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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Andreas Mattfeldt

CDU/CSU · Germany

IN THEIR OWN WORDS

Damit schaffen wir die Grundlage, unsere Werte, unsere Freiheit und unsere kritische Infrastruktur auf allen Ebenen zu schützen: zu Lande, zu Wasser, in der Luft, im Cyberraum und im All. Damit bin ich bei einem Thema, das für manche vielleicht heute futuristisch klingen mag, aber Realität ist: Es ist die Weltraumsicherheitsstrategie.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Wir stehen in der öffentlichen Debatte im Parlament – das werden wir auch jetzt wieder hören bzw. haben es bereits gehört – natürlich auf unterschiedlicher Seite. Aber hinter den Kulissen – das möchte und das darf man vielleicht auch einfach einmal sagen – arbeiten wir vertrauensvoll, sachlich und verantwortungsbewusst zusammen.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Wir brauchen mehr Wettbewerb, wir brauchen mehr Tempo, wir brauchen aber auch mehr Mut. Und das, meine Damen und Herren, ist entscheidend für Innovation, das ist entscheidend für Effizienz und dafür, dass die Truppe das bekommt, was sie schlichtweg braucht.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister Pistorius! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor allen Dingen aber, weil ich weiß, dass viele auch an den Apparaten zuschauen: Sehr geehrte Soldatinnen und Soldaten! Ihnen möchte ich aufrichtig den Dank dieses Hauses aussprechen.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Lassen Sie mich zum Schluss noch auf eine Investition eingehen, die für die Sicherheit Europas von strategischer Bedeutung ist: Das sind die 1,35 Milliarden Euro für die militärische Hafeninfrastruktur, die wir in Bremerhaven aufbauen werden. Damit schaffen wir einen modernen Logistik-Hub im Rahmen des Operationsplans Deutschland.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Die vergangenen Monate haben uns deutlich vor Augen geführt, wie komplex die Lage geworden ist: geopolitische Spannungen, neue sicherheitspolitische Realitäten, veränderte Produktionskapazitäten – das wirkte sich auch auf die Beschaffung aus – und dabei die unabdingbare Modernisierung unserer Bundeswehr. Das alles fordert uns sehr.

PLENARPROTOKOLL 21/43 · 2025-11-26 · READ THE BUNDESTAG RECORD

The complete record

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  1. Es ist auch immer wieder toll, zu erleben, dass wir uns bei allen unterschiedlichen politischen Ausrichtungen in Sachfragen auf eine Position einigen können. Herzlichen Dank.

    PLENARPROTOKOLL 20/103 · 2023-05-11 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  2. Allein diese Zertifizierung – das können wir uns, glaube ich, alle vorstellen – macht es sehr teuer, sodass es diese Strohhalme kaum noch gibt. Darüber hat man in der EU damals gar nicht nachgedacht. Deshalb, meine Damen und Herren, freue ich mich sehr, dass wir in dieser Sache als Petitionsausschuss zu einem einstimmigen Berücksichtigungsvotum gekommen sind. Nun bin ich ganz sicher, dass auch die hier anwesenden Kollegen dem zustimmen und wir im weiteren Verfahren in Deutschland von dieser EU-Verordnung eine Ausnahme machen werden. Sie sehen hieran, dass wir uns im Petitionsausschuss mit einer einzelnen Eingabe genauso beschäftigen wie mit einem politischen Ansinnen, das zum Teil von über 100 000 Menschen gezeichnet wird. Deshalb ein großes Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen für die gute Zusammenarbeit.

    PLENARPROTOKOLL 20/103 · 2023-05-11 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  3. Ich erlebe es zum Beispiel bei meinem Neffen, er leidet unter massiven spastischen Lähmungen. Er kann deshalb Getränke nicht selbst in die Hand nehmen und ist auf diese Trinkhalme zwingend angewiesen. Nur sie ermöglichen es ihm, dass er überhaupt halbwegs selbstständig trinken kann. Derzeit greift er auf Restbestände, die ich irgendwann mal gekauft habe, zurück. Und auch seine Einrichtung hat noch Restbestände vorrätig; diese sind aber auch bald verbraucht. Fälle wie der meines Neffen haben die Petentin dazu bewogen, diese für viele Menschen ganz wichtige Petition bei uns einzureichen, wofür ich und alle im Petitionsausschuss sehr dankbar sind. Derzeit müssen Unternehmen mit sehr hohem bürokratischem Aufwand eine Zertifizierung zur Produktion medizinischer Trinkhalme beantragen.

    PLENARPROTOKOLL 20/103 · 2023-05-11 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen des Petitionsausschusses! In der eben genannten Sammelübersicht haben wir auch über eine Petition mit höchstem Votum abgestimmt und diese zur Berücksichtigung verabschiedet, in der eine Petentin fordert, dass hygienische und bezahlbare Plastikstrohhalme Menschen mit einer Behinderung wieder zugänglich gemacht werden. Wir alle erinnern uns, glaube ich, an das Jahr 2021. Da hat die Europäische Union Plastikstrohhalme in einer Verordnung verboten. Der eine oder andere hier mag jetzt denken: Muss der Bundestag sich denn mit solch einem Kleinkram beschäftigen? Ich sage deutlich: Ja, er muss.

    PLENARPROTOKOLL 20/103 · 2023-05-11 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Ik erinner an de plattdüütschen Wettbewerbe för de Kinner. Dat is för vele junge Lüüd de eerste Kontakt mit use Heimatspraak. Un ik draff ganz bannig Danke seggen an all, de sik dor engagiert un dat Ganze organisiert. Frau Präsidentin, damit müch ik denn ok fast ophören: Dat Allerwichtigste is aber – un nu kummt en ganz groten Appell an all de Tokieker buten an de Fernsehapparaten –, dat Ji, wenn Ji noch so’n ganz lütt beten Plattdüütsch snackt, dat ok mit jone Kinner, mit jone Enkelkinner doot. Denn bloß, wenn ene Spraak in use Familien snackt warrt, denn hett de Spraak ene reelle Chance to överleven. Bi mi weer dat so ähnlich, Frau Präsidentin, wie bi Gyde: Miene Kinner hoolt mi dat jümmer vör – de sind vundage 23 un 24 Johr oolt – un kritisiert mi bannig, dat ik nich Platt mit jüm spraken hebb.

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Dat gellt natürlich ok för de annern Spraken un för de Dialekte. Wenn ik över Dialekte snack – ik kiek Ralph Edelhäußer an –, kann ik mi dat nich verkniepen, miene bayerischen Kollegen af un an drop hintowiesen, dat se mit dat Bairische ja man bloß en Dialekt hebbt, wi aver mit use plattdüütsche Spraak ene indragen, anerkannte Spraak hebbt. Dat is ganz wat anners; dat mutt ik mal seggen. Wi hebbt dat eben höört: De Fraag is ja wirklich, wat wi maken köönt, dormit de Minderheitenspraken eben nich utstarvt. Seker, wi köönt Geld in den Huusholt instellen, un villicht warrt dat ja ok noch mehr; de Huusholtsberatungen staht ja vör de Döör. Aver ik bin ganz ehrlich: Geld is wichtig, Geld ünnerstützt, aver Geld reckt allene nich. Wichtig is, dat use Scholen ok tokünftig de Kinner in Kontakt mit dat Plattdüütsche bringt.

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Dat Beste, Frau Präsidentin, wörr, wenn wi jede Weke hier ene plattdüütsche Debatte hebbt. Denn – dat wull ik jetzt mal seggen – dat Plattdüütsche sorgt ja för grote Harmonie. Wi markt dat doch all: Dat Plattdüütsche föhrt us so’n beten tohopen. Un egentlich mutt ’n seggen: Plattdüütsch as Amtsspraak in’n Bundesdag is doch wat Schönes. Bi us in Neddersassen seggt wi af un an, wenn dat so emotional mit us dörgeiht: Klei mi mal an’n Moors. – Dat höört sik doch schön an, ne? Wenn ik aver segg: „Leck mich am A.“, is dat wat anners. Deshalb glööv ik: Mehr Plattdüütsch hier in usen Bundesdag kann hölpen för de Werbung för use Spraak, un wi schüllt dat mehr maken. Dank di! Dat is eben vundaag ok bannig wichtig, dat wi ok na buten as Politiker dokumentiert, dat dat Plattdüütsche in usen Bundesdag eben nich vergeten warrt.

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. In’t Mönsterland warrt Platt küert – nich mehr so veel as fröher –, un Nordrhein-Westfalen is een vun acht Bunneslänner, wo Plattdüütsch küert wett. Äs ik ’n kleinen Dotz was, hebb ik jeden Dag Platt höört. Äs ik groot was, hebb ik eenmal in de Week Platt höört. Un nu kann ik eenmal in’n Monat Platt hören. Leve Kollege, wat künnt wi denn doon, dat use Kinner un de jungen Lü mehr Platt küert? Oh, Herr Kolleeg, nu köönt Ji denken, dat hebbt wi afspraken. Wi hebbt dat nich afspraken, dat wi dat maakt. Se höört ja – un dat is dat Wichtige –, dat wi in Düütschland all en anner Platt hebbt. De Johann Saathoff hett dat Oostfresenplatt, ik hebb dat Bremer Platt, un du hest dat Mönsterländer Platt. Un dat maakt düsse Spraak ja so’n beten lebendig. Aver wat köönt wi doon?

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Umso wichtiger is dat, dat wi vundage mit usen neetgründeten Parlamentskreis vun us plattdüütsche Afgeordnete nu tominnst so en beten use Heimatspraak hier in Berlin pleegt. Danke, leve Gyde, dat du dat för us organiseert hest! Herr Abgeordneter, erlauben Sie eine Zwischenfrage aus Ihrer eigenen Fraktion? Oh, dat is mal ganz wat anners. Ik frei mi dor op. Ja. Velen Dank, leve Kollege Mattfeldt, dat Ji de Frage tolaat. – Wi hebbt ja jüst vun de Rechten höört, dat se dorgegen sind, dat de Lü ehre Modersprake küert. Man mott ja seggen: Forscher hebbt rutfunnen, dat Lü, de ehre Modersprake un Hochdüütsch küert, schneller in’n Kopp sind, dat se intelligenter sind. Un Modersprake, dat kann sien Polnisch, dat kann sien Türkisch, Aramäisch or Platt. Ik bin ut’n Mönsterland.

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  10. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Leve Kolleginnen! Leve Kollegen! Un vör allens leve Tokieker! Ik hool dat mal för en ganz charmante Idee, dat wi vundage düsse Debatte, tominnst jeden, de dat noch so’n beten kann, op ene Minderheitenspraak holen draff. Übrigens heff ik sogor versöcht, ob ik dat mit düssen Gendern – Ji vun de Grönen maakt dat ja af un an – ok kann. Aver ik kann Jo seggen: Op Plattdüütsch funktioniert dat eenfach nich, un dat is ok goot so. Ik draff dat ok seggen: Ik hebb mi düchtig freit, dat use Fachpolitiker vun dat Innere un vun de Kultur mi as plattdüütschen Huushöller hier vundage dat Rederecht inrüümt hebbt. Aver so’n beten bün ik ja as Huushöller ok dorför verantwortlich, dat wi mit 56 Millionen Euro de Minderheiten in use Land un vör allens ehre Spraken hier fördern doot.

    PLENARPROTOKOLL 20/88 · 2023-03-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  11. Deshalb: Danke, dass Sie jetzt die von uns in der Vergangenheit in den Blickpunkt gerückten Projekte fortführen, dass Sie auch unsere Vorschläge wie ExoMars, die Ariane-Rakete mit einem selbstständigen europäischen Zugang zum All und die Artemis-Mission dann doch noch mitgetragen und gezeichnet haben. Dennoch abschließend mein Rat, Herr Kollege Habeck: Nehmen Sie den Bereich Wirtschaft im Namen Ihres Ministeriums ernster; denn es sind gerade die Menschen in Industrieproduktion und Handwerk, die den Karren in unserem Land ziehen. Diese Menschen wollen auch in Zukunft in ihren Unternehmen anständig Geld verdienen und nicht durch eine realitätsferne Politik ihren Job verlieren. Herzlichen Dank. Nächster Redner: für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Dieter Janecek.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  12. Denn gerade die Artemis-Mission, meine Damen und Herren, ist wichtig, um auch junge Menschen für zukunftsweisende Hightechberufe zu begeistern. Denn über eines, Herr Habeck, müssen wir, glaube ich, häufiger mal reden – das dürfte aber klar sein –: Nur mit Genderstudenten, nur mit den Ihnen sehr nahestehenden Klimaaktivisten bauen Sie in unserem Land nicht eine Wärmepumpe ein. An einer Stelle, Herr Habeck – und das möchte ich ausdrücklich Ihnen und auch Frau Dr. Christmann sagen –, da habe ich mich aber gefreut – und das erkenne ich ausdrücklich an –, nämlich dass wir bei der Vorbereitung der ESA-Ministerratskonferenz zur Raumfahrt intensiv gesprochen haben und dass wir diese Konferenz gemeinsam vorbereitet haben. Es war immer gute Tradition, dass wir zumindest bei internationalen Aktivitäten überfraktionell handeln.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  13. So wollten Sie keine 195 Millionen Euro für handwerkliche Berufe in unterschiedlichen Programmen freimachen. Damit wollten wir gerade den jungen Menschen im Handwerk signalisieren, welch einen besonderen Stellenwert ihre Ausbildung für unser Land hat. Von der Ampel abgelehnt! Nicht mal die Nachnutzung der ausgeförderten Gasfelder durch Geothermie wollten Sie mitmachen oder unseren Antrag zu den erforderlichen 1,4 Milliarden Euro für die Raumfahrtindustrie, damit wir bereits in diesem Haushalt unsere nationalen und internationalen Verpflichtungen klar abbilden. Wir wollten und wollen diese Hochtechnologien an deutschen Standorten – und das darf ich auch sagen; wir hatten jetzt die Ministerratskonferenz –, und wir wollen die Artemis-Mondmission, um gemeinsam mit den Amerikanern deutsche Astronauen auf den Mond zu entsenden.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  14. In all den Jahren unserer Regierungszeit haben wir als Union gerade im Bereich Ihres Hauses dann, wenn Ihre grüne Fraktion oder die FDP kluge Anträge eingebracht hat, diese immer mal wieder gemeinsam auf den Weg gebracht, gerade auch, weil es mir ganz persönlich wichtig war, nach außen zu dokumentieren, dass Demokraten mehr Gemeinsamkeiten als denn Trennendes haben. Dass Sie diese geübte Zusammenarbeit jetzt komplett eingestellt haben, zeigt mir, dass Sie ausschließlich auf Trennung als denn auf Verbindendes aus sind. Wir als Union sehen das anders, und deshalb haben wir zahlreichen Anträgen von Ihrer Seite, die wir für nachvollziehbar gehalten haben, zugestimmt. Sie hingegen haben alle, aber wirklich alle unsere Anträge nahezu abgebügelt.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  15. Dabei merken Sie doch selbst, wie verzweifelt die Menschen, wie verzweifelt vor allem auch die Unternehmen in unserem Land sind. Fachkräftemangel, Rohstoffmangel, Inflation, Energiepreise, abreißende Lieferketten lassen unsere Wirtschaft und lassen auch die Menschen von Tag zu Tag nervöser werden. Sie reagieren hierauf nahezu immer zu spät, und vor allen Dingen reagieren Sie falsch, meine Damen und Herren. Das mussten wir leidvoll auch bei diesen Haushaltsberatungen gerade im Bereich der Energiepolitik mehrfach erleben. Herr Habeck, es wäre klug gewesen, wenn Sie sich dem Paket der Union für Wirtschaftswachstum und Fachkräftesicherung nicht komplett verschlossen hätten.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  16. Sie setzen die Axt an bei der für den Export so wichtigen Außenwirtschaft, und Sie kürzen in nachgeordneten Behörden, die gerade für die Wirtschaft vielfach als Dienstleister von besonderer Bedeutung sind, massiv. Sie kürzen zugunsten Ihrer grünen Ideologie nahezu in allen Bereichen mit Ausstrahlung auf Forschung, mit Ausstrahlung auf Bildung, mit Ausstrahlung auf Arbeitsplätze der Zukunft und auf neue Branchen. Herr Habeck, ich kann es Ihnen nicht ersparen: Sie gefährden so den Wirtschaftsstandort Deutschland. Und viele in den Medien verwenden dafür in diesen Tagen das Wort „Deindustrialisierung unseres Landes“. Ich will gar nicht so weit gehen, Ihnen das zuzutrauen; aber ein kleiner wahrer Kern liegt schon darin.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  17. Dabei habe ich, auch wenn ich Sie anschaue, häufig den Eindruck, dass Sie nahezu körperlich den massiven Wirtschafts- und Wohlstandsverlust in unserem Land spüren. Sie nehmen diesen aber in Kauf, weil Ihre vermutlich jahrzehntelang antrainierte ideologisch-grüne DNA auf Ablehnung von Industrie, auf Ablehnung von Handwerk und vor allen Dingen auf Ablehnung von Hochtechnologie ausgerichtet ist. Damit, Herr Habeck, meine ich nicht nur den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke wegen der dringend benötigten Kapazitäten über den April hinaus. Sie fördern – das sehen wir ganz deutlich in diesem Haus – lieber das Lastenfahrrad anstelle der so wichtigen Arbeitsplätze in der Hochtechnologie, wie zum Beispiel in der maritimen Wirtschaft.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  18. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister Habeck, nach der Einbringung des Haushaltes hatte ich zumindest so ein bisschen die Hoffnung, dass Sie und die Sie tragende linksliberale Koalition den Ernst der wirtschaftlichen Lage in unserem Land erkannt haben und dass Sie eine massive Umsteuerung Ihres Etats und des Klima- und Transformationsfonds hin zu Wirtschaftswachstum, hin zu Wirtschaftsstabilität vornehmen. Leider, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie gerade in diesen notwendigen Bereichen nur ganz wenige, fast schon homöopathische Veränderungen vorgenommen haben. Es scheint, Herr Habeck: Für Sie steht nur Klimapolitik im Fokus.

    PLENARPROTOKOLL 20/71 · 2022-11-25 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  19. Eigentlich müsste dieser Haushalt mit Blick auf die derzeitige Krise noch einmal ganz neu aufgestellt werden. Herzlichen Dank. Nächste Rednerin: aus der SPD-Fraktion Lena Werner.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  20. Deshalb, Herr Habeck, würde ich mir, wenn ich Wirtschaftsminister wäre, schon die Fragen stellen: Ist das jetzt der richtige Moment, bei den Lehrlingen in unserem Land zu kürzen, Stichwort „schlimmster Fachkräftemangel ever“? Ist das jetzt der richtige Moment, bei der gebeutelten Tourismuswirtschaft noch einmal zu kürzen, Stichwort „Umsatzausfall durch Corona“? Und ist das jetzt der richtige Moment, bei der wertschöpfenden Industrie und bei Hochtechnologien zu kürzen, Stichwort „Wettbewerbsfähigkeit in einer globalen Wirtschaft“? Herr Habeck, Sie können nichts für die globale Gesamtlage. Sie wirken aber, das darf ich Ihnen sagen, krisenverstärkend, und ich darf sagen: Das ist der schlimmste Entwurf, den ich in 14 Haushaltsjahren für das BMWK erlebt habe.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  21. Aber, Herr Habeck, Sie haben natürlich auch eine Gewinnerseite – das ist beispielhaft –: die „Investitionen zum Schutz … der Biodiversität im Ausland“ – im Ausland! Die erhält über 685 Millionen Euro mehr, obwohl bislang in diesem Jahr lediglich magere 110 Millionen Euro abgeflossen sind. Sie haben auch Kryptisches. Das ist die „Energiepolitische Zusammenarbeit mit der Ukraine“. Die wird erneut mit 50 Millionen Euro angesetzt, obwohl bislang kein Euro abgeflossen ist. Gleiches gilt für den Wirtschaftsfonds Afrika: Eigentlich eine tolle Sache, aber 10 Millionen Euro und keine Abflüsse im laufenden Jahr? Da frage ich mich: Was ist da los, oder was ist da besser nicht los bei Ihnen?

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  22. Ich komme jetzt noch zu ein paar weiteren Punkten im Haushalt. Da gibt es eine Verliererseite. Das ist bei Ihnen im Hause ganz klar die Mittelstandspolitik, der Sie 56 Millionen Euro, also gut 5 Prozent, streichen. Bei der Außenwirtschaft, die für den Export so existenziell wichtig ist, streichen Sie 286 Millionen Euro, also fast ein Drittel. Der Deutschen Zentrale für Tourismus – die wollen Sie anscheinend kaputtschießen – kürzen Sie wieder 5 Millionen Euro; sie soll dann fast 30 Prozent weniger erhalten als noch bei Herrn Altmaier. Im Bereich Luft- und Raumfahrt sind es eben mal 59 Millionen Euro, und bei der Lehrlingsunterweisung und bei Fortbildungseinrichtungen für Auszubildende wird der Rotstift auch noch einmal richtig angesetzt.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  23. Es ist schon verwunderlich: Sie präsentieren uns in diesen Tagen einen Haushaltsentwurf, in dem Sie sogar die Wirtschafts-, Energie- und Klimapolitik gegeneinander ausspielen. Das ist übrigens auch gegenüber den 10 038 Mitarbeitern – über 10 000 Mitarbeiter; das müssen wir uns auf der Zunge zergehen lassen – in Ihrem Geschäftsbereich nicht fair. Sie haben im Entwurf für 2023 für das Habeck-Haus 13 Milliarden Euro zur Verfügung. Das sind 1,7 Milliarden Euro mehr als 2022. Die Ausgabereste türmen sich auf mittlerweile über 2 Milliarden Euro, und natürlich geht bei Ihnen die Stellenausweitungsorgie noch munter weiter: 49 Stellen bringen Sie on top auf, wobei Sie den nachgeordneten Behörden zugunsten Ihres Mutterhauses sogar noch Stellen wegnehmen. Herr Habeck, es ist schon seltsam.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  24. Es waren allzu häufig Ihre Leute vor Ort, die das verhindert haben. Herr Minister Habeck, was wir erleben, sind keine Einzelfälle. Die Gasumlage ist – mit Verlaub – Murks, sie wäre gar nicht notwendig gewesen, weil Sie mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds ein Instrument haben, wie Sie dieses Problem zu einem Großteil hätten lösen können. Eine weitere Luftnummer war doch die Energiepartnerschaft mit Katar, die nicht vorankommt. Nicht ein Kubikmeter Gas wurde hier ratifiziert und konnte zu einer Entspannung der Märkte beitragen. Der Gaspreis, Herr Habeck, ist auch dadurch durch die Decke gegangen, weil Sie auch in Norwegen, in Kanada nichts erreicht haben. Und vom abrupten Stopp Ihrer CO2-Gebäudesanierung redet schon keiner mehr.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  25. 2014 – wir erinnern uns –: Gerade ist die Krim überfallen worden, und der SPD, dem Wirtschaftsminister Gabriel fällt nichts anderes ein, als den Gasspeicher Rehden an Gazprom zu verkaufen. Ich habe das für einen Skandal gehalten. Sie haben noch eine dritte Frage gestellt; die Präsidentin hat das zugelassen. Zu dieser Mär, wir hätten beim Ausbau der Windenergie nichts getan, sage ich: Frau Dr. Christmann, 2005 lag der Anteil des Stroms aus Windenergie bei 5 Prozent, wenn ich es richtig weiß. Heute sind wir bei 50 Prozent, im Moment sind es über 50 Prozent. Das hat die damalige Regierungskoalition mit Partnern, die auch hier in der Mitte sitzen, die gelb waren, auch gemacht. Wenn ich das sagen darf: Ich war viele Jahre Altbürgermeister, fast zehn Jahre. Wir haben uns größte Mühe gegeben, Windenergie auszuweisen.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  26. Das war zu Ihrer Regierungszeit. Insofern: Mit den Fingern auf andere zu zeigen, hilft hier in diesem Fall überhaupt nicht. Mir diese Frage zu den Gasspeichern zu stellen, ist schon eine Frechheit. Diese Frage müssten Sie Ihrem Koalitionspartner stellen. 2014 hat der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Gasspeicher in Rehden, die Erdgaskonzessionen in Niedersachsen, an Gazprom verkauft. Ich war seinerzeit Mitglied der Regierungskoalition. Man macht es sehr selten, dass man als Mitglied – hören Sie doch zu, Herr Banaszak! – einer regierungstragenden Koalition den eigenen Wirtschaftsminister kritisiert und fragt, warum er das in dieser Phase gemacht hat.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  27. Und wollen Sie zur Kenntnis nehmen, dass Nord Stream 2 jetzt gestoppt ist, dass derzeit sogar nicht einmal durch Nord Stream 1 Gas fließt, dass die Gasspeicher so gut gefüllt sind wie im Jahresdurchschnitt seit Langem nicht mehr und dass diese Ampelregierung noch vor dem Sommer ein massives Gesetzespaket zur Beschleunigung des Ausbaus der erneuerbaren Energien umgesetzt hat? Das sind so viele Gesetze wie selten ein anderes Ministerium in so kurzer Zeit umgesetzt hat. Wollen Sie diese Leistungsbilanz zur Kenntnis nehmen, Herr Mattfeldt? Ich freue mich sehr, Frau Dr. Christmann, dass Sie mir diese Frage stellen, insbesondere zu Nord Stream; ich sage Nord Stream 2, es gibt auch Nord Stream 1. Und wollen Sie zur Kenntnis nehmen, dass Nord Stream 1 Ihre Erfindung ist, Sie Nord Stream 1 in die Versorgung eingebracht haben?

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  28. Das sind bei Ihnen keine Einzelfälle mehr. Herr Mattfeldt? Ja, Frau Präsidentin. Entschuldigung, es gibt eine Frage oder Zwischenbemerkung aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Aber sehr gerne. Sie dürfen. Lieber Kollege Mattfeldt, vielen Dank, dass Sie die Frage zulassen. – Wo Sie das jetzt gerade ansprechen, würde ich Sie gerne fragen, ob Sie zur Kenntnis nehmen wollen, dass zu Beginn der Ampelkoalition, als wir übernommen haben, geplant war, Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen, die Gasspeicher so leer waren wie eigentlich nie zuvor im Jahresdurchschnitt – im Oktober letzten Jahres war viel zu wenig Gas eingespeichert –, dass Sie in den letzten 16 Jahren den Ausbau der erneuerbaren Energien blockiert statt vorangebracht haben. Deswegen stehen wir da, wo wir jetzt stehen.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  29. Ich bin selten von jemandem so enttäuscht worden wie von Ihnen, Herr Habeck; das darf ich hier in aller Öffentlichkeit sagen. Ich sage Ihnen: Wer nur der Publicity wegen agiert, wer hinterher nicht liefert, der wird das Vertrauen der Menschen schneller verlieren, als er es sich vorstellen kann. Auf eine anständige Performance – und die geben Sie wirklich öffentlich ab – muss vor allen Dingen eine gute, aber auch schnelle Umsetzung folgen. Nur mit quatschen, nur mit medialen Auftritten haben Sie, Herr Habeck, noch kein Problem gelöst. Dass der „Maischberger“-Auftritt totaler Quatsch und total lost war, haben Sie, glaube ich, selbst gemerkt. In einer so existenziellen Krise, wie sie unser Land seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat, dürfen handwerkliche Fehler und Versäumnisse in dieser Art einfach nicht passieren.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  30. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Herr Minister Habeck – er führt anscheinend gerade Kaffeegespräche während seiner Berichterstattung; das kann man auch machen, ich wäre da wirklich ein bisschen demütiger in diesen Tagen –, Ihre Selbsteinschätzung zu Beginn Ihrer Rede – ich darf Ihnen das sagen – hat mich fassungslos gemacht – fassungslos gemacht, wie Sie sich selber sehen im Vergleich zu den realen Ergebnissen, die Sie hier vorzuweisen haben. Dabei habe ich Ihnen im Frühjahr gesagt, dass ich Sie nicht um Ihren Job beneide. Ich habe Ihnen sogar Respekt gezollt, weil ich den Eindruck hatte: Dieser Mann stellt Parteipolitik hintenan. Ich habe Sie hierfür sogar öffentlich gelobt, was in meiner Fraktion nicht so gut ankam; das darf ich ganz deutlich sagen.

    PLENARPROTOKOLL 20/51 · 2022-09-08 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  31. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich abschließend noch Danke sagen bei unserem Ausschussdienst, vor allen Dingen auch bei unseren Mitarbeitern in den Abgeordneten- und Fraktionsbüros. Ohne Sie im Ausschussdienst, Herr Dr. Paschmanns, und die vielen Mitarbeiter, die uns zuarbeiten, wäre die Arbeit definitiv nicht zu bewerkstelligen. Gut, dass wir euch haben! Herzlichen Dank. Der nächste Redner in der Debatte ist Manfred Todtenhausen, FDP-Fraktion.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  32. In der heutigen Zeit muss es selbstverständlich sein, dass die Petitionen auch über unsere Bundestags-App eingereicht werden können. Wir arbeiten daran. Ich hoffe, es geht schneller, als es uns zuvor angekündigt wurde. Im Übrigen darf ich an dieser Stelle, Frau Präsidentin, ausdrücklich dafür werben, dass unser Petitionsausschuss endlich einen eigenen Sitzungssaal im Hause bekommt, um die Anerkennung unserer Arbeit und die Ideen der Bürgerinnen und Bürger angemessen zu würdigen. Seit Jahren warten wir schon darauf. Alle Fraktionen in diesem Haus dokumentieren die Wichtigkeit des Petitionsausschusses. Aber wenn es um Taten geht, sehen wir leider sehr wenig, übrigens auch unter anderen Konstellationen in diesem Hause. Ich würde mir wünschen, dass wir das in dieser Legislaturperiode hinbekommen.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  33. Sie können bei uns im Petitionsausschuss sicher sein, dass jede Petition sorgfältig geprüft und bearbeitet wird und die Bürgerinnen und Bürger eine qualifizierte Antwort erhalten. Das bekommen Sie bei den privaten Portalen eben nicht. Meine Damen und Herren, immer wieder diskutieren wir über Änderungen im Petitionswesen; das ist auch richtig. Viel wichtiger ist aber, dass wir die Dauer der Petitionsverfahren verkürzen. Ich bin überzeugt, dass die lang geforderte Einführung der digitalen Petitionsakte uns noch schneller und noch effektiver werden lässt, damit die Petenten noch fixer eine Antwort bekommen. Toll wäre es auch, wenn der Petitionsausschuss noch einfacher für die Menschen erreichbar ist. Hierfür muss ganz dringend das E-Petitionsportal erneuert werden; darin sind wir uns fraktionsübergreifend alle einig.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  34. Viele Bürger wissen schlichtweg nicht, dass die zum Teil immer zahlreicher werdenden Internetportale – manche haben auch das englische Wort „petition“ in ihrem Titel – mit uns, mit dem Original, gar nichts zu tun haben. Leider kommen diese häufig sicherlich gutgemeinten Eingaben nicht bei uns im Bundestag an. Es handelt sich hierbei häufig um kampagnenorientierte und politisch motivierte Seiten, deren Finanzierung völlig unklar und zum Teil auch intransparent ist. Deshalb immer und immer wieder mein Rat an die Bürger: Wenn Sie wirklich etwas verändern wollen, wenn Sie gute Ideen haben, reichen Sie eine Petition beim Deutschen Bundestag ein. Dabei ist es uns im Petitionsausschuss vollkommen egal, ob Sie das als Einzelperson oder mit ganz vielen Mitzeichnenden machen.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  35. Die Petition befand sich bereits auf dem Weg zu uns ins Plenum und wurde von Ihnen, von der Ampel, und ganz besonders von Ihnen, von den Grünen, gestoppt. Das gab es im Vorfeld noch nie. Wie die FDP, lieber Kollege Manfred Todtenhausen, dies mit ihren ganz großen Ankündigungen im Wahlkampf zum Thema Wolf vereinbaren kann, ist mir schlichtweg schleierhaft. Ich fordere Sie wirklich auf, liebe FDP: Wenn Sie bei den Bauern Ihre Glaubwürdigkeit nicht komplett verlieren wollen, bringen Sie diese Petition umgehend zurück ins Plenum. Behandeln Sie sie! Meine Damen und Herren, ich möchte an dieser Stelle die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, Petitionen direkt beim Bundestag einzureichen.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  36. Ich muss aber auch ganz deutlich sagen, dass der Start des Ausschusses in dieser Wahlperiode irgendwie schlichtweg ein Stotterstart war. Es war schon etwas seltsam, dass die Ampel aus der Wahl von Vorsitz und Stellvertretung – das ist eigentlich ein ganz normaler, formeller Akt – sogar zwei Termine gemacht hat. In dieser Zeit hätten wir viele Petitionen abschließen können. Sie erwähnten die Parteipolitik, Frau Rüffer; da war ich irritiert. Es ist sehr seltsam gewesen, und das habe in 13 Jahren noch nicht erlebt – das zu Ihrer Kultur des Neuanfangs –: Sie haben eine Petition angehalten, die Ihnen nicht passte, weil sie ein neues Wolfsmanagement gefordert hat. Diese Petition hat vor allem auch die Sorgen der Weidetierhalter berücksichtigt. Der Ausschuss hatte bereits das höchste Votum abgegeben, Frau Rüffer, und an die Regierung übergeben.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  37. Allein die Zahlen der Eingaben sprechen für sich: Im vergangenen Jahr ist mit 11 667 Petitionen zwar – Sie haben es gesagt – ein leichter Rückgang zu verzeichnen, ich möchte aber, weil ich seit 13 Jahren diesem Ausschuss angehöre, betonen, dass dies überhaupt nicht ungewöhnlich ist. Wir haben immer ein Auf und Ab. Der Petitionsausschuss ist eben immer auch ein Barometer für die Stimmung in der Bevölkerung. So ein Rückgang kann auch bedeuten, dass die Menschen im Berichtszeitraum zufrieden mit ihrer Regierung waren. Und, Frau Kollegin Rüffer, der Jahresbericht betrifft ja noch die Zeit der Großen Koalition. Jetzt warten wir einfach ganz entspannt und ein bisschen ruhiger ab, wie sich die Eingaben unter der Ampel entwickeln werden.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  38. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben es gehört: Der Petitionsausschuss ist in den vergangenen Monaten in einer ganz neuen Konstellation gestartet, und – ich darf das sagen – ich freue mich besonders, dass wieder zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen Lust auf das so wichtige Petitionswesen, auf unseren Ausschuss bekommen haben. Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Martina Stamm-Fibich, ich darf auch Ihnen danken, dass Sie mit dem Ausschussvorsitz die Verantwortung für uns alle übernommen haben. – Das denke ich doch, oder? Deshalb ist sie ja auch einstimmig erfolgt. Meine Damen und Herren, die Wichtigkeit des Petitionsausschusses wird nicht nur durch seine Verankerung im Grundgesetz deutlich.

    PLENARPROTOKOLL 20/44 · 2022-06-23 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  39. Herr Minister, ich stelle zwar fest, dass Sie das mediale Geschäft grandios beherrschen, Sie aber in der Umsetzung noch mehr als gehörig Luft nach oben haben. Deshalb: Dieser Haushalt, meine Damen und Herren, ist alles andere als ein Zukunftssignal. Im Gegenteil: Mit den durch die Koalition und Ihr Haus eingebrachten Anträgen haben Sie ihn leider in keiner Weise verbessert. Man kann ihn daher nur ablehnen. Herzlichen Dank. Als nächster Redner erhält Felix Banaszak für Bündnis 90/Die Grünen das Wort.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  40. Ich frage mich ernsthaft, wie dies zu Ihren öffentlichen Ankündigungen zur Klimaneutralität passt. Die größte Herausforderung, Herr Habeck, ist die Rohstoffsicherung für unsere Nation. Mehrfach, glaube ich, haben wir beide hierüber gesprochen. Ich habe Ihnen geraten, unsere Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe von der Leine zu lassen, damit wir uns Konzessionen für Rohstoffe weltweit und vor allen Dingen langfristig sichern. Ich hatte zwischenzeitlich wirklich den Eindruck, dass Sie das auch so sehen. Deshalb habe ich überhaupt nicht verstanden, warum Sie unseren Antrag, 100 Millionen Euro für dauerhafte Energie- und Rohstoffsicherung einzustellen, schlichtweg abgelehnt haben. Nicht einmal – und das hätte man erwarten müssen – einen eigenen Antrag haben Sie hierzu eingebracht.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  41. Aber ein wenig mehr, als Haushaltstitel mit Summen oder gar – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – zahlreiche Leertitel einzubringen, hätte man, mit Verlaub, erwarten dürfen. Nicht einmal konkrete Fragen, was man in etwa vorhat und wie die Kosten aufgeteilt werden, konnten beantwortet werden. Herr Minister, das geht so nicht! Hier sind Sie noch Antworten schuldig. Ich hoffe, diese werden in den kommenden Wochen und Monaten noch kommen. Unverständlich war es deshalb, warum Sie unseren konkreten Antrag, die Mittel für klimaneutrales Fliegen um 350 Millionen Euro anzuheben, genauso abgelehnt haben wie unsere Anträge auf Mittel für die Förderung zur Produktion von Biokraftstoffen oder neuen Antriebstechnologien in der Luftfahrt. Hier haben Sie den Titel schon um 700 Millionen Euro gesenkt. Auch das ist nicht nachvollziehbar.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  42. Die Mittel für diese für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes so erfolgreichen und wichtigen Programme hätten wir beim ZIM zum Beispiel um 100 Millionen Euro anheben müssen, um einen peinlichen neuen Antragstopp zu vermeiden. Ähnliches gilt für die Industrielle Gemeinschaftsforschung. Herr Habeck, lassen Sie mich noch ein paar Worte zu dem Energie- und Klimafonds sagen, den sie ja zu 85 Prozent bewirtschaften. Hier stehen in den kommenden Jahren Beträge in dreistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung. Leider habe ich bei den neuen Titeln, die Sie eingebracht haben, bislang sehr wenig Konkretes gesehen. Nun erwarte ich nicht, dass Sie bis ins letzte Detail jedes Projekt spezifizieren.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  43. Aber vielleicht gehen Sie in sich und denken hierüber noch einmal nach. Meine Damen und Herren, mehr zielorientiertes Handeln der Ampel hätten wir uns auch im Bereich der beruflichen Bildung erhofft: bei der Ausstattung der Fortbildungseinrichtungen und der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung. Hier fehlt mir Ihr ganz klares Bekenntnis – wie in unserem abgelehnten Maßgabebeschluss formuliert –, dass wir diese Titel dauerhaft – ich betone: dauerhaft und nicht nur einmalig – gut ausstatten müssen. Nur so signalisieren wir doch eine Wertschöpfung für Ausbildungsberufe, gerade im Handwerk. Mehr erhofft, Herr Habeck, hätte ich mir auch beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand und der Industrieforschung IGF.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  44. Auf der IdeenExpo, meine Damen und Herren, haben junge Leute die Chance, sich über technische Berufe zu informieren. Was das Wichtigste ist: Sie können dort mit zahlreichen Unternehmen persönlich in Kontakt treten. Ich glaube, nur so begegnen wir dem Fachkräftemangel gerade in den so wichtigen Berufen, die davon betroffen sind. Es müssen doch nicht noch mehr Menschen Politikwissenschaften studieren; davon haben wir schon hier im Saal, weiß Gott, mehr als genügend. Wenn ich das noch sagen darf: Ihre Vorgänger Peter Altmaier und Brigitte Zypries haben es sich nie nehmen lassen – genau wie 400 000 junge Menschen –, der IdeenExpo einen Besuch abzustatten; sie waren sogar richtig stolz auf den Stand ihres Ministeriums. Unter Ihrer Führung, Herr Habeck, hat sich dieser Stand jetzt erledigt.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  45. Ich glaube, es wäre klug – und das war sonst in der einen oder anderen Sache auch üblich –, hier gemeinsam zu agieren. Das haben Sie nicht getan. Mit 13,12 Milliarden Euro im Einzelplan 09 und, Herr Habeck, noch mehr Mitteln im Energie- und Klimafonds hätte man, glaube ich, mehr als genug Möglichkeiten gehabt, kluge und sinnvolle Ansätze aus den Reihen der Opposition zumindest anzudenken, gegebenenfalls sogar umzusetzen. Überhaupt nicht nachvollziehen konnte ich, Herr Habeck, warum Sie unseren Antrag zur erneuten Teilnahme des Wirtschaftsministeriums an der Jugendmesse IdeenExpo in Hannover schlichtweg abgelehnt haben. Mehrfach habe ich Sie persönlich hierauf angesprochen, und meine Empörung in der Ausschusssitzung ist Ihnen, glaube ich, nicht verborgen geblieben.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  46. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich in die Feinheiten des Haushaltes einsteige, möchte ich mich bei Ihnen, Herr Minister Habeck, bei Ihrem Haus, stellvertretend bei Ihrer Staatssekretärin Anja Hajduk, und natürlich beim gesamten Haushaltsreferat mit Stephanie Wilpert an der Spitze für eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit bedanken. Mein Dank gilt aber auch allen Mitberichterstattern für den fairen und menschlichen Umgang über alle Fraktionsgrenzen hinweg. Allerdings – hier komme ich nun zur Debatte über den Haushalt 2022 – hätte ich mir seitens der Ampelkoalition schon gewünscht, dass ihr euch die Anträge von uns als Union einfach einmal angeschaut hättet, anstatt diese mit der Bemerkung „falscher Absender“ immer nur abzubügeln.

    PLENARPROTOKOLL 20/41 · 2022-06-02 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  47. Klug wäre es gewesen, wenn Sie unserem Antrag hier gefolgt wären und zum Beispiel die gebeutelte Hotellerie und Gastronomie entlasten – Kommen Sie bitte zum Schluss, Herr Mattfeldt. – und in die Lage versetzen würden, sich mit klugen Investitionen neu aufzustellen. Das wollten Sie nicht. Ich kann Ihnen nur sagen: Die ganze Sache mit Ihrem sogenannten Klima- und Transformationsfonds ist derartig unausgegoren! Letzter Satz, bitte. Ich bin mir ganz sicher, dass auch Karlsruhe das im anhängigen Verfahren so sehen wird. Herzlichen Dank. Frank Junge, SPD-Fraktion, gibt seine Rede zu Protokoll. 1 Anlage 9 – Vielen Dank. Der nächste Redner in der Debatte ist Wolfgang Wiehle, AfD-Fraktion.

    PLENARPROTOKOLL 20/34 · 2022-05-12 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  48. Der dritte Punkt ist, dass Sie bei der Begründung zur Einsetzung des Sondervermögens argumentativ – und Sie haben es eben wieder getan, Herr Toncar – vollkommen falsch agieren. Sie begründen, dass Sie mit den zusätzlichen 60 Milliarden Euro die Volkswirtschaft, die durch Coronamaßnahmen massiv gelitten hat, aus der Pandemie führen wollen. Die Wahrheit ist aber doch, dass Sie mit diesem EKF – auch mit den 60 Milliarden Euro – Wirtschaftszweige fördern werden, die überhaupt nicht unter der Coronapandemie gelitten haben. Im Gegenteil: Sie fördern hier Branchen, die nicht mehr wissen, wie sie die Arbeit bewältigen sollen und die nahezu schon überhitzen. Das ist inflationsfördernd, was Sie hier machen. Das ist nicht klug.

    PLENARPROTOKOLL 20/34 · 2022-05-12 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  49. Sie agieren hier nach der Devise: Ich habe eine lose Idee, setze hier erst mal anständige Summen in Haushaltstitel ein, und dann schaut man mal, was man hier an Projekten zusammensammeln kann und vor allen Dingen, welche Preisschilder man auf die einzelnen Produkte klebt. Und dann hofft man, dass die Haushaltssumme, die man sich vorher schlichtweg wahrscheinlich ausgewürfelt hat, ungefähr erreicht wird. Meine Damen und Herren, ich habe mal Industriekaufmann gelernt, und da habe ich gelernt, dass man Projekte gründlich kalkuliert. Man schaut, was umsetzbar ist, und dann setzt man hierfür ein Budget ein. Sie agieren allerdings komplett andersrum, wie wir vor allen Dingen am Berichterstattergespräch zum EKF am Montag bei zahlreichen Titeln erfahren konnten.

    PLENARPROTOKOLL 20/34 · 2022-05-12 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  50. Klug, liebe Kolleginnen und Kollegen, wäre es gewesen, hier ganz neue Akzente zu setzen – nicht unkoordiniert, sondern abgestimmt mit der Wirtschaft, mit wirklichen Fachleuten und auch mit Wissenschaftlern. Bei dieser Summe augenscheinlich selbsternannte Experten mit wenig Erfahrung agieren zu lassen, halte ich schlichtweg für fahrlässig. Auf langjährige Erfahrung in den Häusern konnten Sie ja aber nun auch nicht zurückgreifen; denn Sie haben ja sofort nach der Regierungsübernahme nahezu alle wichtigen Abteilungsleiter durch parteipolitische Kollegen ausgetauscht. Der zweite Punkt ist, dass Sie bei Ihrer Vorgehensweise erneut den Fehler machen, den zweiten vor dem ersten Schritt zu tun.

    PLENARPROTOKOLL 20/34 · 2022-05-12 · READ THE BUNDESTAG RECORD