hat direkte wirtschaftliche Folgen. Fachkräfte werden zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor für unseren Kontinent. Darüber hinaus braucht es Rahmenbedingungen, die Innovationen ermöglichen und somit Unternehmen in Europa halten.”
“Meine Frage ist: Sie haben gesagt, wir müssen uns überlegen, wie wir das finanzieren – den Netzumbau. Das ist ja eine richtige und wichtige Frage, die ja auch, sage ich mal, von breiten Teilen der Bevölkerung immer wieder gestellt wird, wenn es um solche größeren Vorhaben geht. Was wären denn Ihre Gedanken dazu, wie genau wir das finanzieren bzw. wer genau das finanziert? 3-0290-0000 Angelika Winzig (PPE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Ich glaube, dass wir da zurückgreifen und schauen müssen, wie wir das da unterbringen. Denn 300 Milliarden so schnell aus der Tasche zu holen, das wird, glaube ich, nicht möglich sein. Aber wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten, kommen wir da glaube ich gut voran. 3-0291-0000”
“Es bedarf Planbarkeit, der Möglichkeit, Geschäftsmodelle zu erweitern und zu skalieren, aber auch vor allem weniger Markteingriffe. Als Berichterstatterin der Roaming Regulation habe ich mich für ein bürgerfreundliches Europa eingesetzt, als Schattenberichterstatterin beim Gigabit Act für ein ausbaufreundliches Europa und jetzt werde ich mich natürlich auch stark für ein innovationsfreundliches Europa einsetzen. (Die Rednerin ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 3-0289-0000 Lukas Sieper (NI), Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Vielen Dank, Frau Kollegin, dass Sie die blaue Karte akzeptiert haben. Und einfach, weil ich es bis gerade noch nicht wusste – aus der Sicht meines studentischen Ichs, das durch Europa gereist ist, auch vielen Dank für die Roaminggesetzgebung.”
“Frau Präsidentin, Frau Exekutiv-Vizepräsidentin! Der DNA zielt darauf ab, Hochgeschwindigkeitsnetze zu forcieren, den fragmentierten Binnenmarkt zu vollenden und die Sicherheit der digitalen Infrastruktur zu stärken. Digitale Netze sind die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, industrielle Stärke und strategische Autonomie. Und natürlich ist es klar, wenn wir 27 verschiedene Regulierungsrahmen haben, dass wir einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber den USA und Asien haben. Darum ist es höchst an der Zeit, ein innovationsfreundliches Klima und Umfeld zu schaffen. Natürlich kosten diese Netze Geld, und wir reden auch hier von 300 Milliarden EUR pro Jahr und da müssen wir uns auch einmal überlegen, wie wir das finanzieren können.”
“Gerade deshalb ist es wichtig, populistischen Falschbehauptungen entgegenzutreten. Immer wieder wird behauptet, der digitale Euro würde in Zukunft das Bargeld ersetzen. Fakt ist: Der digitale Euro eröffnet neue, innovative Wege im Zahlungsverkehr. In Europa werden netto zwei Billionen Euro im Jahr per US-Kreditkarten bezahlt. Dadurch werden der europäischen Wirtschaft Milliardenbeträge entzogen – Geld, das wir jetzt gut brauchen könnten. Der digitale Euro und Bargeld schließen sich nicht aus. Nein, sie ergänzen sich. Und wie gesagt: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. 3-0556-0000”
“Herr Präsident, Kommissarin! Bargeld ist und bleibt das Fundament unseres Zahlungsverkehrs. Gerade ältere Menschen und jene, die mit digitalen Systemen wenig vertraut sind, dürfen wir auf keinen Fall außer Acht lassen. Wir wissen außerdem: Bargeld ist nicht nur Tradition, es ist auch wirtschaftlich relevant. 62 % aller Transaktionen in Österreich werden nach wie vor mit Bargeld abgewickelt. Da glaubt ja wohl niemand, dass wir das ändern wollen. Diese unmittelbaren Bargeldzahlungen halten den Geldfluss im Land und unterstützen vor allem kleinere Betriebe, die oft die Infrastruktur zur Annahme von Kartenzahlungen nicht haben. Gleichzeitig müssen wir aber auch den Mut haben, über neue und alternative Formen des Zahlungsverkehrs zu sprechen. Die Welt verändert sich, und Europa muss hier Schritt halten.”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar! InvestEU unterstützt die Finanzierung von Unternehmen und hilft somit auch etwas mit gegen unsere derzeitige Wirtschaftskrise. Mit den Änderungen schaffen wir nun den Rahmen, um bis zu 55 Milliarden an zusätzlichen privaten Investitionen zu lukrieren. Und wir kennen ja das schon von verschiedenen anderen Ländern. Insbesondere auch durch das Bündeln von Altprogrammen in InvestEU sorgen wir dafür, dass vorhandene Mittel dort wirken, wo sie auch gebraucht werden. Gerade kleinere Projekte unter 300 000 EUR sind oft der Ursprung großer Investitionen – aber nur, wenn wir sie nicht wieder mit regulatorischem Aufwand belasten. Die Reduzierung der Berichtspflichten für dieses Projekt ist deshalb ein ganz wichtiger Schritt. Ersticken wir daher nicht den Unternehmergeist im Bürokratiedickicht.”
“Herr Präsident, Herr Kommissar, Kolleginnen und Kollegen! Der Ausstieg Europas aus russischem Gas und Öl ist mehr als eine energiepolitische Entscheidung. Er ist eine moralische Notwendigkeit. Versorgungssicherheit und Preisstabilität werden natürlich jetzt in den Mittelpunkt treten, denn wir werden nicht länger Ihren Krieg finanzieren, Herr Putin. Klar, Energieversorgungssicherheit muss natürlich gewährleistet sein, und Investitionen in erneuerbare Energie müssen ohne zusätzliche Bürokratie verstärkt angegangen werden. Leider ist die rechte Seite wieder nicht da, aber eine PV‑Anlage hat nichts mit Traumland zu tun. Das ist Realität heutzutage und ganz einfach. Ich wollte es ihnen zeigen, aber sie sind leider nicht mehr da. 3-0534-0000”
“Herr Präsident, Frau Kommissarin! Ich kann dem Kollegen nur recht geben. Ja, es ist kaum zu verstehen, dass ein so erfolgreiches und innovatives Unternehmen wie Google es nicht schaffen will, sich an europäische Regeln zu halten. Das ist ja wirklich lächerlich. Google ist in allen Stufen der digitalen Werbekette dominant. Das macht es für viele Werbetreibenden nahezu unmöglich, auf Augenhöhe zu kooperieren. Daher ist die Entscheidung der Kommission zu begrüßen, und es zeigt auch, dass unsere europäischen Instrumente stark, effektiv und durchsetzbar sein müssen. Die Kollegen von der rechten Seite sind leider nicht da. Sie haben immer nach mehr Konkurrenz in Europa geschrien, nach mehr Unternehmen. Es kann jeder jeden Tag ein Unternehmen gründen. Ich habe das vor 30 Jahren gemacht, und das könnten die Kollegen hier auch machen. 1-0131-0000”
“Sie muss bei den Betrieben ankommen – mit echten Entlastungen, klaren Regeln und weniger Aufwand. 3-0425-0000 Catch-the-eye procedure 3-0426-0000”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Zunächst einmal vielen Dank an unseren Berichterstatter, Herrn Hadjipantela. Die Vielzahl unterschiedlicher nationaler Steuergesetze innerhalb der EU erzeugt natürlich bei uns Unternehmerinnen und Unternehmern massive Mehrkosten. Allein 87 Prozent der EU-weiten Steuer‑Compliance‑Kosten von 204 Milliarden Euro treffen unsere kleinen und mittleren Betriebe. Diese Fragmentierung des Steuersystems führt zu Doppelbesteuerung, Rechtsunsicherheit und zu Wettbewerbsnachteilen. Auch Digitalisierung und Automatisierung der Steuerverwaltung ist europaweit höchst an der Zeit. Mit einfachen, stabilen Regeln werden Innovationen und Beschäftigung gefördert. Entbürokratisierung ist die Gunst der Stunde – das haben wir heute schon oft gehört. Aber es darf keine leere Worthülse sein.”
“In Ländern wie Österreich besteht eine funktionierende Sozialpartnerschaft mit Kollektivverträgen – wir haben das jetzt gerade gesehen bei den Metaller-Abschlüssen. Das hat gerade mal ein paar Stunden gedauert, da kamen unsere Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Einigung. Und daher glaube ich auch, dass die Rücksichtnahme auf nationale Besonderheiten der Märkte durch diese Harmonisierung verloren geht. Die Demokratie am Arbeitsplatz ist mir sehr wichtig, aber trotzdem kann ich dieser Vorlage nicht zustimmen. 3-0380-0000”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Als Unternehmerin ist mir der soziale Dialog sehr wichtig, und das europäische Modell steht ja dafür. Aber die Novellierung der Richtlinie, die seit den letzten Jahren eine verlässliche und praxistaugliche Grundlage war, kommt bei mir eben so an, dass hier etwas zerstört wird. Eine verpflichtende Konsultation vor unternehmerischen Entscheidungen schränkt die Handlungsfreiheit ein und verlangsamt Prozesse – gerade jetzt, wo wir in einer Situation sind, wo Schnelligkeit und Flexibilität bei Unternehmen sehr, sehr wichtig ist. Ebenso problematisch sehe ich die uneingeschränkte Kostenübernahme für Rechtsstreitigkeiten. Denn das fördert eher Konflikte statt Lösungen. Und auch das Subsidiaritätsprinzip ist mir hier zu wenig im Mittelpunkt.”
“Herr Präsident, Frau Kommissarin! Einerseits sind wir mit Indien seit 2004 strategische Partner, aber andererseits haben wir auch klare Meinungsverschiedenheiten, ob es um den Erwerb von russischem Erdöl geht, aber auch um die gemeinsamen Militärübungen mit Belarus und Russland. Da sich unsere Welt aber in einem tiefgreifenden geopolitischen Wandel befindet, braucht Europa strategische Partnerschaften mit Ländern, die für Wettbewerb und Innovation stehen. Indien hat mit seiner jungen, gut ausgebildeten Bevölkerung großes Potenzial für eine Zusammenarbeit mit Europa. Auch das Freihandelsabkommen für offenen, freien Handel mit Indien sollte man jetzt dringend in Angriff nehmen. Mit der neuen strategischen Agenda schaffen wir die Grundlage für eine Partnerschaft, die sowohl wirtschaftlich als auch technologisch sehr wertvoll sein wird.”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Ja, es ist höchst an der Zeit für eine europäische Digitalsteuer. Ich bin eine österreichische Unternehmerin und zahle wie viele Klein- und Mittelbetriebe und auch Großbetriebe meine Steuern dort, wo auch mein Gewinn anfällt. Ich kann mir genauso wie diese Unternehmer auch nicht aussuchen, wo ich meinen Gewinn hin verschieben möchte. Digitale Großkonzerne haben aber da ganz andere Möglichkeiten – und vor allem auch in unseren Mitgliedstaaten –, nämlich von Steuerbegünstigungen. Das Ziel muss sein, Gewinne dort zu versteuern, wo sie auch anfallen. Ja, und wie gesagt: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben. Wir sollten uns nicht an Trump orientieren, sondern an einer richtig guten europäischen Digitalsteuer. 3-0533-0000”
“Gerade für ein Industrieland wie Österreich mit innovativen KMU und starken Betrieben im technischen Bereich ist Clean Tech eine riesige Chance – und das übrigens ohne Atomenergie. 2-0258-0000”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Wenn wir heute über Clean Technology sprechen, dann sprechen wir über die Zukunft unserer Industrie, unsere Energieversorgung und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Der europäische Clean-Tech‑Markt hat heute schon ein Volumen von 176 Milliarden, und bis 2034 wird er sich verdreifachen. Daher ist es wichtig, dass wir diese Technologien hier in Europa weiterentwickeln und produzieren. Wir dürfen uns in diesen wichtigen Bereichen nicht wieder von China und den USA abhängen lassen. Mit dem Clean Industrial Deal und dem Net‑Zero Industry Act haben wir die richtigen Weichen hier im Haus gestellt. Jetzt geht es darum, schnell zu investieren und unnötige Hürden weiter abzubauen.”
“Finanzielle Beteiligungsmodelle, transparente Planung und echte Mitsprache können die Akzeptanz steigern. In Europa finden wir einige Beispiele, die wir nachmachen können. Zum Beispiel gibt es im Elsass Anwohneranteile für Energieprojekte, oder in Italien können sich Anwohner durch die Nutzung modernster Technik am Projekt beteiligen. Denn die Netze, die wir für morgen so dringend brauchen, müssen heute schon Akzeptanz haben. 3-0354-0000”
“Herr Präsident, Frau Kommissarin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Zunächst möchte ich unserer Kollegin Anna Stürgkh herzlich zu diesem INI-Bericht gratulieren. Ja, die Dekarbonisierung und damit verbundene Elektrifizierung der Wirtschaft stellt Europa vor große Herausforderungen, vor allem, weil unsere Stromnetze bereits in die Jahre gekommen sind und ein echter Binnenmarkt für Elektrizität noch nicht in Sicht ist. Es wird geschätzt, dass bis 2030 in etwa 584 Milliarden Euro benötigt werden, um die Stromnetze zu modernisieren und die Mitgliedstaaten besser zu verbinden. Gleichzeitig wissen wir: Der beste Netzausbau nützt nichts, wenn er an lokalen Widerständen scheitert. Deshalb müssen wir die Bürgerinnen und Bürger ins Boot holen.”
“Deshalb braucht es smarte Ideen, denn ich glaube, niemand hier in diesem Haus will in einer Schuldenunion enden. 2-0253-0000”
“Frau Präsidentin, Herr Exekutiv-Vizepräsident! Der RRF ist ein einmaliges Kriseninstrument, getragen von europäischer Solidarität und haushaltspolitischer Verantwortung. Österreich hat bei seinem Wiederaufbauplan zielgerichtet einen starken Fokus auf Digitalisierung, Klimaschutz und Gesundheitsprimärversorgung gesetzt. Trotzdem beträgt der Wachstumsimpuls nur 0,3 Prozentpunkte pro Jahr, allerdings mit einem positiven Spillover durch Exporte nach Deutschland, Italien und Polen. Auch wenn der RRF in der Pandemie sehr wichtig war, hat uns der Rechnungshof doch gezeigt, wie wir künftig in Krisensituationen Schwachstellen in den Griff bekommen können. Jetzt ist es höchst an der Zeit, dass wir uns alle ernsthaft mit den Rückzahlungen der Milliardenbeträge beschäftigen, ansonsten werden bereits 2028 20 % aus dem EU‑Budget entnommen.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin, Herr Exekutiv-Vizepräsident! Ja, unsere europäische Stahlindustrie leidet. Aber gerade heute, an diesem für die Industrie so düsteren Tag, möchte ich auf ein engagiertes Beispiel der österreichischen Stahlindustrie hinweisen. Ab 2027 gehen am Standort Linz und Donawitz je ein grünstrombetriebener Elektrolichtbogen in Betrieb – bis 2029 können dadurch bis zu 30 % CO2‑Emissionen gegenüber 2019 eingespart werden. Wir reduzieren damit 5 % der jährlichen CO2-Emissionen in ganz Österreich. Bis 2050 strebt das Unternehmen Voestalpine eine Net-Zero-Stahlproduktion an. Daher ist es wichtig, offene Fragen wie die Zuteilung von ETS-Zertifikaten nach 2034 zügig zu klären. Nur so können unsere Unternehmen langfristig planen, in Innovation und Dekarbonisierung investieren und Arbeitsplätze sichern. 3-0036-0000”
“Herr Kommissar, ich glaube, wir brauchen einen ganzheitlichen Ansatz, um Mitgliedstaaten, Gemeinden, vor allem auch die Bürgermeister, aber auch die Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen, wie wir das schaffen, damit grenzüberschreitende Stromverbindungen wirklich möglich sind. 4-0108-0000”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Die hohen Energiepreise gefährden die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Jetzt ist schnelles Handeln gefordert, um den Kostendruck vor allem für unsere Betriebe zu reduzieren. Herr Kommissar, Sie haben gute Ansätze vorgelegt, aber eines hat mir gefehlt, und zwar, wenn ich an den Netzausbau denke. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger verhindern wichtige Leitungsprojekte. Auch wenn ich heute heimfahre, komme ich an einem tollen Infrastrukturprojekt vorbei, das wahrscheinlich nicht umgesetzt werden kann. Vermehrt kommt es jetzt auch dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger Erdkabel fordern, die natürlich wesentlich teurer sind; das führt natürlich dazu, dass auch Investoren häufig abspringen.”
“Aber auch die Ausgestaltung des Gesetzes zur Beschleunigung der industriellen Dekarbonisierung mit Resilienz- und Nachhaltigkeitskriterien sowie die Schaffung einer Wasserstoffbank lässt für mich noch einige Antworten offen, die wir mit Sicherheit in Zukunft noch diskutieren müssen. Wichtig ist, dass unsere Unternehmen jetzt Hilfe bekommen, die im Green Deal versprochen wurde, denn unsere Betriebe ... (Die Präsidentin entzieht der Rednerin das Wort.) 2-0521-0000”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar! Der Clean Industrial Deal verspricht Reindustrialisierung und Dekarbonisierung unter einen Hut zu bringen. Unsere europäischen Betriebe benötigen jetzt dringend unsere Unterstützung, denn sie kämpfen mit minimalistischen Wachstumsraten, hohen Energiekosten, starkem technologischem Wettbewerb, Überregulierung und mit einem spannungsgeladenen politischen Umfeld. Ich kann den Grundsätzen Ihres Plans durchaus etwas abgewinnen, aber ich habe noch viele offene Fragen. Mit Sicherheit wird es wieder zu neuer Gesetzgebung kommen – bitte smart und ohne zusätzliche Bürokratie. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, Steuern auf Strom zu senken und Körperschaftssteuersysteme neu zu gestalten sowie Genehmigungsverfahren umzusetzen; auch sie brauchen Ihre Unterstützung.”
“Denn eine leistungsfähige und zukunftssichere Infrastruktur ist das Fundament für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit sowie für die digitale Souveränität Europas. 4-0158-0000”
“Herr Präsident! Herr Kommissar! Satelliten im All aus den USA, 5G aus China und manipulierte Tiefseekabel: So ist die Realität unserer Kommunikationsinfrastruktur. Die technologische Souveränität der EU ist somit in Gefahr. Das bedeutet Unsicherheit für die Wirtschaft, für die Verwaltung, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger. Ebenso wie bei den kritischen Rohstoffen brauchen wir eine künftige Infrastrukturstrategie mit verlässlichen Partnern, denn wir hängen noch sehr an China und den USA. Darüber hinaus müssen wir Investitionen in europäische Technologien tätigen. Wir müssen die Stärkung von Cybersicherheit sowie einen ambitionierten Ausbau der europäischen Satellitenkonstellation fördern.”
“Weniger Bürokratie, mehr Innovationen, gezielte Investitionen für Wirtschaft und Banken braucht es jetzt dringend, um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Auch Sie, Frau Präsidentin, werden dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Nur mit echten Reformen sichern wir Europas wirtschaftliche Zukunft und sorgen dafür, dass Wohlstand nicht nur ein Versprechen bleibt, sondern für alle Europäerinnen und Europäer auch spürbar ist. 1-0079-0000”
“Herr Präsident! Frau Kommissarin! Frau Präsidentin Lagarde! Krieg, Energiekrise, unzuverlässige Lieferketten und steigende Lebensmittelpreise haben in den letzten drei Jahren für die Europäerinnen und Europäer zu einem massiven Kaufkraftverlust geführt. Und eines darf man auch nicht außer Acht lassen: Sie haben in einigen Mitgliedstaaten auch zu politischen Veränderungen geführt. Während die US-Notenbank frühzeitig gehandelt hat, hatte man den Eindruck, die EZB hat zu lange gezögert – mit spürbaren Folgen für die europäische Wirtschaft und für die Bürgerinnen und Bürger. Eine Währung ist nur so stark wie die Wirtschaft, die hinter ihr steht. Daher muss Europa seine Wettbewerbsfähigkeit steigern, um den Euro langfristig abzusichern.”
“Und ich glaube, weil Sie vorhin Unternehmen angesprochen haben, Herr Freund: Unternehmen müssen bei jeder Förderung alles nachweisen, wenn sie Förderung antreten und auch wenn sie die Förderung dann bekommen, diese Abrechnungen sind höchst kompliziert. Also Sie dürfen das wirklich nicht mit Unternehmen verwechseln. 3-0394-0000 Spontane Wortmeldungen 3-0395-0000”
“Frau Präsidentin, Herr Kommissar, Kolleginnen und Kollegen! Der sozialistische Katargate-Skandal hat doch gezeigt, dass NGOs mehr Kontrolle brauchen. Leider hatten damals, wie wir das abgestimmt haben im Parlament, die Linken und auch Teile der Renew nicht für unseren Transparenzantrag gestimmt. Aber klar ist: NGOs müssen darlegen, wie sie finanziert werden, welches Geschäftsmodell sie haben und auch, welche Ziele sie verfolgen – das ist bei jedem Unternehmen auch nicht anders. Und es kann doch nicht sein, dass die Europäische Kommission NGOs dafür bezahlt, dass sie Abgeordnete beeinflussen, um linksgrüne Politik gegen Landwirtschaft und Wirtschaft durchzusetzen, und das mit europäischem Steuergeld. Also, das ist so.”