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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Zoe Mayer

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN · Germany

IN THEIR OWN WORDS

Ganz herzlichen Dank. – Herr Minister, auch ich würde gerne auf das Thema „Kindergesundheit und Prävention“ eingehen. Wir sehen, dass mittlerweile schon zehnjährige Kinder regelmäßig E-Zigaretten rauchen, weil die Aromastoffe einfach so lecker sind.

PLENARPROTOKOLL 21/82 · 2026-06-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Herzlichen Dank. – Herr Minister, eine Möglichkeit, Tierarztkosten gering zu halten, sind gesunde Tiere. Niemand möchte, dass das eigene Tier leidet.

PLENARPROTOKOLL 21/82 · 2026-06-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Herr Minister, die Entlastung von Behörden scheint für Sie ein wichtiges Thema zu sein. Auch die Veterinärbehörden, die ja die landwirtschaftlichen Betriebe besuchen, sind völlig überlastet. Eine ganz einfache Möglichkeit wäre, den Behörden Daten aus Tierkörperbeseitigungsanlagen zur Verfügung zu stellen.

PLENARPROTOKOLL 21/82 · 2026-06-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Der Punkt ist nämlich, dass er mit der Lebensrealität von so vielen Menschen in Deutschland überhaupt nichts anfangen kann. Das wurde schon klar, als er sich 2018 trotz jährlichem Millioneneinkommen einfach mal zur deutschen Mittelschicht gezählt hat. Es ist aber nicht besser geworden.

PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Kein einziges Wort in dieser Positionierung zu Pommes, Chicken McNuggets, verarbeitetem Fleisch, Softdrinks. Das scheint für Kinder völlig okay zu sein.

PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Das wäre doch super, damit Kinder erkennen können, dass gerade in EU-Positionen auch viele Dinge stehen, die vielleicht nicht ganz so wissenschaftlich sind, wie sie sein sollten. Was Kinder in Deutschland essen, ist für die Union offenbar Wurst, solange in der Wurst ganz sicher ein totes Tier ist.

PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

The complete record

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  1. Für die CDU/CSU-Fraktion erhält das Wort Alexander Engelhard.

    PLENARPROTOKOLL 20/109 · 2023-06-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  2. Da müssen wir dringend etwas ändern, und das schaffen wir nur, indem wir viele Maßnahmen auf den Weg bringen. Die Ampel setzt da jetzt mit vielen Maßnahmen an, wie beispielsweise mehr Forschung im Bereich der Zweinutzungsrassen. Wir schaffen durch die neue Tierhaltungskennzeichnung, über die wir morgen noch reden, mehr Verbraucher/-innentransparenz. Wir wissen natürlich auch – und ich werde nicht müde, das zu betonen –: Einen wahren Wechsel in unserer Landwirtschaft werden wir nur schaffen, wenn wir auch hinterfragen, was auf unsere Teller kommt, sprich: Weniger Tiere auf den Teller, mehr Pflanzen auf den Teller. Dafür brauchen wir künftig eine anständige Plant-based-Strategie – neue Chancen für unsere Teller, neue Chancen für unsere Landwirtschaft. Vielen Dank an dieser Stelle.

    PLENARPROTOKOLL 20/109 · 2023-06-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  3. – Schön, dass Sie das aufnehmen. Es geht heute auch darum, dass männliche Eintagsküken einfach an Zootiere verfüttert werden. Für uns ist das ganz klar eine Scheinlösung, weil wir wissen, dass es auch ernährungsphysiologisch an vielen Stellen gar nicht sinnvoll ist, sondern einfach wieder nur die günstigste Alternative. Sprich: Es sind wirtschaftliche Gründe, und die sind bekanntlich keine vernünftigen Gründe. Deswegen lehnen wir Grünen das heute auch klar ab. Wir beschließen heute die Geschlechtsbestimmung im Ei bis zum zwölften Bruttag. Dadurch schaffen wir es, dass künftig weniger lebende Küken getötet werden. Klar ist aber auch: Dadurch ist das Problem, das wir in dem pervertierten System unserer Intensivtierhaltung haben, mit Qualzuchten und Nutzenmaximierung bei den Tieren, nicht gelöst.

    PLENARPROTOKOLL 20/109 · 2023-06-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. Seit dem Verbot des Kükentötens hat sich das Problem allerdings nicht erledigt, sondern in vielen Teilen einfach über die Grenzen Deutschlands verschoben, nämlich in unsere EU-Nachbarstaaten, wohin jetzt viele lebende Küken exportiert werden, um dort das gleiche traurige Schicksal zu erfahren. Deswegen ist es genau richtig, dass wir einheitliche EU-Regeln bekommen. Auch die Union fordert das ja in ihrem Antrag. Unser Bundesminister Cem Özdemir setzt sich bereits dafür ein. Ich kann auch einmal an Sie von der Union klar appellieren: Sie haben eine Parteikollegin, nämlich Ursula von der Leyen, die aktuell EU-Kommissionspräsidentin ist und die hier sicherlich ein gutes und starkes Wort einlegen kann. Bitte wenden Sie sich doch auch an Ihre Parteikollegin. Dann kommen wir nämlich bei dieser ganzen Sache wirklich voran.

    PLENARPROTOKOLL 20/109 · 2023-06-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Seit dem Jahr 2022 haben wir in Deutschland das Verbot des Tötens männlicher Eintagsküken. Millionen von Tieren wurden jedes Jahr in Deutschland vergast oder geschreddert, weil sie ein ungewolltes Nebenprodukt der Eierproduktion waren, und sie sind es immer noch. Oberster Grundsatz unseres Tierschutzgesetzes ist, dass keinem Tier ohne einen vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden bis hin zum Tod zugefügt werden dürfen. Und wenn es überhaupt einen vernünftigen Grund gibt, ein Tier zu töten, dann ist eines ganz klar: Die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens gehören nicht dazu. So hat es auch das Bundesverwaltungsgericht im Jahre 2019 klar geurteilt.

    PLENARPROTOKOLL 20/109 · 2023-06-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Frau Präsidentin! Herr Bundesminister Özdemir, ich würde gerne noch mal auf den Aspekt des Tierschutzes eingehen. Wir haben den Tierschutz in Deutschland ja als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Demnach ist es unsere Aufgabe, Tiere zu schützen. Jetzt haben wir die neue Tierschutzbeauftragte; sie wurde vorhin von der Kollegin der Union angesprochen. Ich sehe in diesem Amt ganz große Chancen, da wir aktuell keine Repräsentation des Tierschutzes und der Individualrechte der Tiere in Deutschland haben. Mich würde jetzt natürlich interessieren: Was sind die Aufgaben der neuen Tierschutzbeauftragten und des neugeschaffenen Amtes, und wo sehen Sie die größten Chancen, um den Tierschutz in Deutschland durch unsere Bundespolitik zu stärken? – Danke sehr.

    PLENARPROTOKOLL 20/108 · 2023-06-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Wir stärken die Weidetierhaltung in Deutschland tatsächlich. Ein wichtiger Baustein ist die Tierhaltungskennzeichnung. Wir machen die Weidetierhaltung kenntlich. Wir schaffen mehr Transparenz für eine bessere Vermarktung. Das ist nur einer der Bausteine für mehr Tierschutz in Deutschland, für einen konsequenten Umbau, einen konsequenten Abbau der Tierhaltung. Wir haben viel vor, und ich freue mich, wenn die Union, die Opposition uns dabei konstruktiv begleitet. Vielen Dank. Für die CDU/CSU-Fraktion hat nun der Kollege Hans-Jürgen Thies das Wort.

    PLENARPROTOKOLL 20/99 · 2023-04-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. Weisgerber aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion? Nein. Die Union kommt ja noch mit zwei Wortbeiträgen. Ich glaube, das reicht an dieser Stelle. Es gibt noch eine Wortmeldung aus der AfD-Fraktion. Auch das, glaube ich, ersparen wir alle uns heute. Frau Damerow, von Ihnen auch nicht. – Sie haben weiter das Wort, Frau Mayer. Was mich an dieser ganzen Debatte heute am meisten stört, ist, dass sich die Union erdreistet, sich hier als Retterin der Weidetierhaltung aufzuspielen. Liebe Union, das ist doch unwürdig, nachdem Sie 16 Jahre lang die Möglichkeit hatten, den Weidetierschutz in Deutschland zu stärken. Die Einführung der Weidetierprämie – Sie haben nichts dafür getan, Sie haben das ganze Projekt blockiert. Das ist unwürdig. Was die Union versäumt hat, das holt die Ampel jetzt nach.

    PLENARPROTOKOLL 20/99 · 2023-04-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Nichtsdestotrotz: Sie sind uns nach wie vor den Nachweis schuldig, dass die Aufnahme des Wolfes ins Jagdgesetz irgendeinen Nutzen hätte – schon alleine aus EU-rechtlichen Gründen –, vor allem, dass das mehr Nutzen hätte als Herdenschutz. Was Sie uns sogar verschweigen, ist, dass in knapp 75 Prozent der Fälle, in der es zu Wolfsrissen kam, kein ausreichender Herdenschutz vorhanden war. Dabei sehen wir gerade in einigen Regionen in Deutschland, in Sachsen-Anhalt, in Niedersachsen, eine steigende Wolfspopulation und einen Rückgang der Wolfsrisse. Wie passt das zusammen? Die Antwort ist: Herdenschutz. Genau auf den Herdenschutz müssen wir uns jetzt konzentrieren, um Tierschutz, Artenschutz, EU-Recht und alles Weitere zusammenzubringen. Das ist unser Fokus. Frau Kollegin, stopp, bitte. Erlauben Sie eine Zwischenfrage der Kollegin Dr.

    PLENARPROTOKOLL 20/99 · 2023-04-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  10. Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Und täglich grüßt uns der Wolf hier im Bundestag. Was leider nicht grüßt, sind neue Vorschläge der Opposition. Gerade erst im September letzten Jahres hatten wir im Bundestag genau die gleiche Debatte schon einmal. Wir hatten die öffentliche Anhörung zum Thema Wolf, aus der ganz klar hervorging, wie kritisch es ist, den Wolf zum Abschuss freizugeben. Ihre Anträge wurden in den Ausschüssen klar abgelehnt, und trotzdem sprechen wir heute wieder darüber. Man wird den Eindruck nicht los, es geht hier gar nicht so sehr um einen konstruktiven Beitrag zum Weidetierschutz, sondern um einen populistischen Beitrag für den Bayern-Wahlkampf. Ich gehe also davon aus: Das wird heute nicht das letzte Mal sein, dass wir vor den Bayern-Wahlen über den Wolf reden.

    PLENARPROTOKOLL 20/99 · 2023-04-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  11. Nichtsdestotrotz muss ich am Ende meiner Rede Folgendes ansprechen: Wir wissen, dass aktuell nur der strukturelle und massive Einsatz von Antibiotika viele Tierhaltungsbetriebe in Deutschland am Laufen hält. Dieses Problem werden wir nur dann nachhaltig lösen, wenn wir uns politisch damit befassen, wie wir endlich den Um- und Abbau der Tierhaltung voranbringen. Dafür werden wir in den nächsten Jahren kämpfen. Vielen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 20/73 · 2022-12-01 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  12. Wir werden einige wichtige Neuerungen auf den Weg bringen: Wir werden mehr Transparenz schaffen. Wir werden ein neues Benchmarking-System einführen. Wir werden den Vollzug in den Ländern stärken. Und, ganz besonders wichtig, wir werden endlich ein stärkeres Augenmerk auf die für uns in der Humanmedizin so wichtigen Reserveantibiotika legen. Außerdem werden wir das Ziel des European Green Deals – bis 2030 50 Prozent weniger Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft – gesetzlich verankern. An diesem Ziel werden wir uns messen lassen müssen. Darum ist es nur richtig, dass wir schon in drei Jahren eine erste Evaluierung der Maßnahmen haben werden.

    PLENARPROTOKOLL 20/73 · 2022-12-01 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  13. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Schon 2050 könnten weltweit knapp 10 Millionen Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenzen sterben, warnt die WHO. Zum Vergleich: Bislang sind ungefähr 6,6 Millionen Menschen weltweit an den Folgen von Covid-19 gestorben. Das Problem ist drastisch, und wir dürfen es nicht weiter ignorieren. Jeder Einsatz von Antibiotika fördert das Risiko zur Resistenzbildung. Darum ist es absolut unverantwortlich, dass gesunden Tieren immer noch mehr Antibiotika gegeben werden als kranken Menschen. Damit muss dringend Schluss sein! Wir bringen heute ein Gesetz zur Änderung des Tierarzneimittelgesetzes auf den Weg, um einen ersten wichtigen Schritt zu tun hin zu einer konsequenten Reduzierung von Antibiotika in der Tierhaltung.

    PLENARPROTOKOLL 20/73 · 2022-12-01 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  14. Lassen Sie uns bitte darüber reden, was wir für Transformationsimpulse in Deutschland für eine krisensichere und nachhaltige Landwirtschaft setzen können. Vielen Dank. Das Wort erhält Albert Stegemann für die CDU/CSU-Fraktion.

    PLENARPROTOKOLL 20/66 · 2022-11-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  15. Was wir brauchen, ist ein grundlegender Umbau und ein Abbau der Tierhaltung, und zwar auch, um Planungssicherheit zu schaffen. Denn wir müssen einsehen: Planungssicherheit kriegt man nur dann, wenn man versteht, dass die Menschen diese Art der Tierhaltung in Deutschland nicht mehr haben wollen, und wenn man versteht, dass der Klimaschutz ein Umdenken absolut notwendig macht. Was ich an Ihrem Antrag aber wirklich skandalös finde, ist, dass Sie zwischen den Zeilen mal wieder verstecken, dass Sie den tierschutzwidrigen Kastenstand in Deutschland verlängern wollen. Das Signal, das heute von der Union ausgeht, ist, dass Ihnen Tierleid vollkommen egal ist, und das finde ich beschämend. Was wir brauchen, ist eine Transformation.

    PLENARPROTOKOLL 20/66 · 2022-11-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  16. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Schweinehaltung in Deutschland ist eine prekäre Branche, und zwar für Menschen und für Tiere. Der Antrag der Union kommt heute wenig überraschend, und er hilft natürlich auch wenig, weil er das Problem mal wieder nicht bei der Wurzel angreift, sondern nur auf kurzfristige Maßnahmen abzielt, die die Symptome lindern sollen. Und das ist falsch. Sie müssen doch endlich einsehen, dass es nichts bringt, einfach Geld in ein krankes System zu pumpen und sich für Bestandsschutz einzusetzen. Es hilft nicht nur nichts, es manifestiert die Probleme, die wir in der Landwirtschaft haben. Nach 16 Jahren unionsgeführtem Landwirtschaftsministerium müssten Sie doch gemerkt haben: So kann es nicht gehen.

    PLENARPROTOKOLL 20/66 · 2022-11-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  17. Ja. – Sie sagen natürlich, wir hätten uns nicht mit Maßnahmen befasst. Ich finde es, wie gesagt, einfach sehr traurig, dass die Union nichts anderes als das Abschießen zu bieten hat. Darüber sind wir uns ja alle einig – Sie haben es heute artenschutzrechtlich noch einmal ausführlich begründet bekommen –: Das geht auch nicht. Wir haben, wie gesagt, einige Möglichkeiten für den Herdenschutz; Frau Dr. Kersten hat da schon einiges aufgezählt. Ich möchte keine Redundanz in die Debatte bringen und immer wieder die gleichen Argumente wiederholen. Aber Sie sind sehr herzlich eingeladen, sich bei uns konstruktiv an dieser Debatte zu beteiligen. Wenn der einzige Vorschlag immer wieder ist: „Abschießen!“, dann ist das leider nicht konstruktiv. Vielen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 20/57 · 2022-09-29 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  18. Zum Abschluss der Debatte muss man sagen, gerade weil die CDU/CSU heute so viel über Tierschutz gesprochen hat: Es ist natürlich die traurige Ironie heute: Wenn der Wolf am Ende die Weidetiere nicht tötet, der Mensch tut es ganz sicher. Deswegen ist der beste Tierschutz natürlich, gar nicht zu töten. Vielen Dank. Für eine Kurzintervention erhält die Kollegin Damerow das Wort.

    PLENARPROTOKOLL 20/57 · 2022-09-29 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  19. – Mir ist es wichtig, noch mal darauf hinzuweisen: Wir haben in den Ländern schon fast flächendeckend Förderprogramme. Fast alle Bundesländer bieten das an, und auch der Bund unterstützt mit Fördermitteln über die GAP und über die GAK. Also: Es passiert viel. Wir sind natürlich bereit, unser Instrumentarium auch fortwährend weiterzuentwickeln. Da könnten Sie sich auch mal konstruktiv einbringen. Das, glaube ich, wollen Sie an der Stelle aber gar nicht. Alle, die heute den Abschuss des Wolfes fordern, die sollen uns doch bitte einmal nachweisen, dass das Abschießen wirklich eine wirksame und vor allen Dingen eine gerechtfertigtere Maßnahme für den Tierschutz und für den Artenschutz ist als die anderen Maßnahmen, die wir haben. Das tun Sie nicht, und ich bin mir sicher: Sie können es auch nicht.

    PLENARPROTOKOLL 20/57 · 2022-09-29 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  20. Genau deswegen beschäftigen wir uns damit, ernsthafte Maßnahmen zu finden, und fordern nicht einfach wild populistisch: den Wolf abschießen. Wir wissen, dass es das Problem nicht lösen wird. Wir haben heute schon einige Punkte zum Thema Herdenschutz angesprochen. Auch meine Kollegin Franziska Kersten hat bereits darauf hingewiesen. Wir haben eine tolle Dokumentation darüber, was hilft und was wir beim Herdenschutz eigentlich tun können. Wir sehen auch: In über 80 Prozent der Fälle, wo es Wolfsrisse gab bei Schafen und Ziegen, gab es keinen hinreichenden Herdenschutz oder sogar gar keinen Herdenschutz. Da müssen wir ansetzen; da müssen wir auch von unseren Nachbarländern lernen, die ja schon länger den Wolf beheimaten. Frau Kollegin, erlauben Sie eine Zwischenfrage? Nein, ich glaube, wir haben dazu tatsächlich schon alles gesagt.

    PLENARPROTOKOLL 20/57 · 2022-09-29 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  21. Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es ist ja schon ein bisschen absurd: Die Menschheit weiß, wie man zum Mond fliegt, aber beim Punkt Weidetierschutz oder Weidetierhaltung, da fällt der Union wirklich gar nichts ein außer „abschießen“, und das ist wirklich sehr, sehr traurig bei so einer Debatte. Die Weidetierhaltung ist ein großer Fortschritt für den Tierschutz. Denn natürlich ist die Weidetierhaltung besser als alles, was die Stalltierhaltung zu bieten hat. Die Weidetierhaltung hat noch andere positive Aspekte in Bezug auf unsere Umwelt, zum Beispiel beim Landschaftsschutz oder beim Humusaufbau. Deswegen müssen wir die Weidetierhaltung politisch natürlich unterstützen. Wir haben eindeutig Probleme mit Wolfsrissen; wir erkennen das an.

    PLENARPROTOKOLL 20/57 · 2022-09-29 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  22. Wie das Prinzip der Transparenz gelebt und umgesetzt werden kann, das zeigt unsere Regierung zum Beispiel bei dem Vorhaben, eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung in der Landwirtschaft und eine Herkunftskennzeichnung einzuführen. Das ist eine Grundidee, die wir in der Zukunft vielleicht auf die Fischerei übertragen sollten für mehr Verbraucher/-innenschutz. Vielen Dank. Vielen Dank, Frau Kollegin Mayer. – Nächste Rednerin ist die Kollegin Ina Latendorf, Fraktion Die Linke.

    PLENARPROTOKOLL 20/29 · 2022-04-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  23. Und das steht im großen Gegensatz zu den Grundprinzipien unseres Tierschutzgesetzes. Ersticken, Erdrücken und eine Weiterverarbeitung von Fischen bei vollem Bewusstsein sind qualvolle Praktiken, die wir in einer fortschrittlichen Gesellschaft auch mal hinterfragen müssen. Der allererste Schritt, den wir gehen müssen auf dem Weg zu mehr Tierschutz, auf dem Weg zur Reduzierung von qualvollem Beifang, ist die Abschaffung der Grundschleppnetzfischerei. Das ist ein Punkt, den unsere Regierung mit auf den Weg bringen muss. Dazu wird ein Konzept erarbeitet werden; das ist schon im Koalitionsvertrag formuliert. Natürlich müssen wir auch unseren Konsum hinterfragen; das ist immer wichtig beim Konsum tierischer Produkte. Aber wir müssen auch bei der Aufklärung unterstützen.

    PLENARPROTOKOLL 20/29 · 2022-04-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  24. Laut EU-Kommission sind mittlerweile bis zu 88 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände überfischt. Das ist alarmierend. Deswegen wird es wirklich höchste Zeit für eine Zukunftskommission Fischerei, die sich damit beschäftigt, wie wir die Fischerei und die Aquakulturen in Deutschland nachhaltig aufstellen können. Ich möchte heute einen Aspekt ansprechen, der in Debatten zur Fischerei fast immer zu kurz kommt. Das ist der Tierschutz. Fische sind leidensfähige Lebewesen, und sie haben unseren Schutz verdient. Laut Tierschutz-Schlachtverordnung gilt die Betäubungspflicht vor dem Töten auch für Fische. Für die Meeresfischerei gibt es aufgrund der hohen Mengen Ausnahmeregelungen. Das heißt übersetzt: Ökonomische Gründe führen dazu, dass Tierleid akzeptiert wird.

    PLENARPROTOKOLL 20/29 · 2022-04-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  25. Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, die Meeresfischerei befindet sich in einer Krise, aber offen gesagt nicht erst seit den steigenden Spritpreisen und nicht erst seit dem Krieg in der Ukraine. Die Probleme sind viel tiefgehender. Deswegen macht es auch Sinn, dass wir uns heute nicht nur mit der Kurzfristperspektive, wie im Antrag der Union beschrieben, beschäftigen, sondern auch mal den Blick auf das Große und Ganze richten. Die zentralen Probleme, die wir bei der Fischerei haben – das sind zum einen die fehlende Nachhaltigkeit und zum anderen eine globale Wettbewerbssituation –, führen dazu, dass die Fischereibetriebe zu wenig Einkommen haben und unsere Umwelt und die Tiere leiden. Unsere Meere befinden sich in einem katastrophalen Zustand. Wir haben mittlerweile ganze Todeszonen vor den Küsten Deutschlands.

    PLENARPROTOKOLL 20/29 · 2022-04-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  26. Ich freue mich sehr auf all das, was unsere Regierung hier in den nächsten Jahren auf den Weg bringt. Das ist Veränderung! Vielen Dank. Für die CDU/CSU-Fraktion hat nun der Kollege Albert Stegemann das Wort.

    PLENARPROTOKOLL 20/12 · 2022-01-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  27. Wir unterstützen die Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Transparenz durch die verbindliche Einführung der Tierhaltungskennzeichnung. Das ist ein längst überfälliger Schritt. Zur Ehrlichkeit gehört auch dazu: Wenn wir unsere Klimaziele ernst nehmen und wenn wir den Tierschutz in Deutschland ernst nehmen, dann müssen wir auch wegkommen von diesen enormen Zahlen in der Tierhaltung. Für all die, die die Tötung von Tieren für ihren Konsum nicht mehr unterstützen möchten oder die ihren Konsum reduzieren möchten, müssen wir auch gute Angebote schaffen. Das heißt: pflanzliche Ernährung unterstützen, vegetarische und vegane Angebote unterstützen, und zwar flächendeckend. Nur so schaffen wir echte Wahlfreiheit für alle Bürgerinnen und Bürger, die tierleidfreie, nachhaltige und klimaschonende Ernährung wollen.

    PLENARPROTOKOLL 20/12 · 2022-01-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  28. Das sind wir nämlich insbesondere den Landwirtinnen und Landwirten in Deutschland dringend schuldig, die sich kaum über Wasser halten können in dem aktuellen System. Das Geld, das für landwirtschaftliche Erzeugnisse aktuell erworben wird, reicht kaum, um die Kosten zu decken. Das reicht nicht für eine gute Existenzsicherung. Und das reicht schon dreimal nicht, um die Bedingungen für die Millionen von Tieren, die in unserem wirklich prekären System der deutschen Massentierhaltung leben und sterben müssen, zu verbessern. Damit muss Schluss sein! Klar, wir brauchen Geld für das, was wir planen. Die Finanzierung für die höheren Standards beim Fleisch soll getragen werden durch alle, die Fleisch konsumieren möchten.

    PLENARPROTOKOLL 20/12 · 2022-01-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  29. Aber da müssen wir doch zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden: Steigende Lebensmittelpreise sind nicht schuld daran, dass unsere Tariflöhne in Deutschland kaum erhöht werden. Die Lösung für dieses Problem sind ganz sicher nicht Ramschpreise für Lebensmittel, sondern die Lösung ist eine anständige Sozial- und Arbeitspolitik. Die Lösung ist ein höherer Mindestlohn. Die Lösung sind gute Renten. Die Lösung ist die Kindergrundsicherung und noch vieles mehr. Genau das wird unsere Regierung auf den Weg bringen; denn nur so schaffen wir es, dass wir Soziales, Ökologisches und Tierschutz zusammendenken und eben nicht mehr gegeneinander ausspielen. Was wir ganz sicher nicht machen werden, ist, die Debatte um faire Lebensmittelpreise weiter zu verschleppen.

    PLENARPROTOKOLL 20/12 · 2022-01-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  30. Frau Präsidentin! Liebe Kollegen! Das ist eine hitzige Debatte heute – und mal ehrlich: Das ist auch gut so. Nach 16 Jahren landwirtschaftspolitischem Stillstand ist es wirklich mal dringend notwendig, dass wir uns über Veränderungen unterhalten. Und bei Veränderungen gehören hitzige Debatten nun einmal dazu. Wir reden heute dank unseres Ministers auch mal über das Thema Lebensmittelpreise. Ich danke Cem Özdemir an dieser Stelle wirklich sehr dafür, dieses Thema klar und offen zu benennen. Um auf die Reden meiner Vorrednerinnen und Vorredner einzugehen: Natürlich ist es ein gigantisches Problem, wenn die Lebensmittelpreise in Deutschland schneller steigen als die Einkommen.

    PLENARPROTOKOLL 20/12 · 2022-01-14 · READ THE BUNDESTAG RECORD