Gerald Hauser
Member of the European Parliament · PfE · AT
“Herr Präsident! Der Landwirtschaft geht es schlecht. Europaweit protestieren Bauern, gehen auf die Straße. Und wenn ich mir heute diese Reden bisher anschaue: Ich glaube nicht, dass da die Bauern Hoffnung schöpfen. Sie, Herr Kommissar, Sie haben Ihre Redezeit um vier Minuten überzogen, aber Greifbares haben Sie nichts gesagt.”
“Über diesen Fonds haben die Landwirte immerhin in der letzten Strukturperiode 387 Milliarden fix garantiert bekommen. Das wollte man jetzt reduzieren und wollte den Bauern 91,3 Milliarden EUR unter Anführungszeichen nehmen – in einer Zeit, wo es ihnen wirklich total schlecht geht.”
“Und wenn man das in dieser Periode anschaut, dann hat es in dieser Periode gerade einmal zwei Debatten gegeben. Es hat am 19. März eine interne Debatte im Handelsausschuss gegeben und am 7. Oktober 2025 eine Plenums-Debatte – das war alles, mit dem wir als Mandatare konfrontiert wurden.”
“Frau Präsidentin! Frau Vizepräsidentin der Kommission, Sie haben heute wirklich enttäuscht. Ich hätte mir erwartet, wenn das Freihandelsabkommen EU-Indien Ende Jänner unterschrieben werden soll, dass Sie zumindest Eckpfeiler dieses Freihandelsabkommens heute und hier präsentieren. Sie haben also Plattitüden geliefert.”
“Und wenn ich dann heute hier höre, dass die Mandatare nicht wissen, was sie tun – Entschuldigung, wir sind alles gewählte Mandatare, die die Interessen vertreten. Wir wissen, was wir tun. Und solche Abstimmungen wie heute am Vormittag zu Mercosur, sind zur Kenntnis zu nehmen.”
“(Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 1-0189-0000 Sabrina Repp (S&D), Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Ihre Darstellung und der Fokus auf die Landwirte verkennt das Zusammennehmen.”
The complete record
Every one of 19 lines we hold for Gerald Hauser, in date order, each linked to its source. Free to read, in full, without an account.
“Über diesen Fonds haben die Landwirte immerhin in der letzten Strukturperiode 387 Milliarden fix garantiert bekommen. Das wollte man jetzt reduzieren und wollte den Bauern 91,3 Milliarden EUR unter Anführungszeichen nehmen – in einer Zeit, wo es ihnen wirklich total schlecht geht. Jetzt haben wir Gott sei Dank vor zwei Tagen eine Beschlussfassung im Europäischen Parlament gemacht und ein gemeinsames angemessenes GAP-Budget bekommen. Ich bin gespannt, was rauskommt. 4-0033-0000”
“Herr Präsident! Der Landwirtschaft geht es schlecht. Europaweit protestieren Bauern, gehen auf die Straße. Und wenn ich mir heute diese Reden bisher anschaue: Ich glaube nicht, dass da die Bauern Hoffnung schöpfen. Sie, Herr Kommissar, Sie haben Ihre Redezeit um vier Minuten überzogen, aber Greifbares haben Sie nichts gesagt. Die Situation ist deswegen so schlecht, weil die Erzeugerpreise permanent sinken – Milchpreis 45 Cent, 50 Cent. Auf der anderen Seite: permanent steigende Produktionskosten, Energiekosten, Mitarbeiterkosten, Düngemittel – alles steigt. Das geht sich nicht mehr aus. Deswegen schließen die Bauern täglich die Tür. Und dazu kommt noch die schlechte Politik, die hier in diesem Haus gemacht wird. Man wollte den gemeinsamen GAP-Fonds streichen.”
“Und wenn ich dann heute hier höre, dass die Mandatare nicht wissen, was sie tun – Entschuldigung, wir sind alles gewählte Mandatare, die die Interessen vertreten. Wir wissen, was wir tun. Und solche Abstimmungen wie heute am Vormittag zu Mercosur, sind zur Kenntnis zu nehmen. Und bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass wir als freiheitliche Partei dringend haben wollen, dass die Bauern geschützt werden und aus diesem geplanten Abkommen auch die Landwirtschaft zur Gänze heraußen bleibt. 3-0325-0000”
“Und wenn man das in dieser Periode anschaut, dann hat es in dieser Periode gerade einmal zwei Debatten gegeben. Es hat am 19. März eine interne Debatte im Handelsausschuss gegeben und am 7. Oktober 2025 eine Plenums-Debatte – das war alles, mit dem wir als Mandatare konfrontiert wurden. Das ist zu wenig für eine Demokratie, die behauptet, die größte Demokratie der Welt zu sein. Das ist vollkommen intransparent. Ein Freihandelsabkommen: Da gehören die Karten auf den Tisch gelegt und darüber gehört vernünftig diskutiert, wie es ausschaut. Und die Bauern, die Landwirtschaft gehören aus diesem geplanten Vertrag vollkommen ausgenommen. Lernen Sie doch heute dazu! Die Mehrheit im Parlament hat die Prüfung des geplanten Abkommens, des Mercosur-Abkommens, verlangt.”
“Frau Präsidentin! Frau Vizepräsidentin der Kommission, Sie haben heute wirklich enttäuscht. Ich hätte mir erwartet, wenn das Freihandelsabkommen EU-Indien Ende Jänner unterschrieben werden soll, dass Sie zumindest Eckpfeiler dieses Freihandelsabkommens heute und hier präsentieren. Sie haben also Plattitüden geliefert. Sie haben keine Details geliefert. Und Sie wissen, dass vor dem Parlament in Straßburg Bauern demonstrieren. Bauern haben gestern demonstriert, Bauern haben in ganz Europa demonstriert, weil sie mit der Landwirtschaftspolitik nicht zufrieden sind. Natürlich kann ein Freihandelsabkommen auch eine Chance bieten, aber es hängt von den Verträgen ab. Aber Sie wären verpflichtet, einmal Inhalte dieser Verträge zu liefern.”
“Der ländliche Raum braucht die Bauern, weil sie die Erhalter unserer Kulturlandschaft, unserer Tradition sind, und wenn uns die Bauern immer mehr verloren gehen, dann verödet der ländliche Raum. Das ist die Basis, auf der wir aufbauen müssen. Das heißt, wir müssen zuerst einmal schauen, dass natürlich auch die Landwirte am Leben erhalten werden und Rahmenbedingungen haben, mit denen sie wirtschaften können. Derzeit ist es ihnen nicht möglich, deswegen sperren in Österreich täglich acht Landwirte zu. Das ist eine Entwicklung, die desaströs ist und die wir aufhalten wollen. 1-0191-0000”
“Da geht irgendetwas nicht zusammen. Sie spielen verschiedene Menschen im ländlichen Raum gegeneinander aus. Eigentlich muss der ländliche Raum an einem Strang ziehen und den Zusammenhalt stärken. Das ist wichtig. Wie wollen Sie das erreichen, wenn Sie die Menschen im ländlichen Raum so gegeneinander ausspielen? 1-0190-0000 Gerald Hauser (PfE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Ja, das ist das übliche linke Totschlagargument, das daherkommt mit dem Gegeneinander-Ausspielen. Wenn Sie mir zugehört hätten, hätten Sie bemerkt, dass ich mich in den eineinhalb Minuten, die ich Zeit hatte, intensiv für die Landwirte, für die Bäuerinnen und Bauern einsetze.”
“(Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 1-0189-0000 Sabrina Repp (S&D), Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Ihre Darstellung und der Fokus auf die Landwirte verkennt das Zusammennehmen. Es ist kein Ausspielen von Landwirtinnen und Landwirten und dem ländlichen Raum. Das ist der Fehler, der in den letzten Jahren passiert ist. Wir müssen beide zusammennehmen, um tatsächliche Zukunftsperspektiven für den ländlichen Raum zu schaffen. Wie wollen Sie es gewährleisten, wenn nur das eine fokussiert wird und Sie gar vorwerfen, dass die Kohäsionsmittel in die falschen Hände geraten? Im ländlichen Raum gibt es zahlreiche Menschen, die sich jeden Tag mit Engagement für Projekte einsetzen, für Bürgerhäuser, für Begegnung. Sie sagen, das sind die falschen Hände?”
“Zur Statistik: Im Jahr 2000 hatten wir in Österreich 18 000 landwirtschaftliche Betriebe, im Jahr 2000 nur mehr 14 000 – minus 22 Prozent. Täglich sperren acht Betriebe zu. Und Ihre Politik, geschätzter Herr Kommissar, wird daran nichts ändern. Wir müssen endlich aufhören, gegen die Menschen im ländlichen Raum, auch gegen die Landwirte, zu arbeiten. Mercosur muss verhindert werden. Der Green Deal ist das nächste, was den Bauern extreme Probleme macht, und die aufgeblähte Verwaltung ist mittlerweile unerträglich. Das ganze Geld, das Sie über die Kohäsionspolitik in die Regionen geben wollen, kommt in die falschen Hände und kommt nicht dort an, wo es ankommen muss. Leider werden die ländlichen Gebiete und auch die Landwirte weiterhin verlieren.”
“Frau Präsidentin, geschätzter Herr Exekutiv-Vizepräsident! Jeder wird den ländlichen Raum stärken wollen. Nur, ein Teilaspekt: Was machen wir im ländlichen Raum ohne Landwirte? Die Kohäsionspolitik hat in dieser Sache komplett versagt. Ich bin aus Österreich, aus Tirol. Nur ein Beispiel dazu: Im Jahr 2000 haben die Bauern für einen Liter Milch in etwa 0,34 Euro bekommen. Jetzt bekommen sie zwischen 0,40 und 0,55 Euro, etwas mehr, aber in Relation zu 2000 inflationsbereinigt wesentlich weniger. Die Erlöse gehen massiv zurück. Auf der anderen Seite steigen die Kosten, die Energiekosten, verursacht durch die Politik der Europäischen Union. Die Arbeitskräfte werden teurer, die Futtermittel werden teurer. Das heißt, die Erträge gehen massiv zurück. Was passiert? Dass so wie in Österreich täglich acht Landwirte zusperren.”
“Denn die Menschen wollen von Menschen behandelt werden und nicht von Maschinen. Bitte, Herr Kommissar, schauen Sie, neben der Notwendigkeit, seltene Krankheiten zu beseitigen, doch bitte primär auch darauf, dass die Menschen zukünftig ein leistungsstarkes, faires Gesundheitssystem haben, wo sie keine Zusatzversicherung benötigen, und dass wir keine Mehrklassengesellschaft haben. Das muss prioritär sein. 4-0021-0000”
“Herr Präsident, Herr Kommissar! Alles, was bisher gesagt wurde, brauche ich nicht wiederholen. Sicherlich notwendig, aber Herr Kommissar, wir haben in der EU 450 Millionen Einwohner, und unsere Gesundheitssysteme kollabieren. Das ist das riesengroße Problem. Wir haben erst jüngst im Gesundheitsausschuss gehört, dass allein im Jahr 2022 1,2 Millionen Ärzte, Pflegepersonal und Hebammen gefehlt haben. Wenn wir jetzt also Mediziner für die seltenen Krankheiten benötigen – die müssen ja auch irgendwo herkommen. Das heißt, wir müssen schauen, dass wir zusätzliche Ärzte bekommen. Die Antwort der Europäischen Union, in die Digitalisierung zu gehen und zu sagen, wir werden bis zum Jahr 2027 16 Milliarden Euro in die Digitalisierung stecken, wird das Problem nicht lösen.”
“Ihr Landesrat in der Steiermark sagt: Wir wollen keine Tierexporte mehr in Drittstaaten. Ihre FPÖ‑Landesrätin in Niederösterreich sagt: Wir brauchen mehr Tierärzte, die unsere Bäuerinnen und Bauern kontrollieren. Ihre Kollegen hier im EU‑Parlament haben gegen strengere oder nicht mitgestimmt für strengere Herkunftskennzeichnung bei Honig. Wo ist dann Ihr Einsatz für Bauern, außer große Worte zu schmeißen? Überzeugen Sie mal Ihre Kollegen zu Hause! 4-0057-0000 Gerald Hauser (PfE), Antwort auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Wenn Sie als Volkspartei in sich geschlossen wären: Der Bauernbund – Ihre Fraktion – ist gegen Mercosur, während der Wirtschaftsbund und der Österreichische Arbeitnehmerbund – auch von Ihrer Partei – voll für Mercosur und damit für den Verrat der Landwirtschaft eintreten. Machen Sie Ihren Job!”
“Ich zitiere Ihnen daraus, was Ihr Kollege zu dem möglichen Beitritt zu Mercosur und den Auswirkungen für die Landwirte zu sagen hat: Das im Jahr 2019 ausverhandelte Mercosur-Abkommen ist jedoch kein Abkommen, das den Agrarsektor stärkt. Studien zeigen, dass es zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen für die Agrarproduktion in sensiblen Sektoren kommt … (Der Präsident entzieht dem Redner das Wort.) (Der Redner ist damit einverstanden, auf eine Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“ zu antworten.) 4-0056-0000 Alexander Bernhuber (PPE), Frage nach dem Verfahren der „blauen Karte“. – Sehr geehrter Herr Kollege! Nur eine kurze Erinnerung dazu: Es gibt einen Nationalratsbeschluss in Österreich, der besagt, dass Österreich sich gegen Mercosur einsetzen will. Sie sprechen für faire Bedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern.”
“Herr Präsident! Herr Kommissar, glauben Sie wirklich, dass mit dieser Vision die Bauernproteste zurückgehen und dass Sie den Bauern mit Ihrer Vision die Zukunftsängste nehmen? Ich bin mir sicher: nicht, weil das Hauptproblem, das viele Bauern haben, ist schon einmal der Beitritt oder die Übernahme von Mercosur. Wir sollten und wir müssen Mercosur verhindern, weil Mercosur der Todesstoß für viele landwirtschaftliche Betriebe ist. Um Ihnen das zu beweisen, zitiere ich aus einer parlamentarischen Anfrage von mir an den ÖVP-Landwirtschaftsminister Totschnig – nicht von unserer Partei, ich bin Mitglied der Freiheitlichen Partei und der stärksten Partei in Österreich. Diese Anfragebeantwortung habe ich am 13. Februar 2024 Mercosur betreffend bekommen – ist im Netz abrufbar.”
“Möchte man da wieder intransparent arbeiten, weil diese Behörde ja nur beratend tätig ist? Und da entsteht dann immer wieder das Problem, dass man sagt, „na, wir sind eh nur beratend“, wissend, dass es hier um ein Milliardengeschäft geht. Und deswegen ist es wichtig, Herr Kommissar, dass man hier die Transparenz voll und ganz walten lässt und dass es nicht so wie bei der Beschaffung der COVID-19-Impfstoffe ist – vollkommen intransparent – und man die Antwort bekommt: „Die Vertraulichkeit muss gewahrt werden.“ Deswegen … (Die Präsidentin entzieht dem Redner das Wort.) 2-0259-0000”
“Frau Präsidentin, sehr geehrter Herr Kommissar! Bei dem Ziel, genügend kritische Arzneimittel und überhaupt Arzneimittel für die europäische Bevölkerung zu haben, wird Sie natürlich jeder unterstützen. Aber der erste Schritt – das wurde schon angesprochen – dazu ist, dass man sich einmal bemüht, die Wirkstoffe, die zu 80 % von China und von Indien produziert werden, auch in die Produktion nach Europa rückzuverlagern – über das müsste dann wirklich separat gesprochen werden. Aber die Frage, die sich mir stellt, ist: Wieso hat man überhaupt diese Allianz gründen müssen? Wir haben ja bereits genügend Gesundheitsbehörden in der Europäischen Union – neben der Kommission gibt es die EMA, wir haben die Europäische Gesundheitsbehörde, wir haben die HERA. Also wieso gründet man eine eigene Behörde? Und das wird mir schon eine Spur verdächtig.”
“Ich rate Ihnen, geschätzte Damen und Herren, weisen Sie diesen Plan der Weltgesundheitsorganisation zurück! Er hat am 19. September zu laufen begonnen. Sie haben zehn Monate Zeit: Weisen Sie das zurück, und achten Sie darauf, dass die Gesundheitspolitik in nationalstaatlicher Kompetenz bleibt. 3-0426-0000”
“Frau Präsidentin! Zur Erinnerung: Die linke Hälfte schimpft hier laufend auf Trump. Zur Ihrer Erinnerung: Trump wurde demokratisch für ein Programm gewählt. Haben die Wähler in Amerika wieder einmal falsch gewählt aus Ihrer Sicht? Zum Ersten. Zweitens tritt auch Milei – Argentinien – aus dieser desaströsen Weltgesundheitsorganisation aus. Würde man hier eine ehrliche Aufarbeitung der desaströsen COVID-Politik machen, würde auch Europa aus der Weltgesundheitsorganisation austreten. Trump hat erklärt, er tritt deswegen aus, weil ein fürchterliches Missmanagement während der COVID-19-Pandemie gemacht wurde. Jetzt krallt sich die WHO noch mehr Macht. Am 1. Juni 2024 hat sich nämlich die Weltgesundheitsorganisation in Genf zusätzliche Macht gekrallt und möchte nun in jedem Staat eine nationale WHO-Behörde installieren.”