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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Bettina Lugk

SPD · Germany

IN THEIR OWN WORDS

Wer zukünftig öffentliche Mittel für den Spitzensport erhalten möchte, muss sich zu Transparenz, zu klaren Kontrollstrukturen und vor allen Dingen auch zum Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch verpflichten. Das war lange überfällig.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Athletinnen und Athleten! Liebe Trainerinnen und Trainer! Vor etwas mehr als einem Monat haben wir hier in erster Lesung den Gesetzentwurf diskutiert.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Genau dieses Signal schulden wir unseren Sportlerinnen und Sportlern, die in unserem Sportsystem trainieren und Leistung erbringen, nämlich dass wir ihre Rechte schützen und dass sie sich darauf verlassen können. Ein ganz anderer Punkt.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Ich danke ausdrücklich allen, die daran mitgewirkt haben: Athleten, Trainern, den Verbänden, der PotAS-Kommission, insbesondere unseren Kolleginnen und Kollegen im Sport- und Ehrenamtausschuss, aber natürlich auch unseren Haushältern.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

An dieser Stelle danke ich stellvertretend Athleten Deutschland und vor allen Dingen den Sportlerinnen und Sportlern, die auf dem langen Weg zur Gründung dieses Zentrums nie nachgelassen haben. Frau Kollegin, eine Sekunde. Ich stoppe kurz die Uhr. Ich habe eine Bitte.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Athletinnen und Athleten brauchen Mitsprachemöglichkeit und nicht nur eine symbolische Anhörung. Zweitens. Die Spitzensport-Agentur muss unabhängig von einzelnen Verbandsinteressen sein. – Beides haben wir im Verfahren erreicht.

PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

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  1. Und wir müssen neue Strukturen in die Praxis bringen, und dort müssen sie sich bewähren. Als SPD-Fraktion werden wir diesen Prozess intensiv begleiten und natürlich ein Auge darauf haben, ob die vereinbarten Evaluierungsprozesse des Gesetzes nach sechs bzw. zehn Jahren eingehalten werden. Es ist ein guter Tag für den Sport. Als Sozialdemokratin sage ich: Es ist vor allen Dingen ein guter Tag für unsere Athletinnen und Athleten. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung. Vielen Dank. Vielen Dank. – Die nächste Rednerin ist Tina Winklmann für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  2. Ich danke ausdrücklich allen, die daran mitgewirkt haben: Athleten, Trainern, den Verbänden, der PotAS-Kommission, insbesondere unseren Kolleginnen und Kollegen im Sport- und Ehrenamtausschuss, aber natürlich auch unseren Haushältern. Ausdrücklich danken möchte ich für die konstruktive Begleitung des Gesetzes meinen Kolleginnen von den Grünen. Vielen Dank für eure Unterstützung. Mit diesem Gesetz schaffen wir erstmals eine gesetzliche Grundlage für die Spitzensportförderung des Bundes. Es ist der schon angesprochene Paradigmenwechsel, auf den wir eigentlich sehr lange warten mussten, wenn wir ehrlich sind: seit London 2012. Heute geht es endlich ins Gesetz. Natürlich ist mit der Verabschiedung des Gesetzes noch nicht alles und noch nicht jede Frage gelöst. Aber die Spitzensport-Agentur wird ihre Arbeit aufnehmen.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  3. Genau dieses Signal schulden wir unseren Sportlerinnen und Sportlern, die in unserem Sportsystem trainieren und Leistung erbringen, nämlich dass wir ihre Rechte schützen und dass sie sich darauf verlassen können. Ein ganz anderer Punkt. Der Bundesrechnungshof hat wiederholt kritisiert, dass Steuerung und Kontrolle im organisierten Sport nicht klar genug geregelt sind. Das war bisher immer ein Appell. Heute können wir sagen: Wir treffen eine klare Regelung im Gesetz. Aus persönlicher Überzeugung kann ich Ihnen zurufen: Natürlich hat der DOSB kein Vetorecht im Stiftungsrat. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Beratungen haben Veränderungen gebracht. Der Entwurf ist besser geworden. Er ist besser geworden, weil wir nachgefragt haben, weil wir zugehört haben, weil wir Hinweise aufgenommen und entscheidend berücksichtigt haben.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. An dieser Stelle danke ich stellvertretend Athleten Deutschland und vor allen Dingen den Sportlerinnen und Sportlern, die auf dem langen Weg zur Gründung dieses Zentrums nie nachgelassen haben. Frau Kollegin, eine Sekunde. Ich stoppe kurz die Uhr. Ich habe eine Bitte. Es ist verständlich, dass sich der Saal allmählich füllt, weil wir gleich eine namentliche Abstimmung haben. Aber damit steigt auch der Lärmpegel, und es wird zunehmend schwieriger, der Rednerin konzentriert zu lauschen. Deshalb bitte ich darum, alle Nebengespräche außerhalb des Plenums zu führen. Vielen Dank. Jetzt haben Sie wieder das Wort. Die Uhr läuft weiter. Bitte schön. Vielen Dank. – Athletinnen und Athleten sollen sich auf ihr Training, auf ihre Leistung konzentrieren können. Good Governance ist deshalb keine Formalie.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Sie entscheidet darüber, ob Athletinnen und Athleten sich auf den organisierten Sport, auf ihren Verband verlassen können oder ob sie ihm ausgeliefert sind. Denn Machtmissbrauch beginnt nicht erst bei physischer oder psychischer Gewalt. Er beginnt genau da, wo Existenzangst Sportlerinnen und Sportlern als Druckmittel entgegengesetzt wird. Genau deshalb haben wir uns als SPD-Fraktion dafür ausgesprochen, den Safe Sport Code als Fördervoraussetzung zu verankern. Gestern haben wir das Zentrum für Safe Sport gegründet, das nun seine Arbeit aufnehmen wird und, so hoffe ich, bei der ersten Evaluation ein fester Bestandteil der Förderbedingungen werden kann.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Wer zukünftig öffentliche Mittel für den Spitzensport erhalten möchte, muss sich zu Transparenz, zu klaren Kontrollstrukturen und vor allen Dingen auch zum Schutz vor Gewalt und Machtmissbrauch verpflichten. Das war lange überfällig. Beim Deutschen Eisschnelllauf-Verband – und leider nicht nur dort – sehen wir gerade, dass Dinge, die selbstverständlich scheinen, nicht selbstverständlich sind. Strukturentscheidungen werden getroffen, ohne mit den betroffenen Athletinnen und Athleten vorher zu sprechen. Und wer sich nicht fügt, muss mit dem Ende des Kaderstatus oder sogar mit dem Ende der Beschäftigung rechnen. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, trifft unsere Spitzenathleten in ihrer Existenz und zerstört Vertrauen, von dem der Sport nicht genug haben kann. Solche Fälle zeigen: Eine gute Verbandsführung ist nicht nur Nebensache.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Dieser Sitz im Stiftungsrat soll von einer Athletin oder einem Athleten aus der DOSB-Athletenkommission besetzt werden. Für uns ist dabei ganz klar: Die Athletenkommission entscheidet selbst, wen sie entsendet, wer unabhängig mitentscheidet. Damit die ehrenamtliche Interessenvertretung ihre wichtige Arbeit wirksam wahrnehmen kann, braucht sie verlässliche Strukturen, eine angemessene Unterstützung und eine hauptamtliche Mitarbeiterstruktur. Ich sage es mal vorsichtig: Das ist ein deutlicher Appell, quasi ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung DOSB-Führung. Außerdem haben wir durchgesetzt, dass der Safe Sport Code eine verbindliche Fördervoraussetzung wird und verbindliche Kriterien einer guten Verbandsführung ebenfalls im Gesetz verankert sind.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. Athletinnen und Athleten brauchen Mitsprachemöglichkeit und nicht nur eine symbolische Anhörung. Zweitens. Die Spitzensport-Agentur muss unabhängig von einzelnen Verbandsinteressen sein. – Beides haben wir im Verfahren erreicht. Künftig sitzt ein Athlet oder eine Athletin im Stiftungsrat der Spitzensport-Agentur, und das ist mehr als nur ein Symbol. Wer über die Zukunft von Spitzensport entscheidet, muss auf die hören, die diesen Sport tagtäglich leben, die ihre Gesundheit, ihre Zeit und ihre Existenz investieren. Athletenzentrierung ist nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern findet sich jetzt in diesem Gesetz wieder. Wer künftig über Strukturen, über Mittelvergaben, über Priorisierung im Spitzensport und Förderung entscheiden will, tut das mit Athletinnen und Athleten am Tisch.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Athletinnen und Athleten! Liebe Trainerinnen und Trainer! Vor etwas mehr als einem Monat haben wir hier in erster Lesung den Gesetzentwurf diskutiert. Damals habe ich gesagt: Der Entwurf ist schon eine gute Grundlage, aber es gibt das eine oder andere, was man noch verbessern kann. – Heute, in zweiter und dritter Lesung, stehen wir nicht mehr am Anfang der Debatte, sondern biegen auf die Zielgerade ein. Alle, die den langjährigen Prozess begleitet haben, werden wahrscheinlich erleichtert sagen: Endlich! Es hat sich gelohnt, in den letzten Wochen noch einmal genauer hinzuschauen; denn wir haben im parlamentarischen Verfahren genau an den Stellen nachgeschärft, die uns als Sozialdemokraten wichtig sind. Ich hatte damals zwei Kritikpunkte angebracht: Erstens.

    PLENARPROTOKOLL 21/90 · 2026-07-10 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  10. Ich möchte auf zwei exemplarisch eingehen: Die Spannungen zwischen Atomwaffenstaaten auf der einen Seite und das Auslaufen des New-START-Vertrags auf der anderen Seite verpflichten uns, für neue alternative Formate der nuklearen Risikominimierung zu kämpfen. Zudem stellen uns neue Technologien wie die KI vor neue Fragen der Rüstungssteuerung. Hier ist es wichtig, dass wir die Verantwortung nicht einer KI überlassen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Abschreckung und Rüstungskontrolle sind zwei Seiten unserer Sicherheit. Sie lassen sich mit Verteidigungsfähigkeit auf der einen Seite und Rüstungskontrolle auf der anderen Seite gut zusammenfügen. Ich danke Ihnen.

    PLENARPROTOKOLL 21/81 · 2026-05-22 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  11. Wir müssen uns also dieser Realität stellen, die Bundeswehr ausrüsten und zur Landes- und Bündnisverteidigung befähigen. Da sind wir auch dabei. Wir schließen Fähigkeitslücken. Und ja, dazu zählt nach meiner Überzeugung auch die Stationierung von Mittelstreckenraketen. Gleichzeitig dürfen wir die Rüstungskontrolle nicht als Gegenmodell zur Zeitenwende verstehen. Tatsächlich ist sie ein integraler Bestandteil verantwortungsbewusster Sicherheitspolitik. Denn die Mechanismen dieser Rüstungskontrolle begrenzen Risiken, erhöhen die Stabilität und Berechenbarkeit, reduzieren Fehlwahrnehmungen und verhindern auch menschliches Leid. Hier denke ich insbesondere an die Ächtung von Antipersonenminen. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind vielfältig.

    PLENARPROTOKOLL 21/81 · 2026-05-22 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  12. Es ist mir daher ein sehr wichtiges Anliegen, beide Perspektiven zusammenzubringen. Es braucht eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir Sicherheit erreichen bzw. verteidigen können. Nur so können wir eine breite Unterstützung für unsere Verteidigungsausgaben bewahren und zugleich eine gesellschaftliche Spaltung verhindern. Nur so erreichen wir eine nötige Resilienz, die gerade in Krisenzeiten elementar für unsere Sicherheit ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen, eine solche Debatte, wie wir sie heute führen, muss angesichts der aktuellen Bedrohungslage geführt werden. Die Berichte, die uns vorliegen, finden hier auch die richtigen Worte. Wenn Russland die größte und direkteste Bedrohung unserer Sicherheit ist, müssen wir auch entsprechend handeln.

    PLENARPROTOKOLL 21/81 · 2026-05-22 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  13. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Rede zu den beiden Abrüstungsberichten der Bundesregierung möchte ich mit einem Zitat beginnen: „Ich werde mir das Wort Friedenspolitik und den Inhalt unserer Friedenspolitik von niemandem abhandeln lassen.“ Das sagte der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, bekannt als Befürworter des NATO-Doppelbeschlusses. Er verteidigte damit die Verknüpfung von Aufrüstungsdrohung mit Gesprächsangeboten. Denn damals wie heute gilt: Glaubhafte Abschreckung und Rüstungskontrolle gehören zusammen. Aufrüstung und Friedenspolitik mögen sicher in einem Spannungsverhältnis stehen, aber sie sind kein Widerspruch. Ich selbst bin Mitglied im Verteidigungsausschuss und zugleich im Unterausschuss für Rüstungskontrolle.

    PLENARPROTOKOLL 21/81 · 2026-05-22 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  14. Zum einen an uns, liebe Kolleginnen und Kollegen: Wer Zusammenhalt will, muss Engagement stärken. Und wer Demokratie schützen möchte, muss Menschen stärken, die sich jeden Tag vor Ort dafür einsetzen. Abschließend an Sie, liebe Engagierte: Genießen Sie den Ehrentag, der Ihnen gewidmet ist! Sie sind diejenigen, die oft im Hintergrund arbeiten, die selten genug im Mittelpunkt stehen, und dennoch tragen Sie unsere Gesellschaft. Dafür gilt Ihnen unser aller herzlicher Dank. Die nächste Rednerin in dieser Debatte ist Tina Winklmann für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  15. Gerade solche Programme leisten einen wichtigen Beitrag zur Präventionsarbeit, zur politischen Bildungsarbeit und stärken diejenigen vor Ort, die sich für uns einsetzen. Leider sehe ich noch eine weitere Entwicklung, die uns Sorgen machen muss: Ehrenamtliche werden zunehmend mit Respektlosigkeit, Beleidigungen und Gewalt konfrontiert. Das betrifft insbesondere unsere Einsatzkräfte der Blaulichtfamilie, aber auch andere Ehrenamtliche. Deshalb ist es unsere Aufgabe, diese Ehrenamtlichen besser zu schützen, Angriffe härter zu bestrafen und Verfahren deutlich zu beschleunigen. Lassen Sie mich ganz klar sagen: Wer einen Helfer angreift, greift die Gesellschaft und damit uns alle an. Das ist nicht zu akzeptieren. Lassen Sie mich noch zwei Punkte ansprechen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  16. Nach meiner festen Überzeugung muss man heute betonen, dass man sich nicht wegducken darf, wenn gesellschaftspolitisches Engagement politisch wird. Verstehen Sie mich nicht falsch, liebe Kolleginnen und Kollegen: Selbstverständlich ist parlamentarische Kontrolle wichtig und legitim. Wir sollten allerdings sehr sensibel damit umgehen, wenn wir gemeinnützige Vereine oder Initiativen pauschal unter Verdacht oder Rechtfertigungsdruck stellen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Engagement für Demokratie und Vielfalt grundsätzlich des Extremismus verdächtig ist; denn wer unsere Demokratie und unsere Gesellschaft stärken will, braucht unseren Rückhalt. Gerade deshalb halte ich es für ein falsches Signal, erfolgreiche Programme wie „Demokratie leben!“ grundsätzlich infrage zu stellen oder zu beschneiden.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  17. Gerade dort, wo Ehrenamt Vertrauen schafft, Zusammenhalt stärkt und für die demokratischen Werte, für die wir leben, einsteht, werden Herausforderungen oft zu Verunsicherung und manchmal sogar zu Gefährdungen. Der Ausschuss für Sport und Ehrenamt hatte am vergangenen Mittwoch die Preisträger des Deutschen Engagementpreises 2025 zu Gast, und es war erschreckend, mit welchen Anfeindungen auch sie in ihrem Alltag leben müssen. Wir müssen also unsere Zivilgesellschaft stärken, und wir wissen alle, dass Demokratie nicht bei Wahlen oder Parlamenten endet. Wir wissen doch alle, dass Demokratie davon lebt, dass Menschen Haltung zeigen, sich für Vielfalt einsetzen, lokale Bündnisse organisieren, sich gegen Antisemitismus, gegen Rassismus und gegen Extremismus engagieren.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  18. Wir haben die Freigrenze für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe gemeinnütziger Vereine auf 50 000 Euro angehoben und kleinere Vereine bei den Vorgaben zur Mittelverwendung entlastet. Über das Haftungsprivileg haben wir heute schon gesprochen. Das sind konkrete Verbesserungen, die den Zusammenhalt unserer Gesellschaft fördern. Auch in Bezug auf den Zwischenruf, den ich gerade aus der Fraktion Die Linke gehört habe, sage ich: Ja, wir wissen, dass das nur ein erster Schritt ist und dass mehr folgen muss. Unser Anspruch ist klar: Am Ende dieser Legislatur müssen spürbare Verbesserungen erzielt werden. Genau daran sollten wir gemeinsam arbeiten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer Demokratie stärken will, muss auch diejenigen stärken, die sich jeden Tag vor Ort für Demokratie einsetzen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  19. Aber ich glaube, man kann sagen: Menschen haben immer weniger Zeit. Die beruflichen Belastungen nehmen zu, die Bürokratie wächst, und die Verantwortung wird komplexer. Gerade diejenigen, die sich seit Jahren engagieren, stoßen an Belastungsgrenzen. Das ist uns allen bewusst; denn das haben wir als Koalition auf unserer Agenda. Mit dem Zukunftspakt Ehrenamt sorgen wir dafür, dass diejenigen, die sich engagieren, spürbar entlastet werden, und zwar durch zwei Dinge: auf der einen Seite durch weniger Bürokratie, auf der anderen Seite durch mehr Rechtssicherheit und vereinfachte Verfahren, beispielsweise im Gemeinnützigkeits-, Datenschutz- und Zuwendungsrecht. Die ersten Schritte sind gegangen. Wir haben, wie schon vorgestellt, die Übungsleiterpauschale auf 3 300 Euro erhöht und die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  20. Sie tun es nicht, weil sie Geld dafür erwarten und auch nicht für Aufmerksamkeit. Sie tun es, weil sie Verantwortung für die Gesellschaft, für uns alle übernehmen. Gerade deshalb verdient dieses Engagement unsere Aufmerksamkeit und unseren größten Respekt. Das Ehrenamt steht für das Gegenteil dessen, was wir in der Vorrede gehört haben: Es steht für Fairness und Respekt und für den gelebten Gegenentwurf zu Polarisierung, Vereinzelung und Hass. Das muss man, wie ich glaube, nach dieser Vorrede betonen. Das Ehrenamt ist mehr als unbezahlte Arbeit; es ist gelebte Demokratie. Das bedeutet, dass es uns alle etwas angeht, wie es dem Ehrenamt geht. Wir müssen feststellen, dass Ehrenamt leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Viele Vereine und Initiativen suchen Nachfolger und Nachwuchs, und die Gründe sind vielfältig.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  21. Menschen machen die Demokratie konkret erlebbar, erfahrbar vor Ort. Dieses Thema gehört heute in den Deutschen Bundestag, in die Debatte; denn freiwilliges Engagement ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Es stärkt Teilhabe, Zusammenhalt und Demokratie ganz konkret. Und aus meiner festen Überzeugung heraus darf vom Ehrenamt erwartet werden, dass die Politik dahinterstehen muss. Rund 28 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland freiwillig – im Sportverein, in der Blaulichtfamilie, in der Kultur, im Sozialen, in der Bildung, in der Pflege; man könnte diese Aufzählung noch lange fortsetzen. Sie trainieren Jugendmannschaften, organisieren Vereinsfeste, besuchen einsame Menschen, stehen nachts auf, wenn wir ihre Hilfe brauchen. Und das tun sie nicht nur für Anerkennung.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  22. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Engagierte in diesem Land! Ich freue mich, dass ich jetzt ein anderes Bild von dem Ehrenamt und dem Engagement in unserem Land zeichnen kann, ein Bild dessen, was wir alle in unseren Wahlkreisen als sehr positiv erleben. Die Ehrenamtlichen schauen jetzt alle auf den Geburtstag des Grundgesetzes, das das Fundament unserer Demokratie, unseres Zusammenlebens und unserer Freiheit ist. Dass der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier genau diesen Tag ausgewählt hat, um das Ehrenamt mit einem Ehrentag zu würdigen, ist, glaube ich, in der Ehrenamtslandschaft angekommen. Denn unser Grundgesetz lebt nicht allein auf dem Papier. Es lebt davon, dass sich Menschen engagieren, dass sie Verantwortung füreinander übernehmen, dass sie helfen, sich einbringen und organisieren.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  23. Für Bündnis 90/Die Grünen hat Frau Abgeordnete Tina Winklmann das Wort, Mitglied der Mannschaft FC Bundestag, die Europameister geworden ist. Bitte sehr.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  24. Diese Kritik ist kein parteipolitischer Angriff, sondern eine fachliche Mahnung, die wir beachten müssen. Es ist also sicherzustellen, dass die Agentur wirklich unabhängig von Verbandsinteressen handeln kann. Das ist etwas, was wir im parlamentarischen Verfahren genau beachten müssen. Wir beraten heute ein Gesetz über die Zukunft des deutschen Spitzensportes. Die erste Lesung ist der Auftakt und die herzliche Einladung an alle demokratischen Fraktionen, es noch besser zu machen. Entschuldigung. Wer über mehrere Reihen miteinander reden will: gerne draußen. Aber ich bitte, der Kollegin zuzuhören. – Bitte. Danke schön. – Wir brauchen ein Sportfördergesetz mit einem tatsächlichen Paradigmenwechsel, das glaubwürdig ist. Lassen Sie es uns gemeinsam gestalten. Ich freue mich auf die Beratungen und danke Ihnen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  25. Dem Anspruch von Athletinnen und Athleten, in den Mittelpunkt gestellt zu werden, wird in diesem Gesetz bisher keine Rechnung getragen. Mitwirkungsrechte von Athletinnen und Athleten in den Gremien der Spitzensportagentur sind nach meiner Überzeugung notwendig. Sie müssen als zentrale Akteure auch eine echte Mitsprachemöglichkeit erhalten. Es reicht nicht, symbolisch angehört zu werden; die Mitwirkungsrechte müssen institutionell abgesichert sein. Zweitens. Der Bundesrechnungshof hat in der Vergangenheit häufig kritisiert, dass der Deutsche Olympische Sportbund als Interessenverband des organisierten Sportes einen zu großen Einfluss auf die Vergabe von Fördermitteln hat und dass Steuerung, Kontrolle und Erfolgskriterien nicht ausreichend klar geregelt sind.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  26. Sie brauchen die Sicherheit, dass Vorfälle unabhängig aufgearbeitet werden und ihre Perspektive ernst genommen wird. Die Staatsministerin hat schon erläutert, dass wir kurz vor der Gründung des Trägervereins am 8. Juli stehen, sodass das Zentrum im nächsten Jahr die Arbeit aufnehmen kann. Das ist ein starkes Signal: Der Schutz von Athletinnen und Athleten ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Aufgabe. Denn wer über Leistung spricht, darf über Schutz, Sicherheit und Würde nicht schweigen. Auch das gehört zu einer modernen Sportpolitik. Ich glaube, in meinen bisherigen Ausführungen ist deutlich geworden, warum wir ein Sportfördergesetz brauchen, was die Grundidee dieses Gesetzes ist und welche positiven Ansätze es bereits enthält. Ich erwähnte schon, dass ich Optimierungsbedarf sehe, und möchte hier zwei Punkte aufgreifen. Erstens.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  27. Deshalb dürfen wir bei der Olympiabewerbung nicht isoliert unterwegs sein. Wir brauchen für eine glaubwürdige Bewerbung auch ein glaubwürdiges Spitzensportsystem, wenn wir international überzeugen wollen. Der organisierte Sport trägt zudem eine enorme gesellschaftliche Verantwortung, wenn es beispielsweise um Machtgefälle geht. Deshalb ist es richtig und notwendig, dass wir parallel zum Sportfördergesetz heute auch den Aufbau des unabhängigen Zentrums für Safe Sport vorantreiben. Dieses Zentrum soll eine Struktur gegen Gewalt, gegen Missbrauch und gegen Machtmissbrauch im Sport bieten. Ich betone ausdrücklich die Unabhängigkeit als entscheidenden Punkt. Betroffene brauchen Vertrauen in die Institutionen, an die sie sich wenden.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  28. Dann wird die Mitgliederversammlung des DOSB entscheiden, welches deutsche Bewerberkonzept für den internationalen Wettbewerb auserkoren wird. Schon jetzt ist absehbar, dass die Entscheidung auch Konfliktpotenzial enthält. Es bewerben sich unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Konzepte, unterschiedliche Interessen; all das trifft aufeinander. Deshalb brauchen wir Transparenz bei der Entscheidung, die von Fairness und Nachvollziehbarkeit geprägt sein muss, damit die Regionen, die sich mit ihrer Bewerbung nicht durchsetzen konnten, wissen, woran es gelegen hat. Hinzu kommt: Die internationalen Chancen Deutschlands sind momentan noch nicht abzuschätzen. Wir stellen uns international einer großen Konkurrenz. Mehrere Staaten bereiten Bewerbungen langfristig und strategisch vor.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  29. Lange Zeit schien es kaum vorstellbar, dass in Deutschland wieder eine gesellschaftliche Mehrheit für Olympische und Paralympische Spiele geben wird. Doch gerade die jüngsten Bürgerentscheide haben uns gezeigt, dass sich die Stimmung geändert hat. Sowohl in München als auch in Nordrhein-Westfalen gab es überraschend sehr positive Voten. Das zeigt, dass Menschen erkennen, welche Chancen mit der Bewerbung verbunden sind – für den Sport, für die Infrastruktur, aber auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig wissen wir aber auch: Die Debatte bleibt anspruchsvoll. In wenigen Tagen wird in Hamburg das Referendum zur Olympiabewerbung stattfinden. Wir verfolgen die Entscheidung mit großer Aufmerksamkeit. Der nächste Schritt ist dann am 26. September.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  30. Dennoch müssen wir anerkennen, dass die Anforderungen an Athletinnen und Athleten immer größer werden. Das internationale Konkurrenzsystem professionalisiert sich massiv. Andere Staaten investieren strategisch in Talentsichtung, in Trainingssteuerung und in mehr wissenschaftliche Begleitung. Wenn Deutschland im internationalen Spitzensport konkurrenzfähig bleiben möchte, dann müssen wir bereit sein, unsere Strukturen zu modernisieren. Genau deshalb ist das Gesetz, das uns zur Beratung vorliegt, kein Verwaltungsprojekt. Es geht um die Zukunftsfähigkeit des deutschen Spitzensports und um die Wettbewerbsfähigkeit der nächsten Sportgeneration. Dabei findet die heutige Debatte natürlich auch vor dem Hintergrund der Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele statt. Wir erleben derzeit eine neue Dynamik in dieser Frage.

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  31. Damit wird die Möglichkeit geschaffen, Athletinnen und Athleten direkt sportlich zu fördern – und nicht ausschließlich über Verbandsstrukturen. Das stärkt die Eigenständigkeit unserer Spitzensportler und trägt dazu bei, dass Förderung passgenauer, transparenter und individueller erfolgen kann. Genau hier zieht der Gesetzentwurf die Schlussfolgerungen aus den bereits in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, heute über die Spitzensportförderung zu sprechen, heißt, nicht nur auf Medaillen und Titel zu schauen, sondern auch darauf, welches Bild von Sport wir als Gesellschaft haben. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind Vorbilder für Millionen von Menschen, insbesondere für Kinder und Jugend. Sie vermitteln und zeigen, was Disziplin, Teamgeist und Leistungsbereitschaft möglich machen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  32. Während wir viele Fördermittel ins System geben, kommt bei Athletinnen und Athleten zu wenig an. Spitzenathleten, die trotz internationaler Erfolge in finanzieller Unsicherheit leben, gibt es leider. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe ist ein zentraler und wichtiger Förderer. Aber auch hier reichen die Mittel nicht aus, um den Athletinnen und Athleten im alltäglichen Leben die Rahmenbedingungen zu bieten, um ihren Leistungssport auf möglichst hohem Niveau dauerhaft auszuüben. Das ist nach meiner festen Überzeugung keine ausschließlich soziale Frage, sondern auch eine sportpolitische Frage; denn wer sich um seine Existenz sorgen muss, kann sich nicht auf das Training, auf die Regeneration oder die Leistung konzentrieren. Vor diesem Hintergrund ist es auch wichtig, dass im Gesetzentwurf erstmals das sogenannte Individualbudget vorgesehen ist.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  33. Was wir brauchen, ist eine kluge Konzentration, das heißt weniger, aber leistungsfähige Stützpunkte mit einer modernen Ausstattung und verlässlichen Rahmenbedingungen; denn nur das erhöht die sportliche Qualität und spart Kosten. So können wir Geld effizient da einsetzen, wo es notwendig ist. Liebe Kolleginnen und Kollegen, genau hier zeigt sich: Wir brauchen eine stärkere Steuerung, damit Mittel genau dort eingesetzt werden, wo sie die größtmögliche Wirkung entfalten. Das ist eine zentrale Aufgabe der zu gründenden Spitzensportagentur. Zu Beginn meiner Rede habe ich schon davon gesprochen, dass Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt der Reform gestellt werden müssen. Denn die Probleme, die im System bestehen, zeigen sich alltäglich in ihrer persönlichen Lebensrealität.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  34. In den vergangenen Jahren ist mehr Geld ins System geflossen; gleichzeitig sind unsere Platzierungen in den Medaillenspiegeln, beispielsweise bei Olympischen Spielen, schwächer geworden. Das zeigt ganz deutlich: Es ist nicht allein entscheidend, wie viel Geld ins System fließt, sondern es ist auch entscheidend, wie effizient es eingesetzt wird. Genau das wollen wir mit der Spitzensportreform und der Agentur sicherstellen. Ich möchte Ihnen ein Beispiel für einen aus meiner Sicht ineffizienten Mitteleinsatz geben. Unser Stützpunktsystem ist historisch gewachsen, sehr kleinteilig und in Teilen ineffizient. Viele Standorte bedeuten hohe Overheadkosten und Verwaltungskosten, ohne dass dies automatisch zu besseren Trainingsbedingungen oder besseren sportlichen Leistungen führt.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  35. Die Reform blieb in zentralen Punkten zu unverbindlich, und man muss gestehen, dass die Umsetzung höchstens in einigen Teilbereichen gelungen ist. Daher hatte bereits die Vorgängerregierung erkannt, dass es jetzt ein Gesetz braucht, um einen wirklichen Paradigmenwechsel hinzubekommen, und auf diese Vorbereitung konnten wir jetzt zurückgreifen. Woran zeigt sich, dass die bereits 2012 begonnenen Reformbemühungen noch zu keinem ausreichenden Erfolg geführt haben? Ich sage das ganz deutlich: Der deutsche Spitzensport leidet nicht in erster Linie an einem Mangel an finanziellen Mitteln. Er leidet an einem Steuerungs- und Strukturproblem und an einer Verteilung der Mittel, die sich nicht konsequent genug an den Bedürfnissen von Athleten und Trainern orientiert.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  36. Aber ich sage auch: Ich sehe noch deutlichen Optimierungsbedarf; darauf werde ich später eingehen. Zunächst möchte ich einen Blick zurückwerfen; denn dass wir diesen Schritt heute gehen, ist kein spontaner Entschluss. Spätestens nach den Olympischen Spielen im Jahr 2012 in London wurde deutlich, dass der deutsche Spitzensport strukturelle Probleme hat und eine Reform notwendig ist. In den folgenden Jahren wurde an einer Reform gearbeitet, und sie wurde schließlich auch beschlossen. Damals wurde bereits vieles richtig analysiert, und es wurden auch einige Dinge verändert, unter anderem durch die Gründung der PotAS-Kommission. Aber gleichzeitig müssen wir heute auch feststellen, dass es nicht gelungen ist, die vielen damals zwischen der Politik und dem organisierten Sport getroffenen Vereinbarungen konsequent umzusetzen.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  37. Unsere Athleten, aber auch die Trainerinnen und Trainer müssen im Mittelpunkt unserer Reform stehen; denn es geht um ihr Wohlergehen, ihre Potenzialentwicklung und ihren Erfolg. Das ist der Kern unserer Spitzensportreform und der Grund, weshalb wir heute ein Sportfördergesetz beraten. Mit dem Gesetz wollen wir die Sportförderung in Deutschland auf eine neue, verlässliche Grundlage stellen – transparenter, effizienter und besser steuerbar als bisher. Erstmals wird die Spitzensportförderung des Bundes in einem eigenen Gesetz geregelt. Der vorliegende Entwurf bietet dafür eine gute Grundlage. Er sieht im Kern die Gründung einer Spitzensportagentur vor, die künftig die Steuerung der Spitzensportförderung übernehmen soll. Das ist richtig und gut so.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  38. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Athletinnen und Athleten! Wer mit Spitzenathletinnen und Spitzenathleten über den deutschen Spitzen- und Leistungssport spricht, bekommt sehr schnell ein klares Bild davon, was in unserem System funktioniert und was auch nicht. Man hört von enormer Disziplin, von jahrelangem Training und von einer Bereitschaft, alles, aber auch wirklich alles, dem Sport unterzuordnen. Man hört aber auch von einer Unsicherheit, von komplizierten Strukturen und davon, dass sich viele Athletinnen und Athleten im System oft alleingelassen fühlen. Genau mit dieser Perspektive möchte ich heute in die Debatte einsteigen; denn Spitzensportpolitik darf nicht über Athletinnen und Athleten hinweg gemacht werden.

    PLENARPROTOKOLL 21/80 · 2026-05-21 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  39. Das aktuelle Kabinett hat sich klar positioniert, und nun ist es auch an uns als Parlament, klar Haltung zu beziehen. Denn es gilt: Wir wollen die Spiele. Wir stehen für Spiele, die Werte sichtbar machen und Menschen zusammenbringen, und für Spiele, die Athletenheimspiele sein können. Vielen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  40. Sie stehen für Inklusion, sie stehen für Sichtbarkeit, für gesellschaftlichen Fortschritt, und sie zeigen, was möglich ist, wenn Barrieren abgebaut werden – und dies nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag. Und nicht zuletzt: Die Spiele können eine ganze Generation für den Sport begeistern – und auch das hat uns Paris vorgemacht –: mit Programmen für Bewegung in Schulen, mit neuen Impulsen für den Breitensport. Auch diese Chance sollten wir nutzen – für mehr Bewegung, für mehr Gesundheit und mehr Miteinander. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die SPD steht klar hinter den Bewerbungsbemühungen. Schon Olaf Scholz und die von ihm geführte Bundesregierung haben im vergangenen Jahr mit der Unterzeichnung des Memorandums of Understanding eine deutliche Aussage getroffen.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  41. Ich bin wahrlich nicht bekannt dafür, dem IOC unkritisch gegenüberzustehen; aber wir wollen Olympische und Paralympische Spiele, die unsere Werte widerspiegeln – Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Nachhaltigkeit, die Freiheit des Einzelnen und Meinungsfreiheit –, und dann müssen wir uns eben auch selbst bewerben. Denn in den vergangenen Jahren haben wir mehrfach politische Diskussionen geführt zu Arbeitsbedingungen oder Menschenrechtssituationen in anderen Gastgeberländern, in denen wir Sportgroßveranstaltungen verfolgen konnten. Nun ist es daher auch an uns, dem IOC ein attraktives Angebot zu unterbreiten. Die Paralympischen Spiele sind dabei unverzichtbarer Bestandteil.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  42. Nun soll im Herbst im nächsten Jahr die Entscheidung fallen. An diesem Zeitplan müssen wir auch unbedingt festhalten; denn der Wettbewerb international läuft bereits, und wir dürfen uns nicht um uns selbst drehen. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen und viele Fragen zu finanziellen Kosten. Daher gehen die vier Konzepte, die uns vorliegen, weg von dem Gigantismus der vergangenen Jahrzehnte. Bereits Paris hat gezeigt, wie es besser geht, nämlich nachhaltig, bürgernah und mit bestehender sanierter Infrastruktur. Ein Kritikpunkt richtet sich oft gegen das IOC, und ich sage: Ja, das ist ein durchaus komplexer Partner.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  43. Das heißt konkret: frühzeitig informieren, transparent kommunizieren und vor allen Dingen ehrlich über Chancen und Risiken reden und zuhören. Dass die Begeisterung da ist, hat die Abstimmung in München gezeigt. Das ist im Übrigen keine Vorentscheidung für München, sondern das stärkt auch alle anderen drei Regionen bzw. Bewerberstädte mit Berlin, Hamburg und Rhein-Ruhr bzw. Köln. Wir haben vier sehr starke Bewerbungen aus allen Himmelsrichtungen – aus dem Norden, aus dem Osten, aus dem Süden und aus Westdeutschland –, und das macht deutlich, wie viel Kraft Deutschland in dieses Projekt investiert. Aber nun gilt es, auch international konkurrenzfähig zu sein, und dafür brauchen wir eine klare Entscheidung, mit welchem der vier Bewerber wir ins Rennen gehen. Der DOSB hat einen Zeitplan aufgestellt, mehrfach angepasst.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  44. Das war nicht nur ein sportliches Highlight, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis, das Trainern, das Athleten, das uns allen im Gedächtnis bleiben wird. Paris hat die Spiele mitten in die Stadt geholt und damit mitten ins Leben – und das mit einem nachhaltig durchdachten Konzept. Genau das ist auch unser Anspruch bei dieser Bewerbung. Doch wir wissen auch, dass der Weg dorthin kein Selbstläufer ist. Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten sieben Bewerbungen abgegeben, und alle sind gescheitert – zwei davon an Bürgerentscheiden. Also kann eine Bewerbung nur erfolgreich sein, wenn sie nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geplant wird, sondern wenn wir alle aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  45. Die Veranstaltungen zeigen eindrucksvoll: Deutschland ist ein verlässlicher Gastgeber für internationale Sportgroßereignisse. Wir verfügen über Organisationsteams, die Erfahrung haben, und über Volunteers, die es immer wieder nicht lassen können, sich aktiv einzubringen und ehrenamtlich zu engagieren. Die Spiele sind das größte Sportereignis der Welt, ein globales Fest wie kein anderes, das für Vielfalt, für Begegnung und internationale Verständigung steht – also genau das Gegenteil von dem, wofür die AfD-Politik steht. Die Spiele in Paris haben eindrucksvoll gezeigt: Wettkämpfe am Eiffelturm, eine Eröffnungsfeier auf der Seine, mehr als 12 Millionen verkaufte Tickets, Millionen Menschen in den Fanzonen.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  46. Deutschland hat seit den Spielen 1972 in München keine Olympischen Spiele mehr ausgerichtet, und das ist mehr als ein halbes Jahrhundert her. Es ist wieder an der Zeit, zumal wir längst bewiesen haben, dass wir herausragende Großveranstaltungen ausrichten können. Diese Liste ist lang und beeindruckend, auch wenn man nur auf die jüngsten Ereignisse schaut: Da gab es die European Championships in München 2022, die Special Olympics World Games 2023 in Berlin, die Fußballeuropameisterschaft der Männer im vergangenen Jahr und in diesem Jahr die FISU World University Games in NRW und Berlin. Und aktuell erleben wir natürlich eine wunderbare Handballweltmeisterschaft der Frauen, die wir gemeinsam mit den Niederländern austragen.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  47. Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir beraten heute einen Antrag, der auf den ersten Blick ein sportpolitisches Anliegen ist, aber auf den zweiten Blick weit darüber hinausgeht: die deutsche Bewerbung für Olympische und Paralympische Sommerspiele und damit die Bewerbung für das größte Sportereignis der Welt – ein Ereignis, von dem wir überzeugt sind, dass es unser Land bereichern und wichtige Impulse für den Sport, aber auch für unsere gesamte Gesellschaft liefern würde. Dass der Antrag heute von den Koalitionsfraktionen und von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam eingebracht wurde, ist ein deutliches Signal, dass es fraktionsübergreifende Unterstützung für eine deutsche Bewerbung gibt.

    PLENARPROTOKOLL 21/47 · 2025-12-04 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  48. das Bauministerium, das sich um die Sportstättensanierung kümmert. Rechnet man das alles zusammen, investiert der Bund im nächsten Jahr mehr als 1 Milliarde Euro. Das betone ich so besonders, weil es doppelt so viel ist, wie hier gefordert wurde. Das zeigt, dass die Sportförderung eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Diese Gemeinschaftsleistung wird insbesondere auch dadurch deutlich, dass der Sport durch das Ehrenamt lebt. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre unsere Gesellschaft unfassbar viel ärmer und definitiv auch kälter. Ich danke daher im Namen meiner Fraktion allen ehrenamtlich Engagierten – das sind 27 Millionen in diesem Land – für ihren Einsatz für unsere Gesellschaft, für Kultur, Sport, Soziales, also für uns alle. Lassen Sie uns weiter gemeinsam an dem Zusammenhalt arbeiten. Vielen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  49. Wir nehmen beispielsweise 250 Millionen Euro in die Hand, um Schwimmbäder zu sanieren, und das zusätzlich zur Sportmilliarde; denn für uns ist ganz klar: Die Fähigkeit, schwimmen zu können, darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Unter der Überschrift „Deutschland lernt Schwimmen“ soll dazu beigetragen werden, dass Kinder und Jugendliche eine bessere Schwimmfähigkeit haben; denn es ist ganz klar: Schwimmen können rettet Leben. Eine weitere Sache möchte ich noch erwähnen: Wir debattieren hier den Kernhaushalt des Sports im Einzelplan 04. Das ist die Sportförderung, die auf den ersten Blick sichtbar ist. Dennoch tragen viele Ressorts dazu bei, dass Sport in Deutschland stark bleibt. Da nenne ich zum Beispiel die Bundeswehr mit ihren Sportförderstellen, die Bundespolizei, den Zoll oder auch die Förderung für die Sportjugend bzw.

    PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  50. Also, ich persönlich kann behaupten: Ich würde jede Frau, die hier im Raum ist, spielend im Armdrücken schlagen. Also, es gibt durchaus einen Unterschied. Hat die SPD jetzt ihre Position ein bisschen geändert? Hat die SPD ihre Position überdacht, oder stehen Sie immer noch zu dieser Aussage? – Vielen Dank. Bitte, Ihre Antwort. Da sich mir komplett nicht erschließt, wie Ihre Aussagen und Ihre Fragen eigentlich mit dem Haushalt und dem Punkt, dass wir für Athleten Deutschland e.V. einen Mittelaufwuchs generieren konnten, zusammenhängen, glaube ich, erübrigt sich die Antwort auf die Frage inhaltlich. – Vielen Dank. Setzen Sie gerne fort. Wir setzen mit diesem Haushalt weitere Impulse.

    PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD