Anja Reinalter
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN · Germany
“Denn Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sie beginnt schon in der Kita. Auf den Anfang kommt es an. Wir fordern außerdem mehr Berufsorientierung, mehr Familienberatung, mehr multiprofessionelle Teams für die mentale Gesundheit und natürlich mehr Ganztagsbetreuung und nicht weniger.”
“– Bildungsgerechtigkeit bedeutet nämlich nicht, Kindern zu sagen: „Strengt euch mehr an, und lauft trotz Gegenwind schneller als alle anderen!“ Nein, Bildungsgerechtigkeit bedeutet, die Hürden für alle Kinder abzusenken. Wie viele Studien braucht es denn noch, bis Sie endlich handeln?”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kinder mit Talenten und Potenzialen gibt es in allen Familien, gleiche Bildungschancen aber nicht. Ist das okay? Nein, das ist natürlich nicht okay. Wissen Sie, es schmerzt mich, wenn bei uns die Bildungschancen von Kindern vom Geldbeutel der Eltern abhängen.”
“Jeder verlorene Tag geht zulasten von Bildungschancen von Kindern. Und darum: Handeln Sie jetzt, und beschließen Sie mit uns diesen Antrag! Nur ein kleiner Hinweis: Die Ministerin ist entschuldigt und befindet sich auf der Bildungsministerkonferenz. Das Ressort ist durch den Parlamentarischen Staatssekretär vertreten.”
“Ja. – Wir wissen: Wer bestellt, bezahlt; ganz klares Thema. Jetzt haben wir ja auch gehört: Sie wollen eine Vollzeiterwerbstätigkeit und keine Teilzeit mehr. Wie passt das dann mit der Verschiebung des Rechtsanspruchs zusammen?”
“Vielen Dank. – Meine Frage geht an Herrn Frei. Wir wissen: Die Kommunen stehen finanziell unter Druck, und das nehmen wir auch wirklich sehr ernst. Aber da kann es doch nicht sein, dass jetzt Sparvorschläge kommen, die ausgerechnet auf Kosten von Familien, von Kindern, von Jugendlichen, von Frauen gehen.”
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“Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Sehr geehrte Frau Ministerin, zurück zum Fachkräftemangel: lange gewarnt, lange ignoriert und verschlafen, heute Realität und in Zukunft sicher eines der größten innenpolitischen Probleme, die wir zu bewältigen haben. Gefährdet ist unsere Wirtschaft, unser Wohlstand, unsere Energiewende etc. Wir sind uns einig, dass Bildung ein Schlüssel ist, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, und wir sind uns auch einig, dass wir mehr Master sowie mehr Meister und Meisterinnen brauchen. Was kann die Regierung tun, um die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung herzustellen?”
“Statt hier im Haushalt zu kürzen, müssen wir gerade jetzt die Finanzierung von Unterstützungsangeboten sichern. Also: Mit diesem Haushalt können wir die richtigen Weichen stellen, um den Fachkräftemangel anzupacken. Ich freue mich – und ich bedanke mich da für Ihr Angebot – auf konstruktive Beratungen im Ausschuss bzw. weitere konstruktive Beratungen. Vielen Dank und ebenfalls einen schönen Abend! Punktlandung, was die Zeit betrifft. Jetzt folgt Holger Mann für die SPD-Fraktion.”
“Außerdem senken wir dadurch die Vertragslösungsquote. Das versteht eigentlich auch jeder. Denn was ist frustrierender als eine abgebrochene Ausbildung, und zwar für beide Seiten, für die Azubis und für die Betriebe? – Oder ein abgebrochenes Studium; klar. Das alles gehört zur beruflichen Bildung, und darum werden wir der beruflichen Bildung in dieser parlamentarischen Beratung den nötigen Rückenwind geben. Lassen Sie uns bei der Suche nach Fachkräften aber auch über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen. In meinem Wahlkreis Biberach werde ich immer wieder gefragt, warum die vielen qualifizierten Menschen aus Syrien und der Ukraine bei uns eigentlich nicht arbeiten dürfen. Und was ist die Antwort? Unser Einwanderungsgesetz ist immer noch viel zu exklusiv, und die Anerkennung von Abschlüssen ist teuer und bürokratisch.”
“Sehr geehrte Frau Ministerin, ich freue mich wirklich sehr auf die Exzellenzinitiative für berufliche Bildung. Das wird bestimmt ein sehr, sehr gutes Leuchtturmprojekt. Wir sind gespannt. Leuchttürme sind wichtig; sie sind von Weitem sichtbar, und sie geben Orientierung. Es braucht aber nicht nur Leuchttürme. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Betriebe und alle Azubis festen Boden unter den Füßen bekommen. Deswegen werden wir genau hinschauen, ob dieser Haushalt der beruflichen Bildung gerecht wird. Was festen Boden bringt, sind Maßnahmen wie die Initiative Bildungsketten und natürlich der flächendeckende Ausbau von Jugendberufsagenturen; denn damit unterstützen wir Schülerinnen und Schüler, ihren ganz persönlichen Bildungsweg zu finden, und wir helfen Betrieben, die passenden Azubis einzustellen.”
“Darum investiert die Ampel in diesem Haushalt in die berufliche Bildung und in die Qualifizierung von Arbeitskräften. Denn ohne Fachkräfte wird uns das Klima um die Ohren fliegen; das ist Fakt. Darum machen wir die Aus- und Weiterbildung attraktiver. Wir haben die seit Jahren überfällige Reform des BAföG auf den Weg gebracht und 850 Millionen Euro dafür im Haushalt bereitgestellt; das sind 66 Millionen Euro mehr als im letzten Jahr. Davon profitieren Studierende und natürlich Schülerinnen und Schüler sowie Azubis. Und wir investieren in eine moderne und digitale berufliche Bildung. Mit 20 Millionen Euro für das Projekt InnoVET und mit 29 Millionen Euro für den Innovationswettbewerb Invite stärken wir – und das ist zentral – die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Ministerin! Ja, wir reden über den Einzelplan 30, und darum reden wir natürlich auch über berufliche Bildung. Ich habe aufmerksam zugehört und bin Ihnen dankbar, Frau Kollegin Radomski, dass auch Sie jetzt das Thema „Fachkräfte und berufliche Bildung“ angesprochen haben; denn berufliche Bildung ist der Hebel im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Bis 2030 werden uns durch den Fachkräftemangel sage und schreibe 4,2 Milliarden Arbeitsstunden fehlen. Das sind 4,2 Milliarden Arbeitsstunden, in denen keine Wärmepumpen installiert werden, in denen keine Häuser gedämmt werden, in denen keine Elektrobusse gebaut werden. Das sind 4,2 Milliarden Arbeitsstunden, die uns im Kampf gegen die Klimakrise fehlen. Und diesen Kampf können wir nicht verlieren.”
“Sie hätten einfach zustimmen können. Dann hätten Sie tatsächlich etwas ganz Praktisches getan, um die berufliche Bildung von Azubis zu stärken. Sie bekommen aber noch eine Chance. Wir freuen uns drauf. Vielen Dank.”
“Wir brauchen also beides: mehr Master und mehr Meister. Deswegen: Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit in der Koalition. Gemeinsam werden wir die berufliche Bildung stärken und dem Fachkräftemangel begegnen. Einen ganz wichtigen Meilenstein für bessere Ausbildungsbedingungen haben wir heute Morgen beschlossen. Wir haben nicht nur das BAföG für Studierende erhöht, nein, wir haben auch das BAföG für Azubis erhöht. Ich bin schon etwas verwundert, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Union: Wenn Sie sich morgens hierhinstellen und gegen mehr Geld für Azubis stimmen, können Sie doch abends nicht sagen, dass Sie nur das Beste für Auszubildende im Sinn haben. Ist das nicht quasi ein Schlag ins Gesicht von Azubis? Heute Morgen hätten Sie doch eine sehr gute Gelegenheit gehabt, die Situation von Auszubildenden zu verbessern.”
“Wir werden mit der Berufsorientierung früher anfangen, und wir werden sie flächendeckend in den Städten, aber auch in den ländlichen Räumen ausbauen. Sie sehen: Wir haben uns viel vorgenommen. Besonders freut uns, dass die zuständige Bundesministerin, Bettina Stark-Watzinger, die berufliche Bildung zu ihrem Thema gemacht hat. – Vielen Dank! Für uns in der Ampel ist es wichtig, dass Studium und Ausbildung gleichstehen. Wir werden die akademische Ausbildung definitiv nicht gegen die berufliche Bildung ausspielen. Bauen Sie doch mal ein Haus. Dann werden Sie ganz schnell sehen, dass Sie allein mit einer Architektin nicht weit kommen. Es braucht viel mehr. Neben der Architektin brauchen Sie die Schreinerin, die Elektrikerin, die Fliesenlegerin. Und wer krank ist, braucht die Ärztin und Pflegepersonal.”
“Weil die persönliche Beratung so wichtig ist, brauchen wir mehr Berufsbildungsmessen, um in den persönlichen Kontakt zu kommen. Und wir brauchen mehr Möglichkeiten für ein Praktikum. Ich muss doch wissen, wie es in einer Schreinerei riecht und wie sich Holz anfühlt, wenn ich Schreinerin werden möchte. Das kann kein noch so cooles Kampagnenvideo ersetzen. Das funktioniert nicht. Ich habe es heute Morgen schon einmal gesagt: Das einwöchige Praktikum in der neunten Klasse reicht beim besten Willen nicht aus, um sich für einen Beruf zu entscheiden. Schülerinnen und Schüler – wir haben es eben gehört – müssen ihre Stärken kennen, ihre Fähigkeiten, ihre Kompetenzen kennenlernen und testen. Nur so finden sie ihren Traumberuf, den Beruf, der zu ihnen passt. Ja, in den letzten 16 Jahren wurde einiges versäumt. Das werden wir jetzt nachholen.”
“Die Idee, KI beim Matching zwischen Ausbildungsplätzen und Azubis einzusetzen, ist nicht schlecht. Aber Künstliche Intelligenz ist keine Wunderpille, mit der man schwuppdiwupp alle Probleme der Zukunft lösen kann. Algorithmen werden nie und nimmer individuelle Beratung und die persönliche Begegnung zwischen Menschen ersetzen. Gerade die letzten beiden Jahre der Pandemie haben uns gezeigt, wie wichtig dieser persönliche Kontakt zu Schülerinnen und Schülern ist, dass wir sie eben nicht erreichen, wenn es keine persönliche Beratung gibt. Mal ehrlich: Wir haben uns doch alle einmal im Leben für einen Beruf entschieden, eine Entscheidung für einen Berufsweg getroffen. Erinnern Sie sich an diese erste Entscheidung für einen Berufsweg? Wie wichtig war da die persönliche Ansprache?”
“In meiner ehemaligen Schule in Biberach waren wir glücklicherweise sogar in der komfortablen Situation, dass die Technik immer auf dem neuesten Stand war. Aber das ist leider nicht überall so. Ich kenne wirklich viele berufliche Schulen, in denen Kupferkabel und Tageslichtprojektor noch zum Alltag gehören. – Nein, überall. – Daher sage ich: Sie machen es sich mit Ihrem Ruf nach mehr digitalen Angeboten einen Tick zu einfach. Versuchen Sie doch mal, mit einem Faxgerät in eine Onlinejobbörse zu kommen. Deswegen wird die Ampelkoalition die Digitalisierung der Berufsschulen beschleunigen. Der DigitalPakt läuft inzwischen seit drei Jahren. Es ist aber nur ein Fünftel der Mittel abgeflossen. Deshalb werden wir Hürden abbauen und aus diesem Antragsmarathon einen Sprint machen.”
“Es darf nicht sein, dass junge Menschen ohne Schulabschluss dastehen und keinen Ausbildungsplatz finden. Wir dürfen uns das als Gesellschaft nicht leisten. Die Bekämpfung des Fachkräftemangels ist in unser aller Interesse; wir brauchen diese jungen Leute. Wenn ich mir jetzt diese beiden Anträge anschaue, dann stelle ich fest, dass wir in der Problembeschreibung gar nicht weit auseinanderliegen. Im Antrag der Linken steht vieles, was wir schon längst im Koalitionsvertrag beschlossen haben. Im Antrag der Union steht vieles zur Digitalisierung als Lösung des Fachkräftemangels. Das ist gut; aber als Berufsschullehrerin kann ich Ihnen versichern, dass in den letzten 16 Jahren viel zu wenig in die digitale Infrastruktur investiert wurde, um Ihre Forderungen durchzusetzen.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Und vor allem heute: Liebe Azubis! Jetzt reden wir heute doch tatsächlich zum zweiten Mal über berufliche Bildung. Das ist super; denn berufliche Bildung ist ein sehr wichtiger Schlüssel, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Von mir aus können wir das jetzt jede Woche machen. Denn die Zahlen im Berufsbildungsbericht rufen uns ganz klar zum Handeln auf: 2,3 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren standen 2021 ohne Bildungsabschluss da – 2,3 Millionen, das sind 15,5 Prozent der 20‑ bis 34‑Jährigen in Deutschland! Diese jungen Leute, egal ob im Süden, im Norden, im Osten oder im Westen, haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie werden weniger verdienen und ein viel, viel höheres Risiko für Langzeitarbeitslosigkeit und Altersarmut haben.”
“Wir brauchen doch mehr Menschen, die eine Ausbildung machen: im Handwerk, im Tourismus, in der Pflege, im Kampf gegen die Klimakrise. Wir sehen es doch an jeder Stelle: Die Züge haben Verspätung, weil wir auf Lokführer/-innen warten. Der Biergarten nebenan hat zu, weil der Wirt kein Personal bekommt. Kinder müssen nach Hause geschickt werden, weil die Kitas keine Erzieher/innen finden. Kurzum: Wir nehmen die Ergebnisse des Berufsbildungsberichtes ernst. Wir werden das Matching so schnell wie möglich verbessern, mehr junge Menschen für eine Ausbildung begeistern und so dem Fachkräftemangel begegnen. Herzlichen Dank. Nächster Redner: für die CDU/CSU-Fraktion Stephan Albani.”
“Deswegen werden wir erstens gemeinsam mit den Ländern und den Kommunen Berufsorientierungsangebote schaffen. Denn mal ehrlich: Wie soll man denn nach einem einwöchigen Praktikum in der neunten Klasse entscheiden können, welchen Beruf man lernt? Zweitens werden wir Jugendberufsagenturen ausbauen und mehr Beratungsangebote machen; denn wir haben doch gerade in der Pandemie gesehen, wie die Zahl der Bewerbungen sinkt, weil wir die Schüler/-innen nicht mehr direkt erreichen konnten. Drittens werden wir in den Regionen, in denen es zu wenige Ausbildungsplätze gibt, jungen Menschen mit der Ausbildungsgarantie eine Berufschance geben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben doch das gemeinsame Ziel, mehr junge Menschen darin zu unterstützen, ihren Platz im Leben und im Beruf zu finden.”
“Wenn Sie sich zwei Zahlen merken sollten, dann bitte die 24 000 und die 63 000; denn sage und schreibe 24 000 Schülerinnen und Schüler haben im letzten Jahr keinen Ausbildungsplatz bekommen. Die Zahl 63 000 ist genauso alarmierend, denn 63 000 Ausbildungsplätze konnten im Jahr 2021 nicht besetzt werden. Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir ein Problem geerbt haben, und das liegt nicht nur an Corona; denn die Zahlen waren vor der Pandemie auch nicht viel besser. Wir sind uns einig, dass wir es uns als Gesellschaft nicht leisten können, auf der einen Seite den Fachkräftemangel zu beklagen und auf der anderen Seite Schülerinnen und Schüler ohne Ausbildungsplatz stehen zu lassen. Es ist offensichtlich, dass wir ein besseres Matching zwischen Azubis und Ausbildungsplätzen brauchen. Salopp gesagt: Jeder Topf braucht einen passenden Deckel.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Ministerin! Liebe Gäste! Ja, wir reden heute über das BAföG und über den Berufsbildungsbericht, und damit reden wir über Studierende und Azubis; denn berufliche und akademische Bildung sind uns gleich viel wert, und man kann auch ohne Studium und BAföG Abgeordnete werden. Uns sind beide Gruppen gleich viel wert; denn sie tragen gleichermaßen dazu bei, dem Fachkräftemangel zu begegnen. An dieser Stelle sage ich unseren herzlichen Dank an alle, die einen Beitrag leisten, junge Menschen auf den Weg in ihre berufliche Entwicklung zu bringen, an alle Schulen, Lehrkräfte, Projektträger, natürlich an die Eltern und an alle Ausbildungsbetriebe. Und ja, wir wissen, dass die letzten beiden Jahre hart waren. Das zeigen uns auch die Zahlen des Berufsbildungsberichtes.”
“Nächster Redner ist der Kollege Thomas Jarzombek, CDU/CSU-Fraktion.”
“Deshalb ist es wichtig, dass das BAföG zukünftig digital wird und dass es unbürokratischer wird. Unser Ziel ist ein umfassendes, zielgerichtetes Update des BAföG, und ich freue mich heute schon auf die nächsten Reformschritte. Ja, es sind erste Schritte. Wir können schließlich 16 Jahre nicht in einem halben Jahr nachholen. Insbesondere mit dem Aufstiegs-BAföG werden wir die berufliche Weiterbildung stärken. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln. Berufe ändern sich. Für diese großen Aufgaben und die Herausforderungen unserer Zeit brauchen wir alle Menschen in unserem Land. Vielen Dank und Happy Birthday, Frau Ministerin! Vielen Dank, Frau Kollegin. – Sie waren so erstaunt, dass ich jetzt hier sitze, nicht? – So schnell kann der Geschlechterwandel funktionieren.”
“Lebensjahr die Chance geben, BAföG für eine Ausbildung zu beantragen. Alter, Herkunft, Familien- und Lebenssituation dürfen kein Hindernis sein, sich aus- oder weiterzubilden. Damit stärken wir Bildungsgerechtigkeit. Wir machen das nicht nur, weil jeder Mensch ein Recht auf Bildung und Ausbildung hat, sondern wir machen das natürlich auch, weil wir dringend – dringend! – mehr gut ausgebildete Menschen brauchen. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet damit, dass 2030 5 Millionen Fachkräfte fehlen werden. Wir wissen alle, dass der Fachkräftemangel nicht von heute auf morgen behoben werden kann. Aber diese BAföG-Reform ist ein wichtiges Instrument zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Dafür braucht es nicht nur mehr Geld, sondern auch eine strukturelle Modernisierung.”
“Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass sie Pflegekräfte, dass sie Erzieher/-innen werden wollen und zum Glück auch Handwerkerinnen und Handwerker. Einige von ihnen wohnen aus Entfernungsgründen im Wohnheim. Weil sie entweder zu wenig oder keine Ausbildungsvergütung bekommen wie bei den Erzieherinnen und Erziehern, brauchen natürlich auch sie finanzielle Unterstützung. Aber leider sind die Zahlen der BAföG-antragsberechtigten Schülerinnen und Schüler in den letzten Jahren gesunken. Wir sorgen mit dieser Reform dafür, dass mehr Schülerinnen und Schüler förderberechtigt sind, dass sie mehr BAföG, mehr Wohngeld und höhere Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge erhalten. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ja, wir machen unsere Hausaufgaben Schritt für Schritt. Ein sehr wichtiger Schritt ist, dass wir zukünftig Menschen bis zu ihrem 45.”
“Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Frau Ministerin! – Jetzt sehe ich sie nicht mehr. – Liebe Studierende! Liebe Schülerinnen und Schüler! Liebe Auszubildende! Ja, wir reden hier heute viel über Bildungsgerechtigkeit, über Chancengerechtigkeit, über Studium, Universität und Hochschule, und das ist gut so. Wenn wir es aber wirklich ernst meinen mit der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung, dann müssen wir der beruflichen Bildung wie eben auch wirklich einen gleichwertigen Stellenwert in der Debatte einräumen. Denn im Jahr 2020 waren ein Drittel der BAföG-Empfänger/-innen Schülerinnen und Schüler, die meisten davon aus der Berufsschule. Dabei denke ich jetzt an das Berufsschulzentrum in meinem Wahlkreis Biberach. Ich kenne sehr viele junge Frauen und Männer, die dort eine Ausbildung machen.”
“Besonders wichtig ist uns auch, dass wir die Menschen erreichen, die vom Strukturwandel betroffen sind und die sich neue Berufsfelder suchen müssen. Darum ist es jetzt gut, dass wir im Ampelkoalitionsvertrag mit der Ausbildungsgarantie, mit dem Aufstiegs-BAföG, mit dem Weiterbildungsgeld die richtigen Instrumente festgelegt haben. So können wir dem Fachkräftemangel begegnen und viele Menschen dabei unterstützen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Dafür sind wir, liebe Kolleginnen und Kollegen, alle gefragt. Also lassen Sie uns gemeinsam an einem Strang ziehen und loslegen! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Das Wort hat die Kollegin Dr. Petra Sitte für die Fraktion Die Linke.”
“Ich greife drei heraus: Erstens werden wir Betriebe unterstützen bei der Suche nach Azubis, indem wir die Berufsorientierung und die Jugendberufsagenturen weiter ausbauen. An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich bei allen Unternehmen und Betrieben, die ihren Beitrag zur dualen Ausbildung leisten. Herzlichen Dank dafür! Zweitens werden wir die Ausbildungsgarantie sicherstellen; denn wir können es uns nicht leisten, dass wir Talente verlieren. Drittens. Die Weiterbildung ist wichtiger denn je und sollte selbstverständlicher Bestandteil der Arbeits- und Lebensbiografie sein. Darum setzen wir auf Fort- und Weiterbildung aller Berufsgruppen und aller Branchen und werden das Aufstiegs-BAföG und das Weiterbildungsgeld ausbauen. Denn wir brauchen mehr Master und mehr Meister, sehr geehrte Damen und Herren.”
“Im Gegenteil: Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen demnächst in den Ruhestand – das ist das eine –; die wirtschaftliche Transformation, die wir für unser Klima so dringend brauchen, ist das andere. Allein für Letzteres benötigen wir immer mehr Fachleute, insbesondere im Handwerk. Das ist aber auch die positive Nachricht; denn die Transformation ist wirklich eine große Herausforderung, sie bietet aber auch Chancen, Chancen für spannende neue berufliche Perspektiven. Darum bieten wir jetzt ein zukunftsfähiges Berufsbildungssystem, ein Berufsbildungssystem, das auf der Höhe der gesellschaftlichen Realität arbeitet. Im Koalitionsvertrag haben wir uns auf eine Vielzahl von Maßnahmen geeinigt.”
“Sehr geehrte Präsidentin! Liebe Frau Ministerin, auch von meiner Seite: Herzlichen Glückwunsch und auf gute Zusammenarbeit! Liebe Kolleginnen und Kollegen, ja, wir haben es heute schon öfter gehört: Wir befinden uns mitten in der Transformation der Wirtschaft. Die Aus- und Weiterbildung spielt hierbei eine Schlüsselrolle. Dabei geht es um nichts weniger als um Menschen, um ihr Wissen, um ihre handwerklichen Fähigkeiten, um ihre Motivation und um ihre Leidenschaft, jeden Tag ihr Bestes zu geben. Und natürlich geht es um unseren Wirtschaftsstandort Deutschland; denn unsere Unternehmen brauchen gut ausgebildete Menschen. Derzeit fehlen sie. Der Fachkräftemangel ist bundesweit bekannte Realität, er wird nicht einfach verschwinden, und er wird auch von niemandem geleugnet.”