Johann Saathoff
SPD · Germany
“Dass den Eigentümern und dem Vorstand nichts Besseres einfällt, als alle zwei Jahre Werke schließen und Personal abbauen zu wollen, ist, liebe Kolleginnen und Kollegen, nicht weniger als ein intellektueller Offenbarungseid.”
“Auch das wurde nicht in den Hallen entschieden und versäumt, sondern auf der Vorstandsetage. Außerdem hat VW seine Identität ein Stück weit aufgegeben. Denn die neuen Modelle sollten nicht mehr Golf oder Passat heißen. Die neuen Modelle sollten wie Raumschiffe heißen.”
“Auch der Markteintritt bei der Elektromobilität in China ist alles andere als gut gelaufen. Es sollte halt in Wolfsburg mal jemand den Hörer abnehmen, wenn ein Manager aus China mitteilen möchte, dass man in China auf jeden Fall im Auto Karaoke singen können muss. Wenn man da nicht hinhört, verpasst man diesen Markt.”
“Moin, Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, ich habe es noch nie erwähnt: Ich komme aus Ostfriesland; ich gebe es zu. Ich komme aus Emden, aus dem äußersten Nordwesten der Bundesrepublik. Emden ist ein Standort mit großer Geschichte und Bedeutung für VW seit 1964.”
“Sehr viele Kolleginnen und Kollegen hier haben in ihrem Wahlkreis einen Automobilstandort. Ich will die Standorte nennen, die gerade besonders im Fokus stehen: Hannover, Zwickau, Neckarsulm und eben Emden.”
“Wer Werke schließen will, Kolleginnen und Kollegen, der baut nicht nur Arbeitsplätze ab, der baut Vertrauen ab. Und das ist – mittlerweile kann man es nicht mehr anders sagen – demokratiegefährdend.”
The complete record
Every one of 124 lines we hold for Johann Saathoff, in date order, each linked to its source. Free to read, in full, without an account. Page 3 of 3.
“Uns Begriff van d’ Heimat is, dat wi tosamen uns entwickeln, dat wi tosamen wat willen, dat wi friedlich mitnanner leven willen, dat wi tosamen vörankomen. Mien Heimat is Oostfreesland, aver nettso Nedersassen, nettso ok Düütschland, nettso ok Europa. Un wi laten neet to, dat Heimat ofgrenzt word, dat de Lüü bibrocht word, dat se mehr weert sünd as annern, sünnern wi willen en Heimatbegriff, wo wi tosamenkomen un uns Gesellschaft gestalten. Abschließend, Frau Präsidentin, much ik mi van Harten bedanken bi all de Lüü, de sük för d’ plattdüütsche Spraak un för de annern Minderheitenspraken insetten. Bi uns in Oostfreesland is dat Oostfreeske Taal to’n Bispill. Aver all de Lüü, de düchtig wat för de plattdüütsche Spraak un för de annern Minderheitenspraken leisten, de sitten vandaag op d’ Tribüne. Kumplement an Jo Arbeid!”
“Ik will an disse Stee seggen: Man kann ok Platt lehren, in d’ School, in Universitäten, ok in d’ Volkshoogschool, wenn man dat will. Un well nu neet sien Huus verlaten will, um Platt to lehren, de kann letzten Endes vandaag sük ’n App runnerladen. D’ Oostfreeske Landschaft hett d’ PlattinO-App, un daar kann man Platt lehren. Wenn ’t hier langwielig word, kann man dat maken. Ik will an disse Stee noch maal seggen: Begriepen un Verstahn sünd twee unnerschiedliche Dinge – oder wo wi faak in d’ Krummhörner Gemeenteraad seggt hebben: Ik verstah di wall, man ik begriep di neet. Minderheitenspraken sünd nämlich en Deel van d’ Heimat. Un den Begriff „Heimat“ kann man ok verkehrt verstahn. Dat is uns parlamentarische Upgaav, daarför to sörgen, dat bestimmte Lüü neet daarför sörgen, dat Heimat hör Begriff is.”
“Denn ʼt gifft keen verkehrt Platt. Ik hebb faak Lüü truffen, de dann menen, se proten neet recht Platt. Dat gifft keen recht of verkehrt Platt. Dat gifft dusend Arten van Platt, de man ok verstahn kann. Un deswegen denkt dran: Proot Platt, wenn Ji dat enigermaten könen. Un de van Jo, de dat enigermaten könen: Neet bloot Platt proten; ok Platt denken is de Künst dann daarbi. Leev Lüü, mi is ok wichtig, noch maal to seggen, dat Hoogdüütsch letzten Endes neet dat Nonplusultra is. Froher hett dat Lüü geven – ik hebb dat in d’ School sülvst murken –, de dochen, wenn se de Hoogdüütsch hörten: De kann egentlik bloot Platt proten. – Un daardör hett man Nadelen. Dat is neet up Stee, un wi willen neet, dat ’t dat in d’ Gesellschaft gifft.”
“Ik was ja neetekraat daarbi, van ’t Parlamentskreis Plattdüütsch to proten. An disse Stee besten Dank an Gyde Jensen. Wi beid hebben de Idee hatt: Minsk, laat uns doch en Parlamentskreis maken, un laat uns tosamenkomen, wo wi Platt un anner Spraken ok fördern köönt. Wi sünd de Meenung in d’ Parlamentskreis, dat Platt in ’t heel Leven höört, also van de Kindertagesstätte of an over d’ School, bi Gerichten – heel wichtig, wenn man bloot Platt kann un dann ’t plötzlich en Fremdspraak is –, up Raadhusen, in Kultur, in Pleegheimen – dat is heel besünners wichtig ut mien Sicht – un up d’ Arbeid. Un wor is uns Arbeid? Hier in d’ Düütsche Bundesdag. Deswegen proten wi hier vandaag ok Platt. Uns is ok wichtig, dat wi de Lüü daarto animieren, dat de ok sülvens Platt proten willen. Wi seggen: Proot doch Platt, of schkaad di dat?”
“Moin, hochgeachtete Präsidentin! Leev Kolleginnen un Kollegen! Mutt ik seggen: Wat bün ik blied, dat wi vandaag rechtschapen mitnanner up Platt proten köönt – neet blot over Platt, sünnern ok up Platt. Dat is ut mien Sicht een heel besünne Privileg, dat wi vandaag hebben, un dat hebben wi de europäischen Sprakencharta to verdanken. Vandaag vör fiev Jahren, nett up d’ Dag genau, hebb ik hier al maal stahn, hebb dormaals – man kann seggen: egentlik up illegale Wies – Platt proot un hebb ’n Andrag van d’ rechte Sied in d’ Parlament, de ut mien Sicht immer noch bedurenswert is, utnannernohmen, waar dat daarum gung, dat bloot noch Düütsch de eenzige Landesspraak wesen sall. Wenn wi over Platt proten, dann proten wi dat, wiel wi ’t 25. Jubiläum van de Europäischen Charta van de Regionaal- un Minderheitenspraken van d’ Europaraad hebben.”
“Wenn wir uns um die Seeleute kümmern, liebe Kolleginnen und Kollegen, dann kümmern wir uns auch um die Sicherheit der Schifffahrt und damit um einen guten Zweck. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Herr Kollege Saathoff. – Sie sind der einzige Sozialdemokrat, von dem ich Belehrungen gerne entgegennehme. – Ich glaube, der weint jetzt. Nächster Redner ist der Kollege Enak Ferlemann, CDU/CSU-Fraktion.”
“Dort wird gute Arbeit geleistet, gute Ausbildung vermittelt vom Schiffsmechaniker bis zum Nautiker. Die Allerwenigsten wissen, dass ganz viele Kapitäne, die auf den Flüssen oder auch auf den Meeren herumfahren, vorher mal Schiffsmechaniker waren, das gelernt haben – eine handfeste Ausbildung – und später erst Nautiker wurden. Man kann das kritisieren, oder, wie man in Ostfriesland sagt: Up elke Schkipp, of’t schwemmt of’t schwabbelt – gifft een de dortegen sabbelt. Insgesamt muss man aber sagen, dass die Ausbildung letzten Endes gut ist. Die Schifffahrtsförderung muss künftig stärker an die Beschäftigungswirkung gekoppelt werden – das ist ein ganz wichtiger Punkt –, und es ist ein gemeinsames Unterhaken der Reeder, der Gewerkschaften und der Politik notwendig.”
“Die Entwicklung der Zahl der Seeleute in der deutschen Handelsflotte ist leider mehr als rückläufig – es ist traurig, dass wir uns in einer Plenardebatte darüber unterhalten müssen –: Wir haben unter 5 000 Seeleute; das ist ein historischer Tiefstand. Was machen wir dagegen? Die maritime Ausbildung muss in unserem Fokus stehen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, liebe Kolleginnen und Kollegen. Die Sozialpartner, sowohl die Gewerkschaften als auch die Reeder, müssen hier gemeinsam Verantwortung tragen, um dieser Situation zu begegnen. Denn es geht um nicht weniger als um die Sicherheit auf den Meeren und Seewegen. Die Seefahrtschulen, liebe Kolleginnen und Kollegen, leisten gute Arbeit; ich habe selbst mal in der Seefahrtschule Leer in der Verwaltung gearbeitet.”
“Sie geben uns gleichzeitig Gelegenheit zu einer Debatte über die Sicherheit der Schifffahrt in Deutschland und die Situation der Menschen, die auf den Schiffen arbeiten. Ich muss immer wieder auf die Bedeutung der Seeschifffahrt hinweisen: 90 Prozent des Warenhandels gehen über den Seeweg. Die maritime Wirtschaft, das kann man so sagen, ist ein Grundpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs unseres Landes, und die Seeleute, meine Damen und Herren, sind das Rückgrat der maritimen Wirtschaft. Wir brauchen sie nicht nur auf See, sondern wir brauchen sie auch an Land, in den Betrieben des Maritimen Clusters. Wir brauchen gute Seeleute auch bei den Schleppdiensten in den Häfen, bei den Lotsen usw. Es geht um die Sicherheit, wenn wir uns gut um die Menschen kümmern, die im Maritimen Cluster arbeiten.”
“Moin, sehr geehrter Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss Sie korrigieren, Herr Präsident: Es heißt nicht „Emdener“, sondern „Emder“ Kollege. Aber ansonsten sind Sie mir heute sehr sympathisch; Sie haben ja auch gute Laune. Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht um Sicherheit in der Seeschifffahrt. Mit dem vorliegenden Gesetzentwurf ändern wir Vorschriften im Zusammenhang mit der Tauglichkeitsuntersuchung, die sich in der Praxis einfach bewährt haben, und wir passen das Ordnungswidrigkeitengesetz an. Die Wirksamkeit der Kontrolltätigkeiten der Wasserschutzpolizei auf den Flüssen, Seen, Kanälen rüsten wir sozusagen auf; dadurch werden wir die Sicherheit maßgeblich erhöhen. Die Regelungen sind sinnvoll, und, wie ich gerade schon sagte, sie erhöhen die Sicherheit.”
“– Das müssen Sie bitte für die Protokollführer notieren, wie man das korrekt schreibt. Nächste Rednerin ist die Kollegin Susanne Menge, Bündnis 90/Die Grünen.”
“Ich kann mich gut daran erinnern, wie mein Vater abends nach Doppelschicht sein Notizbuch von der ÖTV rausholte und seine Schichten angekreuzt hat – „wieder mal Frühschicht/Spätschicht oder Spätschicht/Nachtschicht“ – und stolz darauf war, dass er damit seine Familie ernähren konnte. Wir haben Digitalisierungsherausforderungen, und ein Electronic Yard Management könnte vielleicht Arbeitsplätze gefährden. Wir wollen das Electronic Yard Management nicht aufhalten. Aber wir wollen das auch nicht hinter dem Rücken der Arbeitnehmer machen, sondern wir wollen es mit ihnen gemeinsam gestalten. Wir müssen die Mitarbeiter bei der Transformation in den Häfen mitnehmen oder, wie man es auf Ostfriesisch sagen würde: Knooit hett lüttje Mann sük genug! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Vielen Dank, Kollege Saathoff.”
“Aber Häfen bedeuten auch Wertschöpfung und Arbeit für die Menschen in den deutschen Häfen und darum herum. Deswegen ist es nicht egal, ob der Toaster über die ARA-Häfen oder über Hamburg, Bremen oder Emden kommt bzw. exportiert wird. Aber Wertschöpfung gibt es eben nicht nur über die Häfen in Norddeutschland; moderne Antriebssysteme kommen zum Beispiel auch aus Baden-Württemberg. Viele, viele Komponenten, die mit der maritimen Wirtschaft zu tun haben, kommen aus ganz anderen Bundesländern, als Sie vielleicht vermuten könnten. Deswegen haben wir ein gesamtstaatliches Interesse daran, die Häfen zu fördern. Mir ist wichtig, dass wir den Fokus noch mal auf die Hafenarbeit selber und auf die Menschen, die in den Häfen arbeiten, legen.”
“Leider, liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU/CSU-Fraktion: In Ihrem ganzen Antrag ist zur Situation der Hafenarbeiter, zur wertvollen Arbeit der Hafenarbeiter, die dazu führt, dass all das Schlaue, was Sie sonst so wirtschaftspolitisch in Ihren Antrag reingeschrieben haben, auch realisiert werden kann, kein Wort enthalten. Ohne diese Arbeiter und ohne ihre Arbeit wäre die Globalisierung und all das, was damit verbunden ist, niemals möglich gewesen. Keine Frage, Häfen haben eine strategische Bedeutung. Wir sehen das in Wilhelmshaven, in Lubmin. Sie haben strategische Bedeutung für die Energieversorgung, und sie haben strategische Bedeutung für die Lieferketten. Die Häfen sind die Lebensadern der Wirtschaft. Deswegen gehören sie gefördert; keine Frage.”
“Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, ich bin Kind eines Hafenarbeiters. Mein erstes Geld habe ich im Emder Hafen verdient: Ausfegen von Viehtransportern, Waschen von Autos bei jedem Wetter im Hafen, Fahren von Autos von A nach B im Hafen. – Ich habe am eigenen Leibe gesehen, was es bedeutet, mit meiner Hände Arbeit Geld zu verdienen, und was das für ehrliche Arbeit ist, die die vielen Menschen in unseren Häfen denn eigentlich leisten. Sie sind die, die dafür sorgen, dass der Motor überhaupt läuft – der Motor der Wirtschaft.”
“Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident, herzlichen Dank für den Lateinunterricht – ich habe nur Französisch in der Schule haben dürfen –, den Sie hier gegeben haben. Und herzlichen Dank an die CDU/CSU-Fraktion für diesen Antrag, den Sie eingebracht haben. Das ist ja so etwas wie eine Ergänzung der maritimen Anträge, die wir sonst immer alle zwei Jahre hatten. Ich habe einiges Gutes darin entdecken können und kann mich auch an eine gute Zusammenarbeit mit Rüdiger Kruse erinnern. Ich habe auch Dinge in diesem Antrag entdeckt, die wir mit ihm nicht durchführen konnten und die wir nicht verhandeln konnten. Ich frage mich jetzt gerade, ob es an ihm lag oder an der Rolle der CDU/CSU-Fraktion in der damaligen Koalition.”
“Es ist vorgesehen, dass das Bundeskriminalamt bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben mit den Landesmedienanstalten zusammenarbeitet. Die Bundesnetzagentur soll die Durchführung spezifischer Maßnahmen der inländischen Diensteanbieter überwachen sowie Pflichtverstöße sanktionieren. Mit Anwendbarkeit der Verordnung und den notwendigen Durchführungsbestimmungen im deutschen Recht gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in der effektiveren Bekämpfung von Onlineinhalten, die zu Radikalisierung und letztlich auch zur Begehung terroristischer Anschläge führen können.”
“Der heute zu beratende Gesetzentwurf sieht die notwendigen Anpassungen des nationalen Rechts vor, um eine ordnungsgemäße Anwendung der Verordnung zu gewährleisten. Insbesondere regelt er Zuständigkeiten und Aufgaben der beteiligten deutschen Behörden sowie die nationale Ausgestaltung der Sanktionsbestimmungen in Form von Bußgeldtatbeständen. Mit Inkrafttreten des Gesetzes kann das Bundeskriminalamt Anordnungen zur Entfernung terroristischer Inhalte an alle Hostingdiensteanbieter in der EU erlassen. Die Anordnung muss innerhalb einer Stunde umgesetzt werden. Erhalten Unternehmen mit Sitz in Deutschland eine solche Entfernungsanordnung von einer Behörde eines anderen Mitgliedstaats, wird das Bundeskriminalamt diese Anordnung auf seine Rechtmäßigkeit überprüfen.”
“Nächster Redner: für die AfD-Fraktion Dr. Dirk Spaniel.”
“Bei den ländlichen Räumen geht es natürlich um den Ausbau der Infrastruktur insgesamt, sowohl was das Straßen- und Schienennetz als auch Ladesäulen und 5-G-Netze angeht. Wir haben uns vorgenommen, all das künftig maßgeblich zu verbessern. Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn man die Anträge liest, dann denkt man: Es geht eigentlich gar nicht so sehr um Mobilität, sondern um das generelle Verständnis für Klimaschutz. In den Anträgen geht es eigentlich um Kritik an einzelnen Maßnahmen, die dazu führen, den Klimaschutz voranzubringen. In Ostfriesland würde man dazu sagen: Woor keen Nüst is, dor sünd ok keen Eier. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Herr Saathoff, ich habe das Letzte zwar nicht verstanden – das ist nicht schlimm –, aber ich wollte Ihnen zum Geburtstag gratulieren: Herzlichen Glückwunsch!”
“Diese Standortfaktoren müssen Sie im Blick haben. Gleichzeitig gilt für uns als SPD: Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge. Sie muss erhalten und bezahlbar bleiben. Mobilität ist die Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse im Land, zu denen wir alle miteinander verpflichtet sind. Die Rahmenbedingungen für die Transformation der Mobilität sind in ländlichen Räumen ganz andere als in der Stadt. Wir brauchen also nicht einen Generalplan, sondern passgenaue und klimafreundliche Mobilitätsangebote. Wir werden das nicht alleine schaffen können; vielmehr müssen wir das in engem Austausch mit den Kommunen machen. Die Kommunen brauchen unsere Hilfe, aber auch wir brauchen die Hilfe der Kommunen, um diese Herausforderungen zu meistern.”
“Die Automobilkonzerne in Deutschland stellen um auf Elektromobilität. Ich erlebe das bei mir zu Hause in Emden. Das Werk wird zum Standort für Elektromobilität komplett umgebaut. Dabei entstehen natürlich Unsicherheiten bei den Menschen. Trotzdem ist es die richtige Entscheidung. Ich will an dieser Stelle aber auch deutlich machen, dass nicht nur die Frage: „Wie wird ein Pkw angetrieben?“ wichtig ist, sondern auch die Frage: „Mit wie vielen Ressourcen bauen wir eigentlich Autos?“. Dafür bietet Ostfriesland eine ganze Menge Grundlagen, die vielleicht auch für den Rest Deutschlands wichtig sein werden. Perspektivisch will ich sagen, dass Batteriezellfertigung natürlich dort hingehört, wo gleichzeitig ein Hafen ist, kluge Menschen, Automobilproduktion und Unmengen von erneuerbaren Energien sind – wo immer das sein mag.”
“Wir sind weit entfernt davon, die Sektorziele bei der Mobilität tatsächlich zu erfüllen; deswegen müssen wir hier etwas machen. Wir machen Klimaschutz aber nicht, um die Menschen zu ärgern, um sie zu irgendetwas zu zwingen, was sie nicht wollen, oder um Dinge teurer zu machen. Vielmehr machen wir Klimaschutz einzig und allein mit dem Ziel, die Lebensgrundlage dieser Erde zu sichern. Damit ist klar: Es geht um die Lebensräume für unsere Kinder und Enkelkinder. In den Anträgen wird suggeriert, man solle einfach nichts machen. Ich halte das für unverantwortlich. Das ist die Garantie dafür, dass unsere nachfolgenden Generationen keine Lebensgrundlage haben werden. Dafür wollen wir nicht verantwortlich sein. Zur Ehrlichkeit gehört: Es werden Veränderungen auf uns zukommen. Wir werden mit Veränderungen umgehen können müssen.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zunächst einmal aus dem Koalitionsvertrag zitieren: Wir wollen die 2020er-Jahre zu einem Aufbruch in der Mobilitätspolitik nutzen und eine nachhaltige, effiziente, barrierefreie, intelligente, innovative und für alle bezahlbare Mobilität ermöglichen. Wenn man den kennen würde, würde man diese Anträge nicht stellen. Ich will an dieser Stelle deutlich machen, dass der Klimaschutz der rote Faden dieses Koalitionsvertrages ist. Und da gibt es verschiedene Sektoren: Es gibt den Stromsektor, es gibt den Wärmesektor und den Mobilitätssektor. Beim Stromsektor sind wir schon sehr gut aufgestellt: Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt bei 50 Prozent. Beim Wärme- und Mobilitätssektor haben wir allerdings deutlichen Aufholbedarf.”