Isabel Mackensen-Geis
SPD · Germany
“Besonders wichtig ist, dass wir mit dem von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium eingesetzten Runden Tisch „Wald/Wild“ bis Ende 2026 ganzheitliche Lösungen zum Wald-Wild-Konflikt erarbeiten. Das unterstützen wir als Koalition ausdrücklich.”
“Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist ein Erfolg des Arten- und Naturschutzes. 100 Jahre war er ausgerottet. Heute ist er wieder Teil unserer heimischen Kulturlandschaft.”
“Wir brauchen Beratung und Fortbildung, gerade bei der Wildbiologie des Wolfs. Wolfsmanagement ist mehr als Jagd; es umfasst Prävention, Monitoring, wissenschaftliche Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit. Das Bestandsmanagement ist nur zulässig, solange der günstige Erhaltungszustand gewahrt bleibt.”
“Dieses Zitat zeigt: Es geht nicht um schwarz oder weiß, es geht um Differenzierung. Deshalb kommt es jetzt auf die Umsetzung an. Ein verantwortungsvolles Bestandsmanagement muss zweierlei gewährleisten: den Wolf als geschützte Art erhalten und gleichzeitig die Sicherheit der Weidetierbetriebe stärken.”
“Ja, Ende 2023 wurde der sogenannte Schnellabschuss auf den Weg gebracht. Aber die Praxis hatte gezeigt: Es blieb Rechtsunsicherheit, es blieb Bürokratie, und es blieb Frust vor Ort. Deshalb bestand weiterhin Handlungsbedarf.”
“Darüber hinaus müssen wir gemeinsam mit den Ländern dafür sorgen, dass der erforderliche vorbeugende Herdenschutz durch die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ gestärkt wird. Dafür brauchen wir keinen Antrag der Linken. Und auch das Monitoring ist bei den Ländern sehr gut aufgehoben.”
The complete record
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“Und wenn ich mir die neue Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der SPD-Bundestagsfraktion anschaue, dann sehe ich geballte Frauenpower, leider im Gegensatz zur rechten Seite des Parlaments. Da besteht noch etwas Nachholbedarf, was den Frauenanteil angeht. Auch der Weinbau ist weiblich. In der Vergangenheit war die Weinbaubranche in fester Männerhand. Doch heutzutage sind die Frauen auf dem Vormarsch. Der Weinbau ist mir als Pfälzer Mädel eine Herzensangelegenheit, und deshalb freue ich mich sehr, dass ich weiterhin für die Weinbaupolitik innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion verantwortlich bin und auch dem Parlamentarischen Weinforum weiter angehören darf. Sehr geehrte Damen und Herren, Landwirtschaft und Umweltschutz sind keine Gegensätze, sondern gehören zusammen.”
“Der Strukturwandel in der Landwirtschaft setzt sich weiter fort. So ist die Anzahl der Betriebe in den vergangenen Jahrzehnten enorm zurückgegangen. Ein Strukturwandel von 2 Prozent bedeutet, dass sich nach 25 Jahren die Anzahl der Betriebe halbiert. Wir müssen schnell handeln, um diese Entwicklung zu stoppen! Derzeit leiten Frauen etwa 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe, und jede dritte Arbeitskraft auf den Betrieben ist eine Frau – Tendenz steigend. Denn es stehen gut ausgebildete junge Frauen in den Startlöchern, um demnächst die Hofnachfolgen anzutreten. Wir haben starke Frauen in der Landjugend und bei den Landfrauen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement die ländlichen Räume lebendig machen. Die Landwirtschaft wird, die Landwirtschaft ist weiblich.”
“Wir wollen die kooperativen Ansätze ausbauen und durch gezielte agrar- und umweltpolitische Fördermaßnahmen Anreize schaffen. Der Ökolandbau ist hierbei ein wichtiger Baustein und ein entscheidendes Werkzeug. Wir wollen 30 Prozent Ökolandbau bis zum Jahr 2030 erreichen. Das ist ambitioniert; denn es bedeutet: Wir brauchen jedes Jahr 12 Prozent mehr Biofläche. Das ist nur möglich, wenn wir die Voraussetzung für ein gleichgewichtiges Wachstum von Angebot und Nachfrage schaffen. Hierfür wollen wir die Bundesmittel für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau im neuen Haushalt erhöhen und einen stärkeren Schwerpunkt auf die Agrarforschung legen. Wir werden die Zukunftsstrategie ökologischer Landbau um die gesamte Biowertschöpfungskette erweitern. Die dritte Krise ist die soziale Krise.”
“Wir bekennen uns zur nachhaltigen Forstwirtschaft. Wie wollen wir sie unterstützen? Wir werden zukünftig die Ökosystemleistungen des Waldes honorieren. Es soll ein Modell vom Bundesforstministerium und Bundesumweltministerium entwickelt werden. Für diese Honorierung stehen bereits im Bundeshaushalt 2022  200 Millionen Euro zur Verfügung. Die zweite Krise ist die Biodiversitätskrise. Der Rückgang der biologischen Vielfalt ist dramatisch und hat bereits jetzt ein Ausmaß erreicht, das die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Existenzgrundlagen von uns Menschen gefährdet. Gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten können wir den Verlust der Artenvielfalt stoppen und die Biodiversität in der Agrarlandschaft wieder stärken.”
“Durch Maßnahmen wie den Humusaufbau, vielfältige Fruchtfolgen oder auch das Anlegen von Agroforstsystemen können unsere landwirtschaftlichen Betriebe widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen werden. Das ist aktiver Klimaschutz; denn wenn unsere Böden große Wassermassen speichern können, sind sie vor Erosion geschützt. Gerade unser Wald kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten; denn er ist unser Klimaschützer Nummer eins. Aber auch im deutschen Wald werden die Folgen des Klimawandels sichtbar. Für unsere kommunalen und privaten Waldbesitzer/-innen habe ich eine klare Botschaft: Wir werden Sie bei dem gezielten Waldumbau zu artenreichen und klimaresilienten Wäldern unterstützen und den Umbau mit der vielseitigen Nutzung von heimischem Holz als nachhaltigem Rohstoff mit einer Holzbauinitiative verknüpfen.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Sehr geehrter Herr Minister Cem Özdemir! Allem voran nutze ich die Gelegenheit, Ihnen herzlich zu Ihrem neuen Amt als Landwirtschaftsminister zu gratulieren. Sie stehen vor großen Herausforderungen; denn unsere Land- und Forstwirtschaft ist mit drei großen Krisen konfrontiert: der Klimakrise, der Biodiversitätskrise und der sozialen Krise auf den Bauernhöfen. Bei der Klimakrise ist die Landwirtschaft wie kein anderer Wirtschaftsbereich so direkt von den veränderten Klimabedingungen betroffen. Als Rheinland-Pfälzerin denke ich mit Schrecken an die Starkregenfälle und das anschließende Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen vom letzten Jahr zurück. Das verdeutlicht die Dynamik.”