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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Alexander Föhr

CDU/CSU · Germany

IN THEIR OWN WORDS

Deshalb ist heute unsere wichtige Botschaft: Wir lassen Betroffene und besonders die gefährdeten Kinder in solchen Situationen nicht alleine, weil wir wissen, dass das Leben schwere Schicksalsschläge bereithalten kann, weil wir wissen, dass krank zu sein, keine Schande ist, ganz gleich, ob physisch oder mental, weil das zentrale Funktions…

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen das Beste für unsere Kinder, wissend, dass sie uns brauchen, dass sie zu uns aufschauen, dass wir sie prägen. Doch gleichzeitig machen uns die große Verantwortung oder einfach die alltäglichen zusätzlichen Aufgaben schwer zu schaffen.

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Etwa die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in psychiatrischer Behandlung hat mindestens ein psychisch erkranktes Elternteil. Das Bewusstsein für die Thematik ist in den vergangenen Jahren – man kann sagen: zum Glück! – gestiegen. Politik, vor allem Parlamentarier und Fachleute haben besser zueinander gefunden, und das ist gut so.

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Liebe Frau Kollegin, dass wir jetzt gemeinsam diesen Antrag erarbeitet haben und im Konsens dieses Thema mit einer großen parlamentarischen Mehrheit hier angehen, zeigt ja, glaube ich, dass wir es alle ernst meinen und dass wir auch bereit sind, da die eine oder andere Hürde zu überspringen.

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Herzlichen Dank, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Ich freue mich wirklich sehr, dass es hier gelungen ist, diesen Antrag fraktionsübergreifend zu einen – auch mit Ihnen zusammen.

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Über alle weiteren Ziele müssen wir natürlich diskutieren, und wir müssen für sie gemeinsame Wege finden; das ist ja schon manchmal bei der Ampel intern nicht ganz so einfach. Aber wir gemeinsam – da bin ich mir sicher – werden die nächsten guten Schritte gehen und zu guten Zielen kommen.

PLENARPROTOKOLL 20/181 · 2024-07-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

The complete record

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  1. Wenn ich Ihren Antrag, dieses krude Geschreibsel, was Sie da zusammengetragen haben, durchlese, werde ich einfach, muss ich sagen, nur noch stinksauer, weil ich als Vater von zwei Töchtern will, dass meine Töchter ihren Weg gehen können. Und es ist völlig egal, ob sie Astronautin werden wollen, ob sie mal Rennfahrerin werden wollen, welchen Weg sie in dieser Gesellschaft gehen. Das ist für mich eine völlig freie Wahl meiner Töchter. Was Sie hier reinschreiben, ist schlicht und ergreifend frauenfeindlich, und wir werden das an dieser Stelle nicht akzeptieren. – Offenbar kommen wir miteinander nicht auf einen grünen Zweig. Abschließend, werte Kolleginnen und Kollegen: Wir können im Gegensatz zu Ihnen und leider auch so manchem linken Ideologen zwischen Biologie, Soziologie und Psychologie unterscheiden, ohne eines davon zu negieren.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  2. Das ist Genderideologie, und daraus folgt dann eben auch so ein Gesetz wie dieses Selbstbestimmungsgesetz, mit dem es jungen Leuten erlaubt wird, gegen den deklarierten Willen der Eltern ihr biologisches Geschlecht zu ändern, weil ja doch das soziale Geschlecht alles dominiert. Das ist diese aggressive Genderideologie. Sie werden mit dieser seltsamen Zwischenposition zu keinem Ergebnis kommen. Sie werden sich damit der grünen und der linken Position unterordnen. Verstehen Sie das nicht, oder geht es Ihnen hier um die Irreführung der Öffentlichkeit? Wissen Sie, was, glaube ich, Sie nicht verstehen? Ich bin unter anderem Vater von zwei Töchtern.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  3. Sie haben davon gesprochen, dass es sich hier um Ignoranz oder um ein strategisches Kalkül handelt, und das möchte ich Ihnen als CDU – Sie und auch Frau Dr. Gräßle haben ja ähnlich argumentiert – jetzt wirklich sagen: Sie bringen hier als Beispiel typischerweise, wie immer, die Forschung über die Rolle der Geschlechter in der Arbeitswelt oder in der Medizin und erwähnen, welche verschiedenen Ansätze es hier gibt. Das ist definitiv nicht die Genderideologie, und das müssen Sie doch bitte schön auch wissen. Genderideologie bedeutet – und das haben wir in unserem Antrag dargestellt – das Leugnen genau dieser X/Y-Unterschiede, die Sie zu Recht zitiert haben.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. Denn konservativ sein, heißt nicht, einen Status quo zu zementieren und andere auszugrenzen. Ziel von uns Konservativen ist die konstante Verbesserung des Bestehenden und die Anpassung der sich wandelnden Umstände an die Bedürfnisse der Gesellschaft. Wir vertrauen auf die Wissenschaft und bekämpfen sie nicht. Erlauben Sie eine Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion? Die wird bestimmt ganz hervorragend. – Natürlich. Herr Dr. Jongen. Danke, Herr Föhr, dass Sie die Zwischenfrage zulassen. – Wir verstehen jetzt hier die Strategie der CDU, sich in der Mitte zu positionieren, zwischen zwei unvernünftigen Positionen, wie Sie es darstellen, nämlich der der Grünen und der Ampel sowie der der AfD. Aber so einfach kommen Sie uns nicht davon.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Ist es nicht vielmehr so, dass Sie bedauerliche, wenn auch ernstzunehmende Einzelfälle zu einem Versagen des Systems hochstilisieren, weil Ihnen die politische und pädagogische Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit zuwiderläuft? Auf die Art und Weise, wie Sie die Geschlechterdebatte führen, konstruieren Sie Bedrohungen und Feindbilder. Und leider erleichtert die Ampelregierung es Ihnen mit ihren fragwürdigen Ideen für ein Selbstbestimmungsgesetz, solche falschen Geschichten zu erzählen. Unsere Politik beruht auf christlichen Werten. Sie ist inklusiv, gegen eine Instrumentalisierung des Menschen und für seine freie Entfaltung. Die Union hat keine Angst vor Veränderungen der Gesellschaft. Auch das unterscheidet uns echte Konservative von Ewiggestrigen wie Ihnen.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Auf welche Traditionen berufen Sie sich? Widersprechen schon basketball- oder fußballspielende Frauen Ihrer traditionellen Geschlechterrolle? Sollten sich Frauen in der Tradition der russischen Zarin Katharina, der japanischen Herrscherin Himiko, der deutschen Kanzlerin Merkel oder doch lieber einer Gefährtin von Arminius im Teutoburger Wald sehen? Ich befürchte, dass ich Ihre Antwort bereits kenne. Ist es wirklich so, dass Unterschiede bei den Geschlechtern in Deutschland staatlich verordnet aufgehoben werden, wie Sie behaupten? Werden Erziehungsrechte, Werte und Vorstellungen von Eltern in Deutschland wirklich missachtet, wie Sie in Ihrem Antrag schreiben? Welches Vertrauen haben Sie in Lehrer und Schüler, wenn schon die Information über sexuelle Diversität als schädlich für die gesunde Entwicklung zurückgewiesen wird?

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Von Geburt an haben alle Menschen ein X- oder ein Y-Chromosom und infolgedessen über 99 Prozent eine klare biologische Geschlechterzuordnung. Doch die Annahme, das biologische Geschlecht lege schon fest, wie jemand zu leben habe, führt in der Gesellschaft zu Diskriminierung und den Einzelnen ins Unglück. Die Erforschung der Zusammenhänge von Geschlechter- und Gesellschaftsordnungen an den Universitäten zeigt das auch wissenschaftlich. Die Komplexität von Biologie, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität darf nicht geleugnet werden, und genau das macht der Antrag der AfD. Und dabei ist noch nicht mal klar, was Sie eigentlich wollen. Was soll es etwa bedeuten, wenn Sie fordern, dass „traditionelle Geschlechterrollen“ nicht mehr infrage gestellt werden sollen?

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. Besondere Angst scheinen Sie vor der Vielfalt an Studiengängen zu haben. Dabei ist es nicht der Staat, der über das Lehrangebot der Universitäten entscheidet. Dieser Staat, den Sie so gerne kritisieren, finanziert Wissenschaft, ohne Bedingungen zu stellen, und schafft gerade dadurch Unabhängigkeit. Diese Wissenschaftsfreiheit, die nach Ihren Äußerungen in größter Gefahr ist, gilt weltweit als vorbildlich. Diese Wissenschaftsfreiheit bringt auch Verantwortung mit sich. Kommen Universitäten dieser Verantwortung nicht vollumfänglich nach, löst dies in Deutschland zu Recht Empörung aus, Empörung, die Sie jedoch für Ihre wissenschaftsfeindliche Politik instrumentalisieren. Dabei stehen der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau und die Existenz von Intersexualität in der Wissenschaft nicht zur Disposition.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Bei der AfD stellt sich die Frage, ob das ermüdende Wiederholen der Antigenderstereotype aus Unwissenheit, aus Überzeugung oder aus Kalkül erfolgt. Wahrscheinlich ist es eine unglückselige Kombination aus allem. Quer durch Ihre öffentlichen Statements und auch durch den vorliegenden Antrag zieht sich die Behauptung, der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau werde in unserem Land geleugnet. Macht man sich die Mühe, Ihre eigenen Quellenangaben zum Antrag zu überprüfen, findet sich hier genau dies jedoch nicht. Vielleicht haben Sie auch deswegen versucht, den Antrag so lange wie möglich zurückzuhalten. Sowohl der Inhalt als auch Ihre Verzögerungstaktik machen es schwer, Sie bei diesem Thema wirklich ernst zu nehmen.

    PLENARPROTOKOLL 20/130 · 2023-10-18 · READ THE BUNDESTAG RECORD