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DEUTSCHER BUNDESTAG · FORMER

Karin Prien

Germany

IN THEIR OWN WORDS

Es ist so wichtig, dass wir uns jetzt nicht in ideologische Grabenkämpfe stürzen, sondern das Wesentliche, das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Und was ist das Wesentliche? Für mich ist es: Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, ihr Vertrauen in unsere Demokratie stärken und sie zurückgewinnen.

PLENARPROTOKOLL 21/69 · 2026-03-27 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Wir wollen die Menschen in ihrem Alltag erreichen und demokratische Teilhabe erfahrbar machen, in den Kitas, in den Schulen, verstärkt in den berufsbildenden Schulen, grundsätzlich in allen Strukturen, wo sich die Menschen im Alltag begegnen, von den Arbeitgeberverbänden bis zu den Gewerkschaften, von der freiwilligen Feuerwehr bis zur La…

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Wir beobachten eine Zunahme von autoritären und extremistischen Einstellungen, wir erleben mehr Extremismus und Polarisierung, wir sehen einen dramatisch wachsenden Antisemitismus, auch Islamismus, und wir erleben extremistische Straftaten von Attentaten bis zu Anschlägen, auch auf unsere kritische Infrastruktur.

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Aber deshalb dürfen wir doch die Augen nicht davor verschließen, dass auch ein dramatisch zunehmender Antisemitismus, Formen des Linksextremismus und der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit unsere Demokratie gefährden. Unsere kommunalen Partnerschaften für Demokratie bleiben das Herzstück des Programms; wir werden sie ausbauen.

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Teile des Programms sind ohne jeden Zweifel erfolgreich. Ich danke an dieser Stelle allen Engagierten ausdrücklich. Aufgebaute Expertise und Kompetenz aus den vergangenen zehn Jahren sind für uns weiter wichtig und werden wir auch in Zukunft nutzen. Gleichzeitig gilt aber auch: Nicht alles hat sich in der Praxis bewährt.

PLENARPROTOKOLL 21/69 · 2026-03-27 · READ THE BUNDESTAG RECORD

Sie lebt von den Menschen, die sich in den Vereinen vor Ort, in den Kirchen, in Verbänden engagieren, von den Menschen, die sich in Parteien engagieren, in der Kommunalpolitik, in den Landtagen, im Europaparlament aktiv sind. Sie lebt von den Millionen engagierter Bürgerinnen und Bürger.

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The complete record

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  1. Wir alle, die verschiedenen politischen Ebenen, müssen uns daran messen lassen, ob Investitionen, Maßnahmen, Programme für gute Kitas und Grundschulen bei unseren Kindern und Jugendlichen tatsächlich auch ankommen und ob auch die Qualität wirklich stimmt. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss einen letzten Gedanken äußern. Wir schauen auf viele positive gesellschaftliche Entwicklungen in unserem Land, und doch müssen wir zugleich sehr aufmerksam darauf achten, dass wir auf dem Weg in die Zukunft niemanden zurücklassen, niemanden verlieren. Es ist mein Ziel als Bildungs- und Familienministerin, die gesellschaftspolitischen Veränderungen mit dem richtigen Maß und im richtigen Tempo voranzubringen, sodass die gesamte Gesellschaft mithalten kann. Dabei ist eines essenziell: Vertrauen.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  2. Ich lade deshalb sehr bewusst Länder und Kommunen ein, und zwar besonders in Fragen der Bildungs- und Familienpolitik, zu einem neuen Miteinander zu kommen. Ich will dafür sorgen, dass der Bund Länder und Kommunen evidenzbasiert besser unterstützt – im Respekt vor den verfassungsmäßigen Zuständigkeiten –, ganz konkret zum Beispiel durch die Etablierung einer frühen Sprachdiagnostik und -förderung, durch die Weiterentwicklung des Startchancen-Programms und eine schnelle Umsetzung des Digitalpaktes, aber auch des Ganztags in der Grundschule. Ich wünsche mir eine Bildungsforschung, die in den Klassenzimmern auch tatsächlich ankommt, meine Damen und Herren. Die Bürgerinnen und Bürger haben kein Verständnis für Kompetenzgerangel.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  3. Ich möchte, dass wir einen gemeinsamen gesellschaftlichen Konsens finden, einen Konsens, der lautet: Bildung ist der zentrale Schlüssel zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Aufstieg. Sie ist das Fundament für Wachstum, für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für Unternehmerinnen und Arbeitgeber, für unsere wirtschaftliche und demokratische Entwicklung, meine Damen und Herren. Dabei sind Leistung und Leistungsbereitschaft eben kein Gegensatz zu Chancengerechtigkeit und Wohlbefinden. Meine Damen und Herren, ich will einen weiteren Aspekt aufgreifen. Ich würde mir wünschen, dass es uns gelingt, in unseren politischen Debatten den Föderalismus nicht immer wieder zu einem Hindernis zu machen. Der kooperative Föderalismus ist eine Chance und keine Bremse.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  4. Das gilt ebenso für jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, von Fremdenhass, Frauenverachtung und Diskriminierung von Minderheiten, und das, meine Damen und Herren, in aller Konsequenz. Unser Land lebt davon, dass Menschen mehr erreichen wollen, dass sie arbeiten wollen, erfinden wollen, denken wollen, Mut haben und gestalten. Es geht darum, Chancen zu nutzen. Diese Bundesregierung wird das Aufstiegsversprechen wieder stark machen, das unser Land nach dem Schrecken des Krieges und der NS-Gewaltherrschaft zur drittgrößten Volkswirtschaft in einem freien und geeinten Europa gemacht hat. Auch heute ist übrigens Bildung der entscheidende ökonomische Faktor für das Potenzialwachstum in unserem Land.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  5. Denn ich erlebe: Es gibt mehr Dinge, die die Menschen verbinden, als Dinge, die uns spalten. Eine lebendige Demokratie braucht lebendige Debatten, fair, sachorientiert und tatsachenorientiert. Wir wollen keinen Debatten ausweichen. Trauen wir uns stärker als bisher Kontroversen zu, sprechen wir wieder mehr miteinander, und zwar über die politischen Lager und auch über Blasen hinweg. Demokratie funktioniert nur, wenn Demokraten das Gespräch suchen, auch, um das Verbindende zu finden. Aber ich sage auch sehr deutlich: Das wird nur dann funktionieren, wenn wir jeder Form von Antisemitismus, Rechtsextremismus, Islamismus, Linksextremismus den Kampf ansagen.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  6. Zusammen mit Ihnen, sehr geehrte Abgeordnete, möchte ich Gesetze, Maßnahmen und Investitionen auf den Weg bringen: für eine Stärkung von Eltern, für eine gelingende frühkindliche Bildung, für eine gute schulische und außerschulische Bildung, die fördert und fordert, für unsere Kinder und Jugendlichen, die ihr Leben selbstbestimmt und voller Zuversicht gestalten können sollen, für die Familien, die unsere Gesellschaft tragen, für Frauen, für die Gleichberechtigung und Gleichstellung selbstverständlich sein sollten, und für Senioren in unserem Land, die inmitten unserer Gesellschaft leben und ein aktiver und wertgeschätzter Teil unserer Bürgergesellschaft sein sollen. Dabei will ich fördern, was uns verbindet, nicht das Trennende in den Mittelpunkt stellen.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  7. Ich möchte für die entscheidenden Phasen des Lebens gute Rahmenbedingungen schaffen, damit Menschen sich entwickeln können: für Kinder und Jugendliche, die besonders schutzbedürftig sind, aber zugleich voller Neugier und voller Talente, die ihre Potenziale und ihre Chancen entdecken und nutzen wollen. Ich möchte, dass Menschen ihr Familienleben und ihr Berufsleben gestalten und vereinbaren können. Frauen und Männer mit großem Erfahrungswissen und viel Lebensklugheit sollen in unserer Mitte bleiben und bleiben wollen. Diese Ausrichtung macht unser Haus zu einem besonderen Ministerium – Generationen verbindend und den Zusammenhalt im Blick.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  8. Meine Damen und Herren, in Deutschland leben 22 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Sie verdienen gute Bildung. Sie verdienen wirksamen Schutz und echte Teilhabe, um mündige Bürger und Demokraten zu werden. Kinder, Jugendliche und ihre Familien brauchen eine starke Stimme, um in unserer älter werdenden Gesellschaft für ihre Rechte und Interessen einzutreten. Ich werbe, wir werben dafür, dass wir in den kommenden Jahren eine neue Debatte in unserer Gesellschaft über Fragen der Generationengerechtigkeit führen. In einer sich verändernden Welt, geprägt auch vom demografischen Wandel, von multiplen Krisen und Konflikten, müssen wir das Miteinander der Generationen neu austarieren. Worum geht es in den nächsten vier Jahren konkret?

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  9. Dieser Zuschnitt ermöglicht einen echten Aufbruch für die Bildung in Deutschland – ein Aufbruch, weil die Bildung von Anfang an entlang der Bildungsbiografie gedacht und Bildungs- und Familienpolitik aus einem Guss gemacht werden kann. Diese klare inhaltliche Stärkung war uns in den Koalitionsverhandlungen wichtig, und ich danke Bundeskanzler Friedrich Merz und unseren Partnern in CSU und SPD sehr, dass dieser Ressortzuschnitt möglich geworden ist. Wir denken künftig ganzheitlich, beginnend bei der frühkindlichen Bildung in Familie und Kita, über die allgemeinbildenden Schulen und die außerschulische Bildung bis zur beruflichen Bildung und zum lebenslangen Lernen. Wir nehmen ganz besonders die Übergänge in den Blick, und wir verstehen berufliche und akademische Bildung als gleichwertig.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  10. Das beginnt beim Elternwerden, führt über den Start ins Leben hin zu Bildung und Entwicklung der Persönlichkeit, immer auch als Teil von Familie und Gesellschaft. Dieses Ressort ermöglicht auch Generationengerechtigkeit. Seniorinnen und Senioren in unserem Land bringen ein enormes Potenzial mit. Wir bleiben unter unseren Möglichkeiten und unter ihren Möglichkeiten, wenn wir sie nur als Kostenfaktor für Gesundheit und Pflege sehen. Seien wir froh, dass wir sie haben! Holen wir sie in unsere Mitte! Meine sehr geehrten Damen und Herren, der neue Zuschnitt des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist mehr als nur eine strukturelle Veränderung.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD

  11. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Deutschen Bundestages! Es ist mir eine große Freude, heute zum ersten Mal an diesem Pult zu stehen und Ihnen als Ministerin ein Ressort mit neuem Zuschnitt vorstellen zu dürfen. Mein Ministerium hat die Aufgabe, in den Bereichen Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Antworten auf große Fragen finden zu müssen, und zwar sehr konkret: Wie gelingt es uns, die Chancen möglichst aller Kinder und Jugendlichen auf eine gute Zukunft und auf sozialen Aufstieg zu verbessern? Diese Bundesregierung versteht dieses Ressort als ein Ermöglichungsministerium. Bildungs- und Familienpolitik soll es Menschen ermöglichen, ihren eigenen Weg zu einem erfüllten, selbstbestimmten Leben zu gehen.

    PLENARPROTOKOLL 21/4 · 2025-05-15 · READ THE BUNDESTAG RECORD