David Gregosz
CDU/CSU · Germany
“Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Silberlocken in Ihrer Partei die gesamte Entwicklung in den letzten Monaten äußerst kritisch sehen. Natürlich können Sie diese Erfahrung in die Tonne treten.”
“Und drittens will ich gerne darauf hinweisen, dass Sie mit Jens Spahn einen Fraktionsvorsitzenden haben, der bereits fünfmal beim Techfaschisten und Multimilliardär Peter Thiel zu Gast war, bei jemandem, der an die Apokalypse glaubt, der darüber diskutieren will, wie man den dritten Weltkrieg meistert und den Sozialstaat und die Demokrati…”
“Mit solchen Positionen stellt sich Die Linke heute gegen die Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland. Deswegen werden Sie von diesem Rednerpult aus den schärfsten Widerspruch der Christdemokratie für Ihre Ansichten ernten. Mit unserem Weltbild ist das schlicht unvereinbar.”
“Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es gibt Kinofilme, da weiß man schon beim Trailer: Das wird nicht gut; dafür gibt es höchstens die Goldene Himbeere. Das sind meistens Aufführungen mit schrillen Tönen, grellen Farben, einer verworrenen Erzählung und überambitionierten Schauspielerinnen und Schauspielern.”
“Ihr 50-Prozent-Miniboss sitzt seit einer Stunde hier Kaugummi kauend, steht nicht auf der Rednerliste, grinst kommentarlos; und das ist einfach nur beschämend. In einem Film wäre das noch zu ertragen; aber Ihre Positionen nehmen wir schon ernst und bekämpfen sie.”
“Als Thüringer sage ich Ihnen: Meine Eltern litten unter dieser Ideologie, und ich bin dankbar, dass christdemokratische Politiker an den entscheidenden Wegmarken unserer Republik die richtigen Entscheidungen getroffen haben. Konrad Adenauer hat den Nationalismus überwunden; dahin kehren wir nicht zurück.”
The complete record
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“Für meine Partei, die Union, sind die transatlantischen Beziehungen, die NATO und die Europäische Union Teil unseres Selbstverständnisses. Herr Kollege. Sie sind eine Alternative für Russland. Diese Koalition ist dem deutschen Volk verpflichtet. Vielen Dank. So, jetzt halten wir hier mal fest, dass Kolleginnen und Kollegen, die eine Zwischenfrage nicht zulassen möchten, das auch nicht tun müssen. Das sieht die Geschäftsordnung so vor. Sie sind damit weder feige noch sonst was. Zum Zweiten hat der Kollege Maximilian Kneller, der die Zwischenfrage stellen wollte, jetzt die Möglichkeit zur Kurzintervention. – Herr Frohnmaier hat schon geredet. Ich bin davon ausgegangen, dass derjenige, der die Zwischenfrage stellen wollte, auch die Kurzintervention halten wird und nicht ein Kollege, der schon geredet hat; denn er hatte ja schon Redezeit.”
“Warum sage ich das? Alle Parteien im demokratischen Spektrum haben spätestens nach dem Beginn des Angriffskrieges einen Reflexionsprozess durchlaufen. Nur Sie verstärkten in den letzten Jahren die Annäherung an autoritäre Regime. Damit unterscheiden Sie sich nicht nur von uns, Sie unterscheiden sich auch von allen anderen rechten Parteien in Europa. Die Frage, ob es nun reiner Opportunismus ist, gezielte Provokation oder wirklich Überzeugung, spielt fast gar keine Rolle. Im Ergebnis ist es schlicht unpatriotisch, das eigene Land in dieser Form zu verraten. Sie verbinden mit Ihrem Verhalten die Hoffnung, unsere Demokratie ins Wanken zu bringen, und das verbindet Sie eben mit Wladimir Putin. Meine Damen und Herren, die Geisterfahrer der deutschen Außenpolitik werden wir nicht ans Lenkrad lassen.”
“Aber das ist nicht alles. Sie verstärken in Ihrer politischen Arbeit russische Propaganda und Desinformationen. Vielleicht mag der eine oder andere bei Ihnen einwenden: Das mache ich doch gar nicht. – Da kann ich nur sagen: Sie lassen Kräfte in Ihrer Partei wirken, die genau das tun. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass bei Ihnen widerstreitende Gruppen existieren. Die Gruppe um den Abgeordneten Lucassen distanziert sich von Putin und Russland. Die Gruppe um den Abgeordneten Chrupalla versucht, Putins Verantwortung zu relativieren. Und die dritte Gruppe rechtfertigt russische Positionen. Aus dieser Gruppe sprechen ja auch hier viele Leute. Wir sehen in jeder Sitzungswoche, wer sich hier durchsetzt. Deswegen sollten auch Sie – wie das BSW – über eine Namensänderung nachdenken: Alternativa dlya Rossii, „Alternative für Russland“.”
“Sie fragten zudem nach Standorten mit einer funktionsfähigen Notstromversorgung, die auch langfristige Krisenlagen abdecken kann. Und als Krönung fragten sie nach internen Notfall- und Reaktionsplänen im Digitalministerium für den Fall von Cyberangriffen. Meine Damen und Herren, eine bessere Vorbereitung für digitale Sabotageakte kann ich mir kaum vorstellen – und Putin, Lukaschenko und Co auch nicht. Mit dieser durch Anfragen hergestellten Öffentlichkeit betreiben Sie hoffentlich nur unbewusst oder naiv die Destabilisierungspolitik aus dem Kremlhandbuch. Das parlamentarische Fragerecht ist sehr, sehr wichtig. So wie Sie es nutzen, wirft es sehr viele Fragen auf. Wäre Ihnen wirklich am Aufdecken bestehender Sicherheitslücken gelegen, hätten Sie das in Ausschusssitzungen oder im Schriftverkehr mit den Ministerien klären können.”
“Die systematische Orientierung hin nach Russland wird in Ihren Programmen, in Anträgen, in Reden und insbesondere in Anfragen immer deutlicher. Ihre Methode bei Kleinen Anfragen in Thüringen ist thematisiert worden. Auf Bundesebene sind Ihre Kleinen Anfragen ebenfalls interessant bis gefährlich. Ein Beispiel: In der Drucksache 21/2422 erbaten Sie Ende Oktober vom Digitalministerium Informationen zur Cybersicherheit. Herr Kollege, es gibt eine Zwischenfrage aus der AfD. Ich habe schon gedacht, dass getroffene Hunde bellen. Aber ich möchte sie nicht zulassen. Gut. Sie fragten nach Ministeriumsstandorten, in denen die kritischen IT-Dienste georedundant, also ortsunabhängig, verfügbar gehalten werden. Die Bundesregierung soll also öffentlich erklären, wo unsere Datensicherheit besonders angreifbar wäre.”
“Unsere deutsche Botschaft vor Ort, unsere politischen Stiftungen in Nachbarländern, seriöse Wissenschaftler und Akademiker: Sie alle beschreiben einen tragischen Entwicklungsweg Russlands seit den frühen 2000ern, der leider auf Begriffe wie Imperialismus und Revisionismus zuläuft. Karl Schlögel, einer der renommiertesten deutschen Historiker, sagte jüngst in der Paulskirche – Zitat –: „Es ist erstaunlich, wie lange es in Deutschland gedauert hat, gewahr zu werden, womit man es mit Putins Russland zu tun hat.“ Ich füge hinzu: Es ist noch erstaunlicher, dass sich politische Kräfte in diesem Haus bis heute mit Putins Regime gemeinmachen. Es sind ja nicht nur durchgeführte oder angekündigte Reisen von AfD-Politikern oder in von Russland besetzte Gebiete.”
“Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor einem Monat haben unsere Nachrichtendienste – Bundesnachrichtendienst, Militärischer Abschirmdienst, Verfassungsschutz – in einer öffentlichen Befragung über die Gefährdungslage in und für Deutschland öffentlich informiert. Die Warnungen vor Putins Russland waren mehr als deutlich. Russlands Handeln heute sei darauf angelegt, europäische Demokratien zu destabilisieren, unsere Gesellschaften zu spalten, die NATO zu unterminieren, sagen uns unsere Experten. Die Bedrohungen unserer Freiheit sind also konkret. Für unsere europäischen Partner in Nord- und Osteuropa war das keine neue Erkenntnis. Auch deutsche und internationale Journalisten in Moskau berichten seit Jahren von der Konsolidierung eines autokratischen Regimes.”
“Herr Kollege, ich sehe in Ihren Wortbeiträgen und in Ihrem Verhalten im Parlament überhaupt keinen Anlass, davon auszugehen, dass Sie ein Interesse an einem ehrlichen Dialog mit den anderen demokratischen Fraktionen haben. Der nächste Redner von Ihnen kommt ja jetzt. Darauf freue ich mich schon. Das wird belegen, dass Sie daran kein Interesse haben, sondern hier destruktiv unterwegs sind. Und das lehnen wir ab. Für die AfD-Fraktion darf ich Stephan Brandner das Wort erteilen.”
“Sie führen die Liste der Ordnungsrufe an, haben die schrägsten Social-Media-Kampagnen. Sie sind vom inneren Frieden so weit weg wie der Trabbi von der Schallmauer. Meine Damen und Herren, diese Koalition wird die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie stärken und in sie investieren. Der Bundeshaushalt 2026 zeigt das ziemlich eindeutig. Unsere Linie ist glasklar: Staat und Sicherheitskräfte lassen sich nicht auf der Nase herumtanzen. Es geht nicht darum, welche Gewalttäter schlimmer oder weniger schlimm sind. Wir bekämpfen jede Form des Extremismus mit voller Wachsamkeit und Härte. Für eine Kurzintervention darf ich dem AfD-Abgeordneten Otto Strauß das Wort erteilen.”
“Natürlich verleiten uns diese Erkenntnisse nicht, andere Formen politischer Kriminalität zu übersehen – ich sprach ja vom 360-Grad-Blick –: Auch Linksextremismus bedroht unsere freiheitliche Grundordnung. Das ist eine reale Gefahr. Und absolut fatal ist natürlich die Einstellung einiger Menschen, linke Gewalt, strafbare Aktionen und damit verbundene Ziele gegen den Klimawandel, gegen den Kapitalismus, gegen Unterdrückung auch noch zu rechtfertigen. Diese Neigung hat dazu geführt, dass sich die linksextreme Szene entwickeln konnte und Rückzugsräume mitten in Großstädten entstanden sind. Zitat: „Linksextremisten verüben in Deutschland nahezu täglich Straf- und Gewalttaten.”
“Die Bundesanwaltschaft hat im Mai Personen im Alter von gerade mal 15 Jahren festgenommen. Wir beobachten rechtsextremistische Straftaten bei immer jüngeren Menschen. Herr Abgeordneter, würden Sie eine Zwischenfrage aus der AfD zulassen? Nein. Wir beobachten rechtsextremistische Straftaten bei immer jüngeren Menschen. Wir beobachten Mobilisierungserfolge rechter Gruppen bei Jugendlichen in den sozialen Medien. Dabei werden weitaus mehr rechtsextremistische Straftaten verübt als in anderen Phänomenbereichen. Deswegen waren die jüngsten Razzien bei der Gruppe „Deutsche Jugend voran“ ein klares Signal unseres Rechtsstaates. Sich ausschließlich auf den Linksterror zu fokussieren, verharmlost rechtes Gedankengut.”
“Seit Langem ist unsere Republik mit verschiedenen Phänomenen konfrontiert: Spionage, Islamismus, Links- wie Rechtsextremismus. Die Zahlen des Verfassungsschutzes zeigen eindringlich: Unsere Verfassung wird attackiert, von allen Seiten. Deshalb braucht es einen 360-Grad-Blick, und den nimmt die Bundesregierung ein. Hier jetzt ausschließlich einen Ausschnitt der Realität zu betrachten, wie der Antrag der AfD es tut, greift schlicht zu kurz. Vermutlich ist das politische Absicht. Meine Damen und Herren, um es klar zu sagen: Die größte Gefahr für unsere innere Sicherheit, für die Demokratie in unserem Land ging in der Vergangenheit, geht aktuell und vermutlich auch in der Zukunft vom Rechtsextremismus aus. Dutzende Beispiele zeugen davon, etwa der Brandanschlag der Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ in Brandenburg letztes Jahr.”
“Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Alle Bestrebungen, unser demokratisches Gemeinwesen anzugreifen, die Werte und Regeln unseres Staates abzulehnen, bezeichnen wir als Extremismus. Extremisten wollen unsere freiheitliche Grundordnung abschaffen. All diesen Bestrebungen sagen wir, sagt der demokratische Verfassungsstaat mit allen rechtsstaatlichen Mitteln den Kampf an. Unsere Demokratie ist wehrhaft. Sie duldet weder Gewalt noch terroristische Versuche, jeweils eigene Vorstellungen umzusetzen. Solche extremistischen Gedanken, Umsturzfantasien und Radikalisierungstendenzen existieren in Deutschland, sie existieren auch in diesem Parlament. Wir nehmen das sehr ernst, weil sie den gesellschaftlichen Frieden bedrohen.”
“Anwesend waren bei dieser Veranstaltung AfD-Landtagsabgeordnete. Beschämend, unpatriotisch ist das! Im russlandfreundlichen „Compact“-Magazin sind übrigens immer besonders viele Reden und Beiträge von Ihrem Herrn Baumann zu finden. Meine Damen und Herren, wir werden uns nicht beirren lassen: In den nächsten Monaten legen wir den Schwerpunkt auf den EU-Außengrenzschutz und auf eine Härtung des Asylsystems – entschlossen, geschlossen und klar. Wir lehnen Ihren Antrag ab. Vielen Dank. Für die AfD-Fraktion hat nun das Wort der Abgeordnete Christian Wirth.”
“Europa und Deutschland waren auch deshalb erheblich von Migrationsbewegungen betroffen, die dadurch ausgelöst wurden. Wir haben die Menschen aus Syrien in außerordentlicher Weise unterstützt und ihnen geholfen. Der überwiegende Teil dieser Menschen weiß um die Chancen in Deutschland und bemüht sich um Integration und Arbeit. Wenn Sie einen Antrag zu Syrien einbringen, dann sollten Sie schon den gesamten Kontext darstellen oder – noch besser – das Verhältnis zum Putin-Regime, das hier mehrfach angeklungen ist, einfach erst einmal klären. Zu Moskaus Rolle in Syrien findet sich in Ihrem Antrag leider kein Wort. Schlimmer noch: Sie werden instrumentalisiert. Erst vor wenigen Tagen hat das „Compact“-Magazin – da haben Sie ja ein Abo – in der russischen Botschaft eine Veranstaltung organisiert, um für eine Putin-Medaille zu werben.”
“Das wird noch viel Kraft kosten. Aber wir wissen unsere Partner und die Mehrheit der deutschen Bevölkerung an unserer Seite. Die Migrationswende ist eingeleitet. Die Zahlen belegen das nachdrücklich. Ihr Antrag gibt aber Gelegenheit, an die Worte des Bundeskanzlers zu erinnern – ich zitiere –: „Wir können nicht mehr von Innenpolitik und von Außenpolitik wie von zwei … getrennten politischen Sphären sprechen.“ Gerade Syrien zeigt das beispielhaft. Das Assad-Regime hätte seinen brutalen Krieg gegen die eigene Bevölkerung nicht ohne Moskaus Unterstützung führen können. Mehr noch: Russland nutzt ganz bewusst die geopolitischen Schauplätze dieser Welt. Man ist an Europas Außengrenzen an aktiven Schleusungen beteiligt, führt Drohnenprovokationen durch und nimmt Einfluss in Libyen oder Syrien.”
“Im Ergebnis sinkt die Zahl der Asylerstaufnahmeanträge, wir verbessern den Grenzschutz, und wir vertiefen die europäische Kooperation, auch durch Formate wie jüngst in München – ein Treffen, das nur eins zeigt: Wenn der Minister nicht hier im Haus ist, dann arbeitet er mit seinen europäischen Amtskollegen hart zusammen, etwa an Rückkehrzentren außerhalb der Europäischen Union. In unseren europäischen Partnerländern registriert man ebenfalls wohlwollend: dauernd Dobrindt. In Brüssel, Frankreich, Italien, Polen, Dänemark, Schweden begrüßt man das Tempo, das Deutschland jetzt vorlegt. Deswegen will ich Ihnen helfen, das Bild zu erkennen, das der Innenminister hier zusammensetzt: Wir verändern die Migrations- und Asylpolitik – zielstrebig und gelassen, mit europäischen, nationalen und internationalen Bausteinen.”
“Es ist richtig, dass unser Innenministerium für bestimmte syrische Flüchtlinge die Aufhebung des Schutzstatus durchsetzt. Es ist richtig, dass wir Straftäter nach Syrien abschieben werden. Auch Personen ohne Aufenthaltsrecht werden wir nach Syrien zurückführen. Es mag schon sein, dass einige nicht erkennen, welches Mosaik wir hier zusammensetzen. Anders ist der Antrag der AfD-Fraktion nicht zu erklären. Sie bringen hier noch mal einen aufgewärmten Antrag aus der 20. Legislatur ein, obwohl sich die Welt längst weitergedreht hat. Ihnen müsste doch auffallen, dass wir quasi wöchentlich hier im Plenum politische Entscheidungen treffen. Die Überschrift über diesen Sitzungswochen könnte lauten: „Dauernd Dobrindt, dauernd Dobrindt“.”
“Nicht das ganze Land ist stabil und sicher; wir haben es mehrfach gehört. Deswegen muss die Bundesregierung behutsam vorgehen, Minderheitenschutz und Frauenrechte einfordern. Aber eine Neubewertung der Lage ist schon geboten. Die Fluchtgründe für die breite syrische Bevölkerung sind im Wesentlichen entfallen. Dies bestätigen Verwaltungsgerichte wie jüngst in Köln. Dort wurde die Klage eines syrischen Staatsangehörigen abgelehnt. Der Kläger sei „nicht in Gefahr, durch Kampfhandlungen oder andere Formen willkürlicher Gewalt … zufällig verletzt oder getötet zu werden“, hieß es im Urteil. Angesichts solcher Rechtsprechungen, meine Damen und Herren, ist es in unserem Interesse, zu neuen Vereinbarungen mit Syrien zu kommen und durch Rückkehrhilfen die Zahl der freiwilligen Ausreisen zu erhöhen.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Asyl ist Schutz auf Zeit. Wenn die Gefahrensituation entfällt, die der Grund der Schutzgewährung war, ist der Flüchtlingsschutz zu widerrufen. Wir sprechen heute über Syrien, und es ist ein anderes Syrien als noch vor einigen Jahren. Die Parlamentswahlen sind hier bereits mehrfach angesprochen worden. Unser Auswärtiges Amt bilanziert: Das „ist ein erster wichtiger Schritt zu mehr politischer Teilhabe“. Natürlich muss man sehr kritisch schauen auf dieses Land. Aber es gerät jetzt in eine Phase größerer politischer Stabilität. Wir wissen, dass dieses geschundene Land einen langen Weg gehen muss. Nicht alles ist gut, weil Assad weg ist. Gesellschaftliche Minderheiten – Christen, Drusen, Alawiten und Kurden – erfahren Repressionen.”
“Raschere Asylverfahren, mehr Tempo bei den Rückführungen, die Minimierung der Sekundärmigration – all das sind Bausteine eines europäischen Migrationssystems. Auch beim europäischen Außengrenzschutz gibt es Verbesserungen. Illegale Zuwanderung bereits in ihren Anfängen zu stoppen, gelingt, wenn wir unsere Grenzschutzbehörde Frontex finanziell, materiell und personell stärken. Für all diese Themen will und werde ich mich im Innenausschuss einsetzen. Ich bin überzeugt, dass wir die Dinge zum Besseren wenden können. Aber der vorliegende Antrag der AfD ist dafür leider unbrauchbar. Herzlichen Dank. Vielen Dank. – Herr Abgeordneter Gregosz, das war Ihre erste Rede im Hohen Hause. Ich gratuliere Ihnen zu diesem Privileg. Die nächste Rede hält Helge Lindh für die SPD-Fraktion.”
“Auf keinem anderen Politikfeld wurde in den ersten Wochen mehr entschieden. Dabei sind weder unsere deutschen Grenzregionen in Abwägung unserer eigenen Interessen übermäßig belastet worden, noch gab es im großen Stil Protestwellen in unseren europäischen Nachbarländern. Im Gegenteil: Europa sucht den Dialog. Wir fördern den Dialog. Wir werden diesen Weg jetzt mit unseren Partnern weitergehen. Weil wir Europa und den Schengenraum erhalten wollen, bedarf es langfristiger europäischer Lösungen. Deswegen liegt es in unserem Interesse, dass das Gemeinsame Europäische Asylsystem, GEAS, schnell in Kraft tritt und weiter verbessert wird. Im Rahmen von GEAS noch schneller und effektiver gegen illegale Migration vorzugehen, das muss das Ziel sein.”
“Durch die Aufstockung unseres Grenzschutzpersonals, durch Grenzkontrollen, Zurückweisungen und den engen Dialog mit unseren europäischen Partnern sind wichtige Veränderungen eingeleitet. Deutschland – das wurde gesagt – verzeichnete im ersten Halbjahr weniger Asylerstanträge als Italien, Spanien oder Frankreich. Deutschland ist nicht mehr Zielland Nummer eins der illegalen Migration, und das kann man nicht oft genug sagen. Die Asylzahlen sinken weit stärker als in Europa. Das Ausland nimmt staunend Notiz von der neuen Asyl- und Migrationspolitik in Berlin. Man nimmt wahr, dass wir effektive Grenzkontrollen eingeführt haben. Mehr als 12 000 Zurückweisungen illegaler Einreisen seit Mai zeigen, dass der Gebietszugang in die Bundesrepublik nicht ohne Weiteres möglich ist. Das sind Ergebnisse gesetzgeberischer Maßnahmen auf nationaler Ebene.”
“Wenn Sie es gut meinen mit diesem Land, dann reden und handeln Sie nicht so wie gerade eben. Die Bundesregierung und die sie tragenden Fraktionen CDU/CSU und SPD wählen einen anderen Ansatz, um Verantwortung für Deutschland zu übernehmen – mutig und konstruktiv. Gerade in der Migrationspolitik zeigt Bundesinnenminister Dobrindt, zeigt Deutschland heute, dass es einen Richtungswechsel gibt – mutig und konstruktiv. Die Mehrheit unserer Gesellschaft begrüßt diesen Richtungswechsel, die neue Koalition trägt ihn, und unsere Bundespolizei, der wir zu großem Dank verpflichtet sind, hilft, ihn umzusetzen. Das war, das ist am Beginn dieser Legislatur ein ganz wichtiges politisches Signal – an unsere Bevölkerung, an Europa und an unsere Partner in der Welt.”
“Meine Damen und Herren, darum geht es auch heute: ein freies, ein starkes Land zu bleiben, unsere Demokratie fortzuentwickeln und zu sichern, auf allen Politikfeldern. Das ist meine Motivation, mich an dieses Pult zu stellen und in jeder Sitzungswoche gemeinsam streitend die Zukunft unseres Landes zu verhandeln – nicht die Vergangenheit zu beklagen, sondern die Zukunft unseres Landes zu verhandeln. Mit welcher Grundhaltung wir das tun, liegt an uns. Ich tue es als neuer Abgeordneter mit zupackendem Mut. Unsere Republik verdient Mut und Konstruktivität. Ihr Antrag, verehrte Kollegen der AfD, lässt leider beides vermissen. Es ist nicht mutig, die ewig gleichen Phrasen in Ihren Anträgen zu wiederholen. Es ist nicht konstruktiv, Ihre Klagelieder zu singen – es klingt schief, es klingt ohrenbetäubend.”
“Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für mich ist es Ehre und Verpflichtung zugleich, unter unserem Bundesadler in diesem Hohen Haus zu stehen. Mit Stolz vertrete ich seit wenigen Monaten einen Wahlkreis, der in der Mitte Deutschlands liegt, der die schönen Landkreise Nordhausen, Kyffhäuser und Eichsfeld umfasst. Meine thüringische Heimat war unmittelbar von der deutschen Teilung betroffen. Das Ende der deutschen Teilung liegt nun 35 Jahre zurück. Als Kind der deutschen Wiedervereinigung habe ich die Chancen nutzen können, die meinen Großeltern und Eltern verwehrt blieben, nämlich in einem starken, in einem reichen, in einem freien Land aufzuwachsen.”